Gedanken zum ersten Geburtstag des Teufelchens oder auch: Sichtbarkeit und Wahrnehmung

Beim Laufen durch die Leipziger Innenstadt gingen mir heute einige Gedanken durch den Kopf. Der bevorstehende erste Geburtstag des Teufelchens war wohl Schuld 😉 Und eine junge Frau mit kurzen, roten Haaren, die erst auf unsere Hände (händchenhaltend), dann auf das Teufelchen (toooodesmüde und quengelig im Onbu vor dem Bauch – übrigens, nicht wirklich empfehlenswert, Rücken aua…) und auf den dicken Bauch – pardon, nicht Bauch! Theo natürlich – der Liebsten blickte und uns dann breit angrinste. Ich vermute, es machte klick und wir wurden – wohlwollend und freudig – als Regenbogenfamilie wahrgenommen.

Daraufhin schoß mir der Gedanke durch den Kopf: Werden wir im Alltag überhaupt als Familie wahrgenommen, so vom Durchschnittsmenschen? Klar, die meisten Homo- oder Bisexuellen werden uns als eben solche wahrnehmen, zumindest in den meisten Fällen. Auch wir unterstellen vermutlich eher einmal zu oft zwei gleichgeschlechtlichen Erwachsenen mit Kind eine Familie 😉 Aber der große Rest? Wie wirken wir auf den Hetero-Durchschnittsbürger in Leipzig, in Deutschland? Müssen wir dafür sorgen, dass wir als Familie wahrgenommen werden? Kann man nicht sogar soweit gehen und fragen: Ist es nicht eigentlich unsere Pflicht gegenüber unseren Kindern, dass wir uns dafür einsetzen, als das was wir auch wirklich sind wahrgenommen zu werden? Sichtbar zu sein, und nicht in der grauen Masse zu verschwinden und als „Schwestern – eine mit Kind und eine schwanger“ oder „beste Freundinnen“ abgestempelt zu werden?

Denn ich bin mir sicher: So wenige von uns gibt es garnicht! Gerade in Leipzig, wo Familien grundsätzlich quasi wie Pilze aus dem Boden schießen sehe ich durchaus ab und an mal andere Regenbogenfamilien. Hier mal ein Frauenpaar mit Kinderwagen und da mal ein Männerpaar mit etwa größeren (Grundschul?)-Kindern (wobei letztere eine einmalige „Sichtung“ waren, leider). Klar, „Massen“ an Regenbogenfamilien gibt es sicherlich nicht, aber durchaus so viele, dass der Normalbürger es wahrnehmen dürfte, wenn er den ein Auge dafür hätte. Vielleicht müssen „wir“ also nur auf uns aufmerksam machen? Denn: Letztendlich können wir doch einfach nur wahnsinnig stolz auf uns und unsere Familien, unsere Kinder, sein, und zumindest ich möchte nach Außen hin als Mutter in einer Regenbogenfamilie wahrgenommen werden!

Einen Entschluß habe ich übrigens auch gefasst: Gleich nächste Woche bestellen wir Regenbogen-Krams. Es ist ja schon fast peinlich, zugeben zu müssen, dass wir im Haushalt wirklich absolut keine(!) Regenbogenflagge oder sonstiges „regenbogiges“ haben. Und unserem Rucksack würde ein wenig Regenbogen sicherlich ausgezeichnet stehen! 🙂

Advertisements

Fragen und Antworten, der dritte Teil

Was bedeutet RoboNeko?

Neko ist japanisch und bedeutet Katze, und Robo wegen Roboter 🙂 Vor diesem Blog gab es mal einen Blog (roboneko.wordpress.com), auf dem wir über das Studium schreiben wollten, weil wir es schade fanden, dass Informatik bei Frauen so unbeliebt ist und wir da irgendwie die „Exoten“ waren – dabei ist Informatik echt toll! Den Namen Roboneko haben wir behalten und dann für Familienleben und Kinderkriegen diesen Blog hier eröffnet 🙂

Worüber möchtest du gerne schreiben?

Darüber, dass ich wahnsinnig gefrustet bin, dass wir in Deutschland mit einer dämlichen Partei namens CDU „gesegnet“ sind. Darüber, dass es mich frustriert, wie rückständig unsere Regierung ist – und wie scheißegal es den Leuten ist, denn diese dumme, dumme Partei wird ja trotz allem fleißig weiter gewählt – sogar von Schwulen und Lesben! Das kann ich einfach nicht verstehen. Und darüber, dass wir planen, nach dem Master für eine Promotion ins Ausland zu gehen, weil uns die Situation hier so frustriert und weil wir für unsere Kinder möchten, dass wir einfach als das, was wir sind, wahrgenommen werden: Eine durchgeknallte Familie, und zwar ganz unabhängig vom Geschlecht der Elternteile. Ich hasse es, dass es hier so kompliziert ist, und dass wir als Familie quasi nicht wahrgenommen werden; dabei sind die Menschen doch eigentlich total offen und zumindest uns kam noch keine negative Reaktion von Mitmenschen unter, nachdem wir uns als Regenbogenfamilie vorgestellt haben. Und dass zumindest mich die Adoption beschäftigt, obwohl ich die Ressourcen, die ich dafür aufwende, gut und gerne gerade für’s Studium und für’s kranke Kind (ja, mal wieder…) gebrauchen könnte.

Mit anderen Worten: Es gibt nichts, was uns hier hält – und wir werden wohl jede Chance nutzen, uns wohnortstechnisch zu „verbessern“ – was LGBT-Rechte angeht, und wo auch sonst für unsere Familie alles passt. Der Traum wäre ja Amsterdam, und praktischerweise gibt es da sogar an der Uni einen Bereich für medizinische Informatik, wo man auch promovieren kann… Wer weiß?

Was macht ihr eigentlich, wenn Nr. 2 da ist, aber nur eine von euch zuhause, die mal mit beiden Kindern raus muss?

Die Frage passt ja wirklich hervorragend zur Frage nach dem Fuhrpark! 😉 Wir werden es so organisieren, dass wir anfangs entweder beide zusammen mit den Kindern unterwegs sind, oder ich mit beiden Kindern allein. Dann trägt entweder jeder ein Kind; oder ich trage tandem, also beide Kinder gleichzeitig. Der Kleine wird dann im Tuch in der Wickelkreuztrage wohnen und das Teufelchen wandert im Onbu auf den Rücken, weil da kein Bauchgurt stört und ich’s auch schnell und unkompliziert allein anlegen kann. Vermutlich läuft das Teufelchen dann ja schon, und wenn das so weitergeht, werden wir sie dann eh nur noch für den Mittagsschlaf tragen dürfen *schnief * Sie will ja jetzt meist schon lieber krabbeln, als getragen werden…

Ihr habt ja auch ein paar Versuche gebraucht, bis es geklappt hat. Trotz der superfruchtbaren Alters. Es gruselt mich schon ein wenig vor diesen Misserfolgen. Wie habt ihr da wieder herausgefunden und euch gestärkt?

Die Kinderwunschzeit war tatsächlich nicht gerade das wunderschönste an unserer bisherigen gemeinsamen Zeit. Wie wir da herausgefunden haben? Äh, purer Sturkopf-ismus, würde ich mal sagen 😉 Wir wussten ja, was unser Ziel ist, und haben den Weg einfach so hingenommen, wie er war. Natürlich waren wir, gerade nach der negativen IVF, total entmutigt und hatten panische Angst, dass es nie klappt (völlig irrsinnig, nach nur einem negativenVersuch – aber Gefühle sind nunmal nicht immer rational). Aber wir wussten auch, wir MÜSSEN weitermachen und hatten auch weiterhin grundsätzlich die Erwartungshaltung, dass es schon klappen wird.

Wieso wolltest du nicht schwanger werden?

Äh. Gute Frage 😉 Ich hatte ehrlich gesagt keine Lust, schwanger zu sein. Meine Frau hingegen mag schwanger-sein sehr, also fiel die Entscheidung nicht schwer, dass sie, zumindest nach derzeitiger Planung, alle Kinder austrägt. Wäre es mal wirklich notwendig (wenn meine Frau nicht mehr schwanger sein mag oder kann) würde ich wohl nochmal darüber nachdenken.

Wolltet ihr euch nicht eigentlich abwechseln mit dem Schwanger werden?

Ja. Siehe oben 😉 Die Schwangerschaft meiner Frau war für mich so abschreckend, dass ich den Kelch gerne direkt wieder zu meiner Frau weiterziehen hab lassen – die freut sich, ich freu mich, alle glücklich 😀

Habt ihr Familienmitglieder, die babysitten oder macht ihr alles allein?

Hier in Leipzig haben wir keine Familie, in Berlin hatten wir ebensowenig jemanden. Wir machen alles allein, aus Überzeugung. Wenn die Kinder dann größer sind (bei der Kleinen kann ich’s mir gerade noch nicht vorstellen), werden wir mal schauen, ob wir evtl. stundenweise Betreuung (Babysitter, oder evtl. über die Uni) finden. Mal sehen, aber notwendig ist’s momentan eigentlich nicht.

– Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Versuch gemacht, beide parallel zu stillen?
– Aus welchem Grund habt ihr es wieder sein lassen?
– Wollt ihr es bei Baby Nummer zwei nochmal probieren?

Ehrlich gesagt, nicht viele und wenig gute Erfahrungen. Ich hatte es versucht, bis die Kleine etwa 8 Wochen alt war. Dann hatte sie einen blöden Schub, hat echt doof getrunken und mir taten die Brüste einfach nur grundsätzlich weh bei jedem Anlegen. Wir haben es dann gelassen und uns entschieden, dass das für uns nicht der richtige Weg ist. Ich hatte mal überlegt, es nochmal bei Baby 2 zu probieren, aber mir persönlich ist der Aufwand zu hoch dafür, dass es mir vermutlich dann eh nur weh tut und sowieso nicht genügend Milch kommen wird. Also überlass ich das gerne meiner Frau und besteh dann einfach darauf, mal ein Fläschchen mit abgepumpter Milch zu geben – und freu mich schon jetzt darauf, Baby 2 mit Beikost zu füttern. Essen mag die Kleine nämlich bevorzugt von mir und isst da auch wesentlich zuverlässiger, als wenn meine Frau füttert 😉

Fragen die Zweite…

  • Wie geht es dem kleinen Bauchbewohner?

Auch hier: Riesig 😉 Letzte Woche hatten wir nochmal einen Ultraschall und er war mit allen Werten so eine Woche voraus. Wir erwarten also wieder ein recht großes Kind mit stattlichem Gewicht. Emotional gehört der Kleine schon komplett zur Familie, wird oft mit einbezogen und mit Namen angesprochen. Letzte Woche konnten wir uns dann auch endlich auf einen Zweitnamen einigen, juhu! Von mir aus kann es also losgehen, jederzeit (sag ich jetzt mal, in der Hoffnung, dass es diesmal vor der 42. Woche losgeht! 😉 ).

  • Wie geht es euch?

Mh. Schwierige Frage. An sich super, allerdings häufen sich etwas die Problem(chen), gerade… Eigentlich hätten wir Ende Mai das Kolloquium für die Bachelorarbeit haben sollen, es fiel dann aber am Vortag auf, dass offensichtlich das Praktikum noch nicht angerechnet wurde und das Kolloquium wurde abgesagt. Wir sind trotzdem nach Berlin gefahren, haben ordentlich geshoppt und bemühen uns nun, dass wir alles geregelt bekommen. Es lag wohl an einem(!) blöden Formular, das wir beim Prüfungsamt einreichen hätten müssen. Wussten wir nicht, weil die Praktikumsbeauftragte nach dem Einreichen der Unterlagen meinte, das Thema Praktikum wäre nun für uns abgehakt… Naja. Blöd ist es vor allem, da es nun heißt, noch einen Monat länger auf Bafög verzichten zu müssen, hmpf… Das krieg ich nämlich erst, wenn die letzte Bachelor-Prüfungsleistung, also das Kolloquium, durch ist.

  • Wie tragt ihr grad, und wie schaut der aktuelle Tragefuhrpark aus?

Aktuell tragen wir mit dem Tuch im Rucksack oder im Double Hammock, wenn’s extra-kuschelig sein darf, dann auch noch in der Wickelkreuztrage (uff, garnicht so leicht, mit einen fast 10-Kilo-Baby – aber im Firework von Girasol geht’s noch ganz gut, wenn ich nicht schlampig binde). Ich trage mittlerweile, nachdem ich viiiel geübt habe, richtig gerne im Rucksack, meine Frau trägt am liebsten im Double Hammock. Davon abgesehen nutzen wir momentan auch ab und an wieder die Mysol; gerade für kürzere Ausflüge oder viel hoch/runter ist das echt praktisch. Wenn’s also nur in die Mensa und dann noch einkaufen gehen soll, nutzen wir eher die Mysol. Und wir haben gerade heute, nachdem wir am Freitag schon im Hug&Grow getestet haben, einen Onbu von Huckepack bestellt. Ist auch für bequem befunden worden! Damit wird meine Frau nun überwiegend tragen. Dann hab ich gestern noch ausprobiert, ob ich mit meinem 2-er-Tuch von Girasol (ein Light Rainbow in Diamond Weave) einen Rucksack „tied under bum“ hinbekomme bzw. ob das Teufelchen das mitmacht. Und es funktionierte tatsächlich, zumindest, bis sie einen Frustanfall im H&M bekommen hat – danach war der Sitz hinüber… War aber auf jeden Fall bequem und ich bin froh, doch noch eine Verwendung für das schöne Tuch zu haben!

Als Liste:

– Firework rot (Girasol) Gr. 7

– Light Rainbow Diamond Weave (Girasol) Gr. 2

– Erna im Wunderland (Kokadi) Gr. 6, das Tuch vom Teufelchen

– Ahoi (Kokadi) Gr. 6, das Tuch vom Kleinen, wird aber aktuell noch nicht genutzt

– Mysol

– Onbu von Huckepack

Ich hätte noch gerne ein langes Girasol (Gr. 6 oder 7) zum Wechseln, falls das Tuch mal in die Wäsche muss (Luxusproblem, jaja) – aber ansonsten bin ich eigentlich doch recht zufrieden mit unserer Auswahl! 😉

Wie ist bei euch der Kinderwunsch entstanden? Wann wart ihr euch sicher, dass ihr das jetzt tun wollt und warum?

Ich lass die beiden Fragen mal zusammen stehen, weil es ja doch auf das gleiche Thema abzielt. Puh, wie der Kinderwunsch entstanden ist, ist eine ganz schön lange Geschichte. Ich versuch’s mal kurz zu halten: Wir waren im Frühjahr 2012 in Japan und kamen total überwältigt zurück nach Deutschland. Wir waren uns absolut unsicher, wo unser weiterer Weg hinführen soll; aber eins wussten wir: Wir möchten studieren und wir wollen definitiv Kinder! Da wir es uns absolut nicht vorstellen konnten, noch etliche Jahre zu studieren und dann noch den Berufseinstieg hinten dranzuhängen, war uns klar: Irgendwie muss es mit Kindern noch im Studium klappen. Warum also nicht gleich anfangen? Wir entschieden uns dann, es so zu planen, dass wir vor der Geburt auf jeden Fall noch unser Pflichtpraktikum machen können – im Nachhinein wäre das auch mit Kind gegangen, weil wir nicht zwingend ins Büro hätten kommen müssen. Es war also wirklich eine 100% Bauchentscheidung, und wir würden es definitiv immer wieder so entscheiden! Zumindest ich hatte aber auch nie Zweifel, ob es der richtige Zeitpunkt ist; ich war mir immer sicher: So sehr, wie wir uns Kind(er) wünschen, werden wir es schon hinbekommen, dass wir Kinder UND Studium hinbekommen und dabei glücklich sind.

Jugendamtsbesuch

Heute war der lang ersehnte Termin im Jugendamt. Gerne würde ich berichten, dass alles ganz unspektakulär war und ich keine Probleme auf uns zukommen sehe – tja, nun. Irgendwie nicht so ganz.

Fangen wir damit an, dass die nette Frau einen Ticken zu lange darauf rumgehackt hat, warum ich denn adoptieren möchte (Mit: „Weil es meine Tochter ist und ich rechtlich auch gerne als Mutter gelten würde und wir gerne abgesichert wären, falls meiner Frau was passiert“ war sie so garnicht zufrieden. Darauf kam nur die lapidare Antwort: „Naja, für die Absicherung würde ja auch was notarielles reichen, da bräuchten sie keine Adoption zu machen!“ What the hell? Welche Gründe solln’s denn bitte sein?) Mir fiel dann auch nicht mehr sooo viel ein, außer was zu faseln, dass es mir emotional wichtig ist, die Mutter für meine Tochter zu sein.

Dann kam die Frage danach, welche Gruppen und Kurse wir denn mit der Kleinen besuchen. Ist das denn nun schon Pflicht, dass man sowas macht? Wir antworten darauf dann: Wir sind ja erst hergezogen und haben deshalb noch nicht wirklich was gefunden (schlau, was? Muss ja keiner wissen, dass wir das garnicht wirklich vorhaben – die Kleine würde ja eh nach 15-20 Minuten total überfordert jammernd an uns drankletten, das brauchen wir nun alle wirklich nicht). Damit war sie aber auch nicht so recht zufrieden und empfahl uns direkt irgendein komisches Zentrum, das Babykurse anbietet… Weiter ging’s dann damit, ob die Kleine denn in Betreuung wäre. Wir verneinten und dachten, damit wäre es getan – weit gefehlt! Die nette Frau fragte dann, welche Kontakte mit anderen Kindern die Kleine denn hätte. Wir nannten die Mensa, mit der Krabbelecke – war wohl nicht so gut, denn das reichte der guten Frau nicht. Dann machte meine Frau noch den Fehler zu erwähnen, dass die Kleine ohnehin noch zu jung sei, um richtig mit anderen Kindern zu spielen – ohwei, sowas darf man glaub ich im Osten einfach nicht sagen 😀 Da wurde die Frau dann sogar etwas ungehalten und meinte nur, das sei ja Gewöhnungssache, ob Kinder in dem Alter miteinander spielen (so nach dem Motto: Kein Wunder, dass ihr Kind das nicht tut, sie verweigern ihm ja auch jeglichen Kontakt zu anderen Kindern!). Wie gut, dass meine Frau die Lippen zusammenkniff und nicht erwähnte, dass sogar ihre Mutter als Krippenerzieherin der Ansicht ist, dass Kinder unter 2 noch nicht wirklich miteinander spielen, sondern eher nebeneinander her…

Der absolute Knaller kam dann allerdings beim Thema schlafen (wir sollten sagen, was die Kleine garnicht mag), da meinte meine Frau, die Kleine würde nicht gerne einschlafen, man kann sie aber zum Glück überreden. Und die Dame meinte dann tatsächlich: „Also, wenn ihre Tochter dann im Bett liegt, dann ist es auch gut und sie schläft ein, oder?“. Au wei. Warum zur Hölle darf eine Frau, die offensichtlich kinderlos ist (anders kann ich mir die Aussagen nicht so recht erklären – und sie sah auch sehr pikiert aus, als ich gesagt habe, dass ich nicht erst mit 30 Kinder bekommen wollte, geschätzt war die Dame um die 30), beurteilen, ob ich eine gute Mutter abgebe?

Letztendlich eröffnete sie uns dann, dass sie noch gerne (zum Hausbesuch dann) eine Aufstellung möchte, was unsere Einnahmen und Ausgaben sind, weil sie sich offensichtlich nicht vorstellen kann, dass wir als Studenten ein Kind vernünftig großziehen können. Wäre ja auch so dermaßen wichtig, dass wir vernünftig Geld haben. Wenn ihr das nicht passt, was wir da offenlegen, sollen wir erstmal Geld verdienen und dann das mit der Adoption nochmal angehen… Schließlich muss ich ja auch finanziell für das Kind sorgen können. Äh ja. Wie gut, dass unsere heißgeliebte Richterin das entscheidet, ob wir „genug Geld“ haben.

So, und alle Heteropaare, die das lesen: Fragt doch mal den männlichen Part in eurer Beziehung, wie die Beziehung zum Kind ist. Und zwar genau beschreiben, ein einfaches „ich liebe das Kind halt“ reicht nicht aus! Denn wir haben heute gelernt: Nur, wenn man ganz genau beschreiben kann, wie die Beziehung zum Kind ist, ist man ein guter Elternteil. Jawoll! Im Übrigen musste meine Frau die Beziehung zwischen Töchterchen und mir auch beschreiben, und nein, „liebevoll“ reicht auch nicht. Und macht ja nicht den Fehler, zu sagen: „So, wie die Beziehung zwischen Elternteil und Kind sein sollte“! Darauf kommt nämlich direkt „Na, und wie sollte ihrer Meinung nach die Beziehung zwischen Elternteil und Kind denn sein?“ Was für ein Affentheater…

Den Rest erspar ich euch mal, würde sonst zu viel werden. Hab quasi nur die Highlights rausgefiltert…

Maaaaaann, wie ich mich auf den Hausbesuch freue… *ironie*

Fragen und Antworten Teil 1

Ich teile mal auf, weil es schlicht zuuu viele Fragen und vor allem zu lange Antworten sind! 4 Seiten Word-Dokument mag ja nun wirklich keiner auf einmal lesen. Frei nach Belieben und ohne Reihenfolge, wobei ich versuche, erstmal sehr aktuelle Fragen zu veröffentlichen:

Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

Ganz romantisch in der Schule – 12. Klasse Gymnasium. Hatten ein paar Kurse zusammen und irgendwie haben wir es geschafft, uns grundsätzlich mal kennenzulernen (obwohl wir beide eigentlich recht schüchtern sind). Der Rest ist dann wenig jugendfrei, deshalb schweige ich mal vornehm 😉

Wie schafft ihr es, zu studieren und euch um zwei Kinder zu kümmern?

Wie wir das schaffen, wissen wir noch nicht 😀 Jetzt, mit einem Kind, ist es eigentlich ganz leicht. Für wirklich wichtige Vorlesungen teilen wir uns auf; ich nehm die Kleine und meine Frau geht in die Uni. Zu kürzeren Terminen (Themenvergaben z. B.) kommt die Kleine bzw. ab nächstem Semester beide Kinder dann mit.Wird wohl in der Konstellation in etwa auch mit zwei Kindern bleiben. Und wenn die Kleine im Bett ist, machen wir meistens den Unikram. Wir machen grundsätzlich alles, was geht, von zu Hause aus und sind auch recht selten mal zu Veranstaltungen in der Uni; für uns hat sich das bewährt, weil wir so effektiver lernen.

Wie geht es eurer Maus?

Wunderprächtig! Die letzten Tage entwickelt sie sich rasant; mittlerweile läuft sie etliche Schritte an den Händen (typischerweise hat sie damit natürlich angefangen und direkt mit 100% losgelegt – nix da mit ein paar Schritten, sie schafft schon locker 30 Schritte – und zwar RIIIIESIGE Schritte, sieht enorm witzig aus – bis sie irgendwann schließlich gefrustet auf die Knie fällt, weil ihr die Kraft ausgeht 😉 ). Davon abgesehen war sie nun tatsächlich seit dem Fieberkrampf mal gesund, ist ja immerhin schon über 2 Wochen her! Leider ist das tatsächlich eine Erwähnung wert, weil sie in den letzten Monaten quasi dauerkrank war. Zum Glück macht ihr das aber meist wenig aus, sie ist auch krank so glücklich wie eh und je.

Unser Leben in Leipzig:

Ist momentan noch halb Alltag und halb Urlaub 😉 Wir sind viel unterwegs, was wir echt genießen. Ansonsten sind wir ein paar Mal pro Woche in der Mensa, wo wir schon ein paar andere studentische Eltern treffen konnten – unter anderem auch eine ganz liebe andere Bloggerin. An dieser Stelle nochmal eine Entschuldigung dafür, dass wir etwas verplant waren und vor allem ich erst nach einer gefühlten Ewigkeit verstanden habe, worum es ging 😉 Ich freue mich immer wieder, wenn wir hier in Leipzig Menschen treffen, die unseren Blog lesen. Im Zweifelsfall also einfach mal ansprechen! Wir suchen nach wie vor Anschluss *lach*

Schlaft ihr dann zu viert auch im Familienbett?

Ja, wir werden auch zu viert im Familienbett schlafen, müssen dafür aber noch etwas umbauen, da aktuell auf keiner Seite irgendein Rausfallschutz angebracht ist (die Kleine schläft momentan meistens zwischen uns). Mir wär’s ehrlich gesagt anders auch zu blöd, weil die Kleine nachts noch etliche Male aufwacht und irgendwas braucht (Schnuller, Milch, usw), da hätte ich keine Lust, jedes Mal aufzustehen – und kuscheliger ist es so auch! 😀

Der Rest kommt nach und nach. Versprochen 😉