Der erste Streich…

Ist getan. Das Ziel ist, dass ich den Kinderbetreuungszuschlag bei Bafög erhalte (den gibt’s laut Gesetz und meiner Bearbeiterin bei Bafög nur für leibliche oder adoptierte Kinder – tja, hab ich nicht zu bieten).

Antrag abgegeben, Geburtsurkunden beiliegend. Wir warten dann mal…

Und sind gespannt. Wir werden den Weg wohl so weit gehen, wie es nötig ist.

Gibt es mittlerweile irgendwelche eindeutigen Urteile, dass da kein Unterschied gemacht werden darf? Also, dass Kinder in einer Lebenspartnerschaft Kindern in einer Ehe gleichgestellt wären? Ich kann ja schonmal sammeln, denn ich rechne fest damit, dass der Antrag abgelehnt wird (wie gesagt – das Gesetz ist da eindeutig).

Nein,

keine Adoption.

Gehen Sie nicht über Start, ziehen sie keine neue Geburtsurkunde… Sondern gehen direkt ins Krankenhaus nach einem Fieberkrampf und entlassen Sie das Kind auf eigenen Wunsch, nachdem sie dazu überrumpelt wurden, es stationär dort zu lassen.

Hurray!

Namen…!

für Kind 3 müssen dann ja mal demnächst her. Ein Mädchen hätte schon einen Namen (wäre der Notfallplan gewesen, falls der Sohn doch kein Sohn gewesen wäre). Aber noch einen Jungen…? Das wird schwer. Super-schwer. Leider gefallen uns nur Namen, die sich mit dem Nachnamen „beißen“. Also sich schlicht einfach blöd anhören in der Kombination Vorname+Nachname.

Vorschläge…? 😀

Wenn…

Das Kleinkind abends weit nach der normalen Schlafenszeit wach ist und immer wieder und wieder Kicher- und Lachanfälle hat, frägt man sich schon…

Warum man so eine Panik gemacht hat, und sich schon in der Innenstadt überlegt hat, wie man das schlafende Kind möglichst sanft ablegt (aufgewacht war sie letztlich schon vorher, in der Tram, lol).

Der Abend war wirklich, wirklich schön. Ich weiß tatsächlich nicht, was sich für unsere Tochter geändert hat. Vielleicht merkt sie langsam, dass wir uns wirklich bemühen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und diesen nachzukommen? Dass wir nicht aus bösem Willen X oder Y verbieten?

Aber ehrlich gesagt mag ich garnicht darüber nachdenken. Ich will es einfach nur genießen. Und ja; ich bin verdammt stolz auf die Tochter. Die irgendwie so garkein Baby mehr ist, schnief. Dafür das tollste Kleinkind der Welt, mit groooßem eigenen Willen und einem wunderbaren Charakter  ❤

3 schlafende…

Familienmitglieder liegen neben mir. Irgendwo liegt sicher noch der Kater.

Ist das niedlich!

Seit Anfang der Woche ist die Große wie ausgewechselt. Sie ist glücklich, glücklich, glücklich! Einfach nur glücklich. Die „schlimmsten“ Momente sind die, wenn wir ihr irgendetwas verbieten (mitten auf der Straße von Mamas oder Mamis Hand losreißen, … über die Straße ohne Hand laufen… ). Aber, wenn man diese Dinge im Gegensatz zu wie es vorher war, betrachtet: dann freuen wir uns einfach nur darüber. Klar darf die kleine „Große“ wütend sein, wenn sie nicht ohne Hand auf die Straße darf. Klar darf sie wütend sein, wenn wir sie davon abhalten, sich vor die Tram zu werfen. Mir egal! Sie ist endlich wieder glücklich! 90-95% des Tages ist sie einfach nur GLÜCKLICH! 😉

Und der Sohn entwickelt sich – soweit man das jetzt schon sagen kann – zu einem Strahle-Sonnenschein-Kind. Er lächelt. Und lächelt. Dann knätscht er wieder. Und brüllt. Sofern nicht gerade Hunger oder müde das Problem ist, lässt sich das aber leicht ändern; spätestens wenn die große Schwester sein Blickfeld betritt. Und sein breitestes Grinsen ist natürlich exklusiv für sie reserviert. Eh klar. Ich glaube ja, die Schwester wird seine absolute Nummer eins – andersrum ist es ja auch so. Nix geht über den Babybruder. Am liebsten würde die „Große“ ihn immer rumtragen und knuddeln und kuscheln. Wohlgemerkt, unser ich-mag-eigentlich-niemals-nicht-kuscheln-Kind will das alles freiwillig mit ihm machen – verrückte Welt.

Wisst ihr was? Kinder zu haben; das war die absolut beste Entscheidung, die wir je getroffen haben. Und unsere beiden machen (zumindest uns… 😉 Ich glaub, für andere Mütter sind unsere Kinder oft ein abschreckendes Beispiel im Bereich „wie anstrengend“ ) riesig, riesig Lust auf mehr Kinder. 😀

 

(Und damit es hier mal festgehalten ist: Sohn hat sich heute, mit genau 2 Monaten und 2 Tagen, das erste Mal gedreht. Vom Rücken auf den Bauch. Hat zwar auch ne Minute gedauert und war haaaarte Arbeit, aber er hat es geschafft 😉 ).

Die Frage nach der Privatsphäre…

Hab ich mir heute gestellt. Ich saß mit Kind, das gerade glücklicherweise nach einem 5-minütigen Brüllanfall (bei dem es untröstlich und absolut unzugänglich war, lange Vorgeschichte, tut nun aber nix zur Sache) etwas zur Ruhe kam, vor einem Lokal. Drinnen fand eine Veranstaltung statt, die wir (Tochter, Sohn und ich) gerade verlassen hatten (aufgrund des Brüllanfalls). Meine Frau war noch drin.

Eine andere Mutter kommt raus. Ebenfalls mit kleinem Kind. Ich bete, dass sie mich nun einfach bitte in Ruhe lässt (da großes Kind frisch nach einem Brüllanfall sehr leicht aus dem Konzept zu bringen ist, eine Ansprache von Fremden ist da also nicht gerade das, was ich favorisiere – außerdem heulte die Tochter immer noch ab und an ein wenig auf und ihre Stimmung war unberechenbar). Tja, ne, falsch gedacht. Hach, was für tolle Kinder. Ob es denn beide meine sind (ja). Wie sie denn heißen (Name Tochter, Name Sohn). Und wie der Altersabstand ist (15 Monate). Ob die beiden denn geplant waren (jaaa, ich bin mit einer Frau zusammen, die beiden Kinder waren absolut geplant). Nächste Frage zielte auf die Geburt ab (meine Frau hat beide geboren).

Und los ging’s. Erst ein Rumdrucksen. Mir sei das sicher zu privat und es ist ja auch nicht Thema der Veranstaltung… Aber wie die beiden entstanden sind? (Samenspende). Weiter rumdrucksen… Ich gehe nach drin, murmele etwas von: Ich hol meine Frau mal, wir wollen jetzt dann gehen… Sie begleitet mich nach drin und ich sage zu der Frau, die immer noch rumdruckst und wohl noch unbedingt eine Frage loswerden will: Ach, Fragen sind wir gewohnt, nur zu… Wie die beiden genau entstanden sind, da gäbe es ja ein befreundetes Paar, das hätte das ganz privat zu Hause tralala…. Ich dann: In der Klinik aus medzinischen Gründen. Verwirrtes Gesicht, „äh, ne, ich meinte nicht die Geburt“. Ich erkläre: Nein, die Geburt war nicht gemeint – Es war künstliche Befruchtung, in einer Kinderwunschklinik! … Und dann waren wir glücklicherweise drin und ich konnte mich abseilen.

Wie geht ihr (Regenbogenfamilien) mit solchen Dingen um? Normalerweise habe ich wenig dagegen, über die Entstehung unserer Kinder zu sprechen. Manchmal geht es mir aber einfach zu weit. In Situationen, in denen ich gerade andere Probleme habe (wenn ich mich in Ruhe um meine Kinder kümmern möchte). Und vor allem, was ich absolut nicht verstehe: Warum MUSS man im Detail von FREMDEN wissen, wie ihre Kinder entstanden sind? Sind wir im Zoo oder was? Ich frag Heteropaare ja auch nicht, in welcher Stellung und an welchem Zyklustag sie ihre Kinder gezeugt haben. Oder ob es geplant war – die Frage finde ich Fremden gegenüber eh irgendwie… Merkwürdig? Damit kann man auch arg ins Fettnäpfchen treten, weshalb mir(!) so eine Frage niemals über die Lippen kommen würde, wenn es einfach nur um Smalltalk geht…

Und zu den Heteropaaren, die mitlesen: Wenn ihr das nächste Mal eine Begegnung mit einer Regenbogenfamilie habt (und abzusehen ist, dass nicht mehr als ein einmaliger Chit-Chat daraus wird): Fragt nach dem Wetter. Den beliebtesten Ausflugszielen. Wie die Kinder heißen. Wie alt sie sind. Von mir aus auch ob sie in eine KiTa gehen oder zu Hause sind. Ob sie schon sprechen. Oder laufen. Oder essen. Oder weiß der Geier. Aber bitte erspart es uns, zu jeder (Un)gelegenheit immer über die Zeugung unserer Kinder sprechen zu müssen.

Zumindest ich fühle mich dann nämlich genötigt, das auch zu erzählen, weil ich meinen Kindern nicht das Gefühl geben möchte, das sei etwas negatives oder so. Aber ganz ehrlich: Es IST privat, höchstprivat! Versetzt euch einfach einmal in unsere Situation, die wir eh immer und überall erklären müssen, zusätzlich zu den zahlreichen Nachteilen und Hürden, die wir nehmen müssen – wir wollen im Alltag in der Regel einfach NORMAL leben. Mit Alltagsgesprächen, Alltagssituationen und Alltagsproblem(ch)en.