Aktueller Zustand

Ob man es Zustand nennen kann? Ich bin mir unsicher. Ich bin extrem dünnhäutig, schon seit Tagen. Und das nervt. Es nervt und nervt und nervt einfach, weil ich permanent das Gefühl habe, abgelehnt zu werden. Oder nicht gesehen. Übersehen. Oder weil mich jedes.verdammte.Wort und jede.verdammte.Geste potentiell verletzen kann. Verdammt nochmal, ich will das doch garnicht! Es ist einfach nur verdammt scheiße so. Und vor allem ist es in Kombination mit meinem „ich sage nicht, was mich stört und schlucke meine Gefühle und Wünsche und Bedürfnisse herunter“ echt… Verdammt kacke. Sowas von.

Jetzt aber genug geflucht. Davon abgesehen habe ich das Gefühl, es geht laaangsam Schritt für Schritt aufwärts. Die Gedanken um Essen werden weniger. Ich kontrolliere weniger. Ich MUSS nicht mehr kontrollieren, sondern kann einfach essen. Ja, es sind tatsächlich zum Teil mini-mini-Portionen. Weil einfach nicht mehr geht, weil ich danach einfach wirklich, wirklich absolut satt bin. Aber ich esse. Ohne schlechtes Gefühl. Meistens ohne Übelkeit danach (total geniale Erfindung meines Körpers – oder Gehirns? – … Auf jeden Fall wurde mir bis vor kurzem noch nach fast J.E.D.E.M bisschen an Nahrung schlecht. Achtung, Ironie: Total genial, was? Nein, es hat einfach nur tierisch genervt…). Ich muss gewichtstechnisch noch kontrollieren, ja. Da spielt glaub ich einfach mit rein, dass ich mich so, wie ich jetzt aussehe – mit 9 Kilo weniger seit Ende Mai – echt hübsch finde und massiv Angst habe, dass das Gewicht unbemerkt wieder hoch geht. Schwieriges Thema.

Ein Punkt macht mir allerdings massiv Angst. Ich hab in den letzten Tagen immer mal wieder „Aussetzer“. Ähnlich Sekundenschlaf. Meistens nicht lang (gut, bis auf ein Mal, da kam ich nur durch Schmerzreiz komplett und dauerhaft aus diesem „Zustand“ heraus). Bis heute IMMER nur, wenn es mir echt scheiße ging. Aber heute… Es fing ganz typisch an, ich hatte den Kopf den vormittag über VOLLER Gedanken. Aber dann… dann war alles okay. Und es ging mir zum Mittag hin wirklich, wirklich okay bis gut. Und dann… Ich bin trotzdem weggedriftet, obwohl ich eigentlich einen Blick auf den Sohn haben sollte (ich war nicht allein mit ihm – aber ich hätte zu der Zeit auf ihn achten sollen). Wie es mir ging, als ich dann festgestellt habe, dass ich schon wieder irgendwie weg war… Ich glaub, dazu muss ich nichts sagen. Es macht mir massiv Angst. Ich kann es nicht kontrollieren. Traue mir quasi selbst nicht mehr über den Weg. Ich kann mich an eine Situation in meiner Jugend erinnern, in der ich mal außerhalb meines Körpers stand, aber ob es in die Richtung geht…? Ich will echt einfach nur, dass das aufhört…

Aber stimmungsmäßig ist es echt gerade stabiler. Das ist toll. Und ich will kämpfen. Weiß, dass ich es schaffe.

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Gerade…

einfach nur glücklich, glücklich, glücklich. War ein schöner Tag. Echt wundervoll.

Neben einer unglaublich tollen Frau aufgewacht, die Liebste inklusive der Kinder direkt früh morgens getroffen, eine tolle Freundin getroffen, ganz viel Kuscheln mit den Kindern, tolle neue Tragehilfe ausprobiert (an der knapp 6 Jahre alten großen Tochter), …

Jupp. War toll. Doch. Sehr. 😀

Sollten wir definitiv wiederholen. 🙂

 

Vom Alltag abgesehen gibt es auch Neuigkeiten zwecks Kinderwunsch: Gestern HCG gespritzt, heute gehts mit Urogest los. Und mit der nächsten Blutung (in hoffentlich ca. 14 Tagen) startet dann DER Zyklus.

Okay.

Sich selbst unbeabsichtigt (ja. Hab ich tatsächlich hinbekommen) auf Koffeinentzug zu setzen und dann abends(!) 2 Tassen Kaffee trinken, äh ja.

Gehirn gerade nicht wirklich anwesend, wäre da meine Selbstdiagnose.

Mh… Es ist 1:40 Uhr, ich bin wach. Glücklicherweise hatte ich mich eh entschieden, zwecks Stimmungsaufhellung mal wieder ne Nacht Schlafentzug auszuprobieren (ohne Mist! Ich hab das – unbeabsichtigt – mal mit 16, 17 Jahren sowas ausprobiert, da ich massive Schlafstörungen hatte, und es funktioniert tatsächlich wunderbar. Und sobald die erste Müdigkeit verflogen ist, ist es auch okay, müdigkeitsmäßig! Natürlich keine Dauerlösung, aber so als Akutmittelchen alle paar Wochen bis Monate war’s bisher immer hilfreich).

Ansonsten ist es nicht leicht. Ich bin extrem dünnhäutig. Kann den Kopf selten bis garnicht ausschalten. Zerdenke jede Geste der liebsten Menschen um mich herum, jedes Wort. Jeden Blick. Jede einzene kleine Entscheidung. Einfach alles. Fühle mich super-leicht zurückgesetzt, unwohl. Verletzt. Es ist so, so, so ermüdend. Anstrengend. Ich vergesse gleichzeitig so, so viele Dinge. Einfach, weil mein Gehirn vermutlich gerade auf Sparflamme läuft. Und gleichzeitig überfordert mit allen quasi selbst-aufgehalsten Eindrücken ist (gut, eine Wahl hab ich da nicht, passiert automatisch). Und zusätzlich einfach grundsätzlich dieses: Kein Essen, keine Energie für nichts… Es nervt. Unendlich. Ehrlich, ich will einfach nur gesund sein. Glücklich. Kopf aus. Herz an. Oder so. Ich hab da gerade sowas von keinen Bock drauf, aber echt jetzt!

Gefühle. Gedanken. Alltag. Oder nicht?

Es ist unheimlich schwer gerade. Gedanken. Gefühle. Viel. Viel zu viel? Die letzten Tage waren psychisch nicht einfach für mich. Und ja, ich weiß, es werden dutzende Kommentare kommen, wie ich denn überhaupt und sowieso dieses und jenes sagen kann und fühlen kann und vermutlich werden wieder Hinweise kommen, man könnte ja mal die Kinderwunschklinik informieren oder das Jugendamt. Wisst ihr was? Macht doch.

Trotzdem werde ich hier ehrlich sein. Schonungslos. Was sonst hätte es für einen Sinn?

Also zurück zum Thema. Es ist nicht immer leicht. Natürlich nicht. Ich habe unendliches Glück mit den Leuten, die um mich herum sind. Die Menschen, die mich auffangen. Da sind. Sonst hätte ich es wohl nur schwer geschafft, hier zu sitzen; genügend Klarheit im Kopf zu haben, um dies zu tippen. Was mich die letzten Tage, Wochen begleitet? Alte Dämonen. Definitiv. Was das konkret bedeutet? Es kommen leider Themen hoch, die sehr, sehr tief in mir vergraben schienen. Vieles. Kleine Szenen aus dem Alltag. Meiner Kindheit. Jugend. Nicht schön, ja. Nicht lustig.

Leider hat das Ganze natürlich auch Auswirkungen auf mich, auf mein Leben, auf unseren Alltag. Ich bin nicht mehr ganz so belastbar. Brauche plötzlich Dinge, die ich vorher nicht gebraucht habe. Ruhe. Zeit für mich. Pausen. Zeit, um mit meiner Freundin zu reden – die mich einfach fast immer versteht, ohne dass ich viel erklären müsste. Die einfach da ist. Und das ist so unglaublich toll und hilfreich…

Und nicht zuletzt – allein der Alltag gerade weckt Dämonen. Wirklich. Ich hatte lange Zeit in meiner Jugend echt massiv zu kämpfen, mit Mager.sucht und Selbst.verletzung. Tja… Ich denke, es reicht, wenn ich sage: Ich muss kämpfen. Um nicht völlig in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Um mich nicht völlig zu verlieren. Gerade gleicht es eher einem Seiltanz; ich muss mich extrem vorsichtig bewegen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Schutz gegen Dinge, die von Außen an mich herangetragen werden und mit denen ich irgendwie umgehen muss? Schwierig. Extrem schwierig. Und leider ist gerade das momentan massiv Thema in meinem Leben. Und mein Bedürfnis nach Ruhe, nach „normalem“ Alltag ohne Drama wird immer größer…

Kinderwunsch.

Es ist heute der perfekte Tag, um mal wieder über Kinderwunsch zu sprechen. 🙂

Wir waren heute in der Kinderwunschklinik. Aber beginnen wir am Anfang…

Freitag, am 1. Juli, die grooße Überraschung – endlich, endlich kam die erste Blutung nach dem Abstillen. Immerhin mussten wir ganze 7 Wochen etwa warten. Hurra! Also schnell in der KiWu angerufen. Montag sollten wir zur Blutentnahme kommen.

Schnell Optionen durchgegangen und uns entschieden, der Option „meine Freundin fährt uns mit dem Auto nach Berlin“ den Vorzug zu geben 😀 So sind wir heute früüüühmorgens aufgestanden, haben uns fertig gemacht, die großen Kinder meiner Freundin in die Kita gefahren (und ihren Mann in die Arbeit), meine Frau mitsamt Kindern hier zu Hause eingesammelt und sind losgefahren.

In der Kinderwunschklinik spontan noch einen Termin bei der Kinderwunsch-Ärztin bekommen, weil etwas Durcheinander herrschte und dort in unserer Akte nicht vermerkt war, was wir denn nun überhaupt wollen… Dann spontan entschieden, den Zyklus jetzt tatsächlich mal zu beobachten, statt direkt einen künstlichen irgendwas-Zyklus zu starten (nächster Termin zum Follikel-Ultraschall ist dann Mitte nächster Woche). Und den Transfer – wie geplant – tatsächlich erst im darauffolgenden Zyklus zu machen, weil dieses ja nun der erste Zyklus nach dem Abstillen ist. Also im August… Ja. Alles etwas anders als ursprünglich geplant, aber ich kann gut damit leben.

Danach sind wir dann noch zu Madame Jordan, eine Tragehilfe für die Liebste erjagt, und dann ging es auch schon nach Hause (auf dem Weg nach Hause haben glücklicherweise alle drei Kinder überwiegend geschlafen).

Nun also erste „Warteschleife“ bis Mitte nächster Woche. Und die Hoffnung, dass sich die Anzahl der Warteschleifen sehr in Grenzen halten wird.

Wochenende. Öffentlich.

Es ist gerade das erste Mal, dass ich über einen längeren Zeitraum von meiner Freundin getrennt bin. Das erste Mal (Fernbeziehungen mal ausgenommen), dass ich überhaupt so lange von einem gebliebten Menschen getrennt bin (ja, echt! Mehr als eine Nacht war ich noch nie von meiner Frau getrennt). Es war und ist enorm schwer für mich. Ich kann nicht greifen, nicht BEgreifen, was daran für mich so schlimm ist. Es ist nicht Eifersucht, nicht mangelndes Vertrauen. Es ist schlicht und ergreifend dieses furchtbare Gefühl, sie zu vermissen. Extrem. Nicht essen können. Nicht schlafen können. Dabei sind es jetzt noch nicht einmal 48 Stunden…

Bald wird sie wieder da sein. Bald sehen wir uns wieder. Aber wiederholen sollten wir das echt nicht…