Einsam.

In letzter Zeit gibt es oft Momente, in denen ich mich einsam fühle. Überraschenderweise – bei 2 Menschen, mit denen ich eine Beziehung führe und mit den Kindern und Uni (Vollzeitstudium… uffz) und überhaupt würde man ja etwas anderes erwarten. Ich habe eine vage Vorstellung davon, woher das Gefühl der Einsamkeit kommt; leider aber absolut keine Ahnung, was ich dagegen tun soll. Wie ich es auflöse…

Und…

tut doch weh. Ich dachte ja, ich wäre mittlerweile abgeklärt oder… Keine Ahnung, was ich dachte. Aber ich hab gerade die Ordner auf meinem Desktop sortieren wollen und bin dabei über Babybauch- und Minibabybilder gestolpert. Und es tut weh. Ich wünsche mir so sehr ein drittes Kind (auch, wenn viele das vielleicht nicht verstehen können/wollen). Und es tut einfach weh, dass wir gefühlt noch keinen Schritt weiter sind. Im Gegenteil, es kommt mir gerade so vor wie bei der Behandlung für das große Kind: Wir nehmen alle unwahrscheinlichen, beschissenen Optionen mit und der Weg dauert und dauert und…

Zusätzlich haben wir erfahren, dass wir nun für den abgebrochenen Kryozyklus wohl um die 100 Euro zahlen müssen; tja. Früher waren abgebrochene Zyklen noch über die Krankenkasse abgerechnet worden… Trifft uns hart, nachdem wir nun für die Behandlungen für Kind 3 schon wieder locker über 3000 Euro ausgegeben haben (wobei wir sicherlich schon bei über 4000 Euro gelandet sind, mit den gesamten Reisekosten und tralala). Und ein Ende ist gerade nicht in Sicht… :/

Und richtig darüber reden kann ich gerade mit niemandem. Meine Frau schiebt es eher weg, ist zwar schon für mich da, aber großartig darüber geredet haben wir nicht. Und der Rest der Menschen um mich herum, die mir nahe stehen, hat halt einfach keine Ahnung davon. Keine Ahnung wie man sich fühlt. Keine Ahnung wie ich mich fühle. Und was das Thema angeht bin ich eben verdammt empfindlich, was es auch nicht leichter macht… 😦

 

 

Sturm. Ruhe.

Die letzten Tage waren emotional eher anstrengend. Es ist viel, viel, viel passiert… Unter anderem auch im Kinderwunsch-Bereich. Meine Frau war richtig fies krank, es wurde mit Antibiotika erst wieder okay und nun, wo sie in der Lage wäre, nach Berlin zu fahren – ist es doch eher zu spät. Deshalb hat die Ärztin uns empfohlen, den (eigentlich geplanten) Transfer diesen Zyklus abzusagen und auf nächsten Zyklus zu warten… Und wieder vergeht ein Monat ohne ein Ergebnis, ohne Chance, wieder zig Hormone umsonst. Die Schleife wiederholt sich und ich bin, was das Thema angeht, einfach nur müde. Ich warte seit heute Nachmittag darauf, dass es weh tut oder mich traurig macht, aber ich fühle mich, als wäre ich emotional einfach nur etwas abgestumpft(er) und ruhiger. Insgesamt. Es ist ermüdend… Und irgendwie traurig, dass ich langsam das Gefühl habe, ein drittes Kind SOLL jetzt einfach nicht zu uns kommen. Erst die beiden (!) Embryonen, die nicht aufwachen, dann die biochemische Schwangerschaft… Und jetzt das. Insgesamt sind wir nun auch wieder seit April oder Mai dabei (der erste KiWu-Termin war in dem Zeitraum).

Ansonsten bin ich ruhig. Die letzten Tage war’s emotional in mir eher stürmisch, Stimmungsschwankungen. Anstrengend. Viel reflektiert, viel durchdacht, viel Kopfarbeit, und insgesamt sehr, sehr ermüdend. Seit heute ist es deutlich ruhiger geworden. Ich bin mir noch unsicher, ob es so okay ist, oder ob da noch was kommt -aber letztendlich… Ich denke, es ist okay so. Abhaken, weitermachen. Eine Nacht mit ausreichend Schlaf würde dabei helfen, denke ich 🙂

Was überraschenderweise völlig unkompliziert gelöst ist, ist das Thema Essen/Gewicht. Die absolut nervigen Magersuchts-Gedanken sind verschwunden, ich sehe mich wieder „realitätsgetreu“ (und nicht mehr verzerrt), wenn ich in den Spiegel sehe. Was jetzt ansteht: Nicht weiter abnehmen. Momentan ist das eher problematisch, weil der Alltag sehr ansrengend ist und ich nach wie vor nur kleinere Mengen essen kann. Ich arbeite nun daran, immer was essbares in greifbarer Nähe zu haben und achte darauf, dass ich eher kalorienhaltigere Sachen zu mir nehme. Klappt hoffentlich, denn noch weiter soll die Zahl auf der Waage nicht sinken; es wäre zwar gesundheitlich sicher noch einige Zeit okay, aber ich finde den Ist-Zustand gut und weiß, dass ich mich im Bereich 50-55 Kilo einfach nicht schön finden würde.

Natürlich gibt es nach wie vor ungelöste Themen, Dinge, die mich beschäftigen; Dinge, die in den Bereich „psychisch nicht allzu gesund“ fallen. Aber ich komme überraschend gut zurecht. Alltag mit den Kindern ist absolut kein Problem mehr (vor ein paar Wochen gab es mal eine Zeit, in der ich körperlich einfach zu fast nichts mehr zu gebrauchen war). Ich möchte noch etwas entspannter werden. Die Wutanfälle der Großen bringen mich mitunter echt stark an meine Grenzen, weil wir beide einfach wahnsinnig dickköpfig sind und uns in vielen Dingen extrem ähnlich sind – was nicht immer ein Segen ist…

Mit Babysohn ist es dafür momentan super-entspannt. Er macht meistens sein Ding und ist fast immer zufrieden dabei, und wenn nicht, lässt er sich fast immer gut beruhigen und ist nicht sonderlich pflegeintensiv. Manchmal geht er deshalb leider etwas unter, weil die Große doch gerade eher fordernd ist (was auch daran liegt, das sie gerade mal wieder den Mittagsschlaf abschafft und mittags dann 1-3 Stunden eeeecht müde und unausstehlich ist 😉 ).