Transfer 3…

und Zyklus 5.

Heute wurde ein 4-Zeller an Tag 2 transferiert. Ich würde gerne schreiben, dass wir total hoffnungsvoll und freudestrahlend sind, aber langsam schleicht sich einfach eine gewisse Müdigkeit ein… Vor über einem halben Jahr hatten wir den ersten Termin im Kinderwunschzentrum und die ersehnte Schwangerschaft lässt auf sich warten. Wäre an sich kein großartiges Drama, wäre da nicht jedes Mal die Strecke Leipzig-Berlin, die zurückzulegen ist. Entweder allein für meine Frau (Ultraschall) oder für uns alle (Transfer).

„Uns alle“ heißt in diesem Fall wir beide, unsere beiden Kinder plus meine Freundin und deren kleinstes Kind, das genau eine Woche älter als unser Babysohn ist. Und um Kosten zu sparen jeweils mit Quer-Durchs-Land-Ticket, was bedeutet, dass wir 2,5 Stunden pro Strecke mit der Bahn unterwegs sind. Es ist irgendwo einfach zermürbend…

Und finanziell ist es natürlich auch umso schwieriger, je länger es dauert. Pro Zyklus sind es Arztkosten von um die 450 Euro; dazu dann Anreise (ca. 100 Euro pro Zyklus). Nicht mit eingerechnet, dass die IVF schon verdammt viel an Geld verschlungen hat, meine Frau jeden Kryo-Zyklus Medikamente im Wert von ca. 100 Euro braucht… Es schlaucht. Es tut weh. Es macht wütend, verzweifelt. Nur, um dann wieder weh zu tun. Und dass das dritte Kind ja von Grund auf eher mein Wunsch war, macht die Sache für mich persönlich nicht leichter; auch, wenn meine Frau mir sagt, dass sie dieses Kind ja auch möchte. Es ist und bleibt halt eher mein (starker) Wunsch.

Parallel dazu kommt der Gedanke, dass es mit jeweils einem Embryo an Tag 2 transferiert eben auch mal dauern kann. Und es mit dem Gedanken im Hinterkopf für mich schwierig ist, wirklich, wirklich große Hoffnungen in jeden einzelnen Versuch zu stecken. Andererseits – Zwillinge wollen wir definitiv nicht riskieren. 2 Embryonen transferieren kommt also aktuell nicht in Frage. (Single-)Blastotransfer wollen wir aber auch nicht, weil wir darin keinen großartigen Vorteil für uns sehen – und wir haben eh „nur“ noch 6 Embryonen. Irgendwie sagt mein Bauchgefühl, dass wir erstmal wie geplant weitermachen sollten (je einen Embryo an Tag 2 transferieren).

Lange Schreibpause

Und das, obwohl es so viel zu schreiben gibt.

Wir haben uns tatsächlich innerhalb der letzten 4 Wochen entschieden, so planmäßig etwa Mitte 2017 alle neun (4 Erwachsene, 5 Kinder – ok, und plus 2 Katzen) in eine große, große Wohnung zu ziehen. Weil die Situation mit 2 Wohnungen, einmal im Westen und einmal im Südosten Leipzigs, einfach schwierig ist. Also angefangen zu suchen und genau eine(!) Wohnung gefunden, die von den Eckdaten her gepasst hat. Haben natürlich mehrere besichtigt… Aber die eine war’s dann. Und letztes Wochenende haben  wir dann den Mietvertrag unterzeichnet… 😀

Wir werden also ab Februar auf 190 Quadratmetern leben. Verteilt auf 6 “normale“ Zimmer plus eine 40 qm große Wohnküche, ein über 11 Meter langer und 3 Meter breiter Flur… Und Hochenenen sind auch schon in ein paar Räumen. Ja, die Wohnung ist großartig 🙂 Und war ein echter Glücksgriff. Ich bin einfach nur glücklich darüber, dass wir dann endlich ankommen können. Es endlich ein DAS IST UNSER ZUHAUSE gibt. Das Gefühl hatte ich zuletzt in unserer alten Wohnung und da waren wir ja nun mit dem drumherum nicht sonderlich glücklich.

Die Mauer

Es waren nun insgesamt 1,5 Monate. 1,5 Monate, in denen ich mich zurückgezogen habe. Bestimmte Gefühle nicht wirklich zugelassen habe. Eine Mauer um die Dinge gezogen habe, die mich verletzlich gemacht haben. Einen Menschen massiv auf Abstand geschoben habe.

Ob es so besser war? Nun, irgendwie ja und nein. Ich denke, anders wäre ich lange nicht so stabil und belastbar gewesen in den letzten Wochen. Andererseits hat es mir nicht allzu gut getan; und etliches ist nun – mal wieder – anders. Verwirrend für die Menschen um mich herum, verwirrend für mich.

Es liegt noch ein gutes Stück Weg vor mir, bis es wieder normal ist. Aber Aufgeben ist keine Option, schon lange nicht mehr…

Einsam.

In letzter Zeit gibt es oft Momente, in denen ich mich einsam fühle. Überraschenderweise – bei 2 Menschen, mit denen ich eine Beziehung führe und mit den Kindern und Uni (Vollzeitstudium… uffz) und überhaupt würde man ja etwas anderes erwarten. Ich habe eine vage Vorstellung davon, woher das Gefühl der Einsamkeit kommt; leider aber absolut keine Ahnung, was ich dagegen tun soll. Wie ich es auflöse…