IVF – der Ablauf 1.

So… Nach aufregenden (grob) 36 Stunden ist es wohl an der Zeit, ausführlicher zu berichten.

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war recht kurz, aber ich hab erstaunlich gut geschlafen. Wir sind um zehn vor sieben aufgestanden und haben uns dann auf den Weg in die KiWu-Klinik gemacht. Dort waren wir natürlich dann viel zu früh, auch, weil wir am Donnerstag mittags noch einen Anruf von der Klinik bekommen hatten. Natürlich waren wir nicht da, und die Klinik hat auch nicht auf den Anrufbeantworter gesprochen! Um alle Eventualitäten zu umgehen, waren wir dann eben dementsprechend früh in der Klinik. Hätte ja auch sein können, dass wir noch was von zu Hause gebraucht hätten. Donnerstag haben wir nach acht natürlich keinen mehr in der Klinik erreicht – gut, da ist auch unser Telefon schuld. Es hat irgendwie nicht geblinkt (das tut es normalerweise, wenn jemand angerufen hat).

Auf jeden Fall waren wir dann zu früh, was aber überhaupt nichts gemacht hat. Wir mussten noch einige Unterlagen ausfüllen und durchlesen, und ansonsten war es auch lustig, die anderen Paare zu beobachten. Aufgefallen ist mir dabei, dass wir wohl die jüngsten dort waren. Die meisten anderen Paare waren um die 30, und ein Paar, das dort war, war echt gruselig: Die Frau war geschätzt 45-50 Jahre alt und der Mann sah (ungelogen!) aus wie 60 – komplett ergraut und mit vielen Falten.

Schließlich hatten wir das Narkose-Vorgespräch bei einer sehr, sehr netten Anästhesistin und wurden dann in den OP-Bereich gebracht (und wir durften so absolut sexy blaue Überzieher über die Schuhe machen). Dort bekamen wir eine kleine, aber wirklich unglaublich gemütliche „Kabine“, in der ein hoher Spind, ein schmales Bett mit bunter Bettwäsche (für meine Frau), ein Stuhl (für mich) und ein Mini-Ikea-Lack-Regal waren. Wir waren leider das 4. (von vier) Paaren, bei denen ebenfalls eine Punktion anstand, also mussten wir insgesamt etwas über eine Stunde warten. In der Zeit kam ab und zu die „Schwester B.“ (ich schreib den Namen hier nicht aus – aber der Name ist sowas von genial 😀 ) vorbei, um ein bisschen mit uns zu reden – und uns vermutlich dadurch zu beruhigen. Hat nicht sonderlich geklappt, denn aufgeregt waren wir seltsamerweise irgendwie nur ganz wenig.

Aber zurück zum Thema, wir konnten ja so einiges in der Stunde beobachten:

Besonders lustig war, dass erst immer die Frauen abgeholt wurden – und kurz darauf wurden dann die Männer nach unten geschickt, damit sie ihren Teil beitragen konnten 😉 Schon da war ich froh, kein Mann zu sein. Unter so einem Druck hätte ICH wahrscheinlich nichts zustande gebracht.

Letztendlich wurde meine Frau dann gegen 10 geholt und ich musste warten. In der Zeit ging ich aus dem OP-Bereich raus und machte mir einen Kaffee. Nachdem ich den ausgetrunken hatte, ging ich kurz auf die Toilette (ihr wolltet ja die lange Fassung! 😉 ) und dann wieder zurück in den OP-Bereich. Dort angekommen waren insgesamt gerade einmal 10 Minuten vergangen, seit meine Frau abgeholt wurde. Also wartete ich noch ein wenig, und schließlich, nach insgesamt 24 Minuten, hatte ich meine Frau wieder. Sie war noch komplett benebelt von der Narkose (sorry, Schatz… Aber ich muss mich ja an die Wahrheit halten!) und ich musste ihr auf manche Fragen 3 Mal antworten. Am interessantesten war wohl die Frage, wie lange sie weg war, da „lange weg = viele Eizellen punktiert“. Gut, auf jeden Fall durfte meine Frau eine halbe Stunde danach dann endlich nach etwa 8 Stunden wieder etwas trinken und hat dazu ein paar Kekse bekommen.

Nach etwa einer Stunde war meine Frau wieder fit und wir wurden dazu aufgefordert, im Wartezimmer auf unseren Nachbesprechungs-Termin bei unserer Ärztin zu warten. Schade – meine Frau hatte es sich richtig bequem gemacht, und den Stuhl, auf dem ich sitzen durfte, fand ich auch super-bequem 😉

Im Wartezimmer mussten wir dann leider auch nochmal 1,5 Stunden warten – wir waren ja die vierten… Außerdem gab es zwischen dem 1. und dem 2. Paar Verzögerungen, sodass zwischen den beiden Terminen nochmal gut einen halbe Stunde verging.

Die Nachbesprechung war bei uns dann recht knapp. Es waren sagenhafte 18 Eizellen – da gibts ja nicht viel dazu zu sagen 😉 . Außerdem hatten wir im Vorfeld ja schon die meisten Dinge mit der Ärztin zusammen entschieden (Kryokonservierung ab 2 Eizellen, Assisted Hatching nur bei Bedarf, bei gutem Spermiogramm eher IVF statt ICSI), sodass im Prinzip nicht viel blieb. Die Ärztin zeigte uns die Werte des Spermiogramms noch, gab die Empfehlung der Biologin weiter (IVF möglich, aber evtl. 5 Eizellen zur Sicherheit per ICSI befruchten), wir entschieden uns gegen ICSI – und das wars im Prinzip. Wir entschieden uns dann noch für den Tag des Transfers (PU+3 statt Blastotransfer an PU+5) und verabschiedeten uns  schließlich von der Ärztin. Am nächsten Tag sollten wir dann morgens („eventuell sogar schon um 8“ – laut Ärztin) einen Anruf der Biologin bekommen, um zu erfahren, wie viele Eizellen befruchtet wurden.

Geschlafen habe ich zumindest eher schlecht, da ich wirklich, wirklich nervös war – die ganze Zeit hämmerte die Frage in meinem Kopf: Und was, wenn sich keine Eizellen befruchten lassen? Oder nur sehr wenig? Es waren ja nur 0,35 ml Samen nach Aufbereitung – wie bitteschön sollte das auf 18 Eizellen aufgeteilt werden?

Heute – also am Morgen nach der Punktion – standen wir dann dementsprechend früh auf, um ja den Anruf nicht völlig verschlafen entgegennehmen zu müssen. Aber die Biologin ließ und bis ca. 9:15 Uhr warten – allerdings mit einem super Ergebnis: 13 der 18 Eizellen hatten sich befruchten lassen! Sie versicherte sich nochmal, dass 11 davon kryokonserviert werden sollten und teilte uns mit, dass nun 2 weiterentwickelt werden – diese würden wir dann am Montag zurück bekommen.

So – den Rest darf meine Frau dann berichten. Ich verrate nur kurz: Nach dem Anruf sind wir ja frühstücken gewesen und als wir heimkamen, war ein entgangener Anruf auf dem Telefon zu sehen – keine Nachricht auf dem Anrufbeantworter, und es war offensichtlich das Labor…

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