Rechnungen…

Gestern haben wir die Rechnung(en) von der KiWu-Klinik erhalten. Ehrlich gesagt war ich auf den ersten Blick mächtig geschockt – so eine hohe Rechnung hatten wir nicht erwartet. Bei genauerem Hinsehen hat es sich allerdings aufgeklärt: Die Klinik hat wohl fast 250 Euro zu viel berechnet. Uns wurde bei einer unserer 18 Eizellen Befruchtung per ICSI berechnet, obwohl wir eine komplette IVF wollten. Ob es nur ein Abrechnungsfehler ist oder tatsächlich so gemacht wurde, klärt sich leider erst bei unserem nächsten Termin. Zum Glück hatte ich am Punktions-Tag genau beobachtet, wie die Ärztin irgendwas in die Richtung „IVF mit allen Eizellen“ in unsere Akte geschrieben hat. Die Rechnung ist sonst ok, auch wenn es mich ein wenig traurig stimmt, dass wir alles selbst zahlen müssen. Und, dass die Klinik den 1. Ultraschall privat abgerechnet hat – da hat die Ärztin eigentlich nur nachgeschaut, ob die Zyste weg war. Hätten wir keine IVF in dem Zyklus gemacht, hätten wir den Ultraschall nicht selbst zahlen müssen. Theoretisch hätte man, sofern man gewollt hätte, trotzdem über Krankenkasse abrechnen können… Ansonsten war die Rechnung eher zu unserem Gunsten, da ab und zu mal ein kleinerer Betrag weniger abgerechnet wurde, als in dem Kostenbeispiel, das wir zuvor erhalten hatten.

Was wir bei einer erneuten Behandlung anders machen würden, weiß ich mittlerweile auch. Vermutlich würden wir auf die Vollnarkose bei der Punktion verzichten. Die Narkose allein hat ca. 190 Euro gekostet; für 10-15 Minuten. Aus Erzählungen und Forenbeiträgen von anderen Frauen weiß ich, dass es nicht unbedingt eine Vollnarkose sein muss – leichter Dämmerschlaf mit einem Beruhigungsmittel oder so reicht völlig aus für die Punktion. Und schonender für den Körper ist es vermutlich auch, da meine Frau weder die Narkose bei der Punktion noch die, die sie bei der Bauchspiegelung hatte, sonderlich gut vertragen hat. Sie war praktisch den restlichen Tag schläfrig und fertig…

Die Rechnung für die Einlagerung haben wir auch erhalten. Alles in allem werden nun – wenn die Extrakosten für ICSI nicht dabei sind, denn das werden wir nicht zahlen – etwa  2540 Euro unser Konto verlassen. Die Narkose haben wir schon vorher gezahlt, da diese eine externe Ärztin durchgeführt hat. Mit allen Medikamenten und allem drum und dran hat der Versuch also 3000 Euro gekostet – recht human, wie ich finde. Vor allem, wenn ich lese, dass manche Paare rund 2000 Euro Eigenanteil zahlen – wohlgemerkt mit besserem Abrechnungssatz (über die KK wird in der Regel viel günstiger abgerechnet als bei Selbstzahlern); und insgesamt sind das ja nur 50 Prozent der Kosten, da die Krankenkasse die Hälfte zahlt.

Bei unserer Klinik könnten wir eine IVF kaum günstiger haben – wir haben ja nur die absoluten „Basis“-Untersuchungen gehabt, absolut nichts, was unnötig wäre, außer eventuell der ein oder andere Blutwert. Falls nochmal ein Versuch nötig ist, würden wir aber eventuell vorher über den Steigerungssatz verhandeln wollen.

Ansonsten haben wir heute beim Hausarzt erfahren, dass meine Frau tatsächlich einen Vitamin-D-Mangel hat. Wird nun mit Tabletten ausgeglichen – das 4. Medikament, das meine Frau nun täglich nehmen muss. Insgesamt nun also 6 Tabletten. Jetzt sind wir umso mehr gespannt auf die Schilddrüsen-Werte und das Ergebnis des Insulinresistenz-Tests. Was da wohl noch so auf uns wartet… Hoffentlich hilft das alles, und es klappt diesen Zyklus. Teuer genug wird er, mit Blasto-Transfer und Assisted Hatching. Bebilein, wir tun so viel, damit du es gemütlich hast, also bitte bleib dieses Mal bei uns… Meine Frau trinkt sogar den absolut gehassten Grapefruitsaft, weil es eventuell-möglicherweise-vielleicht gut für den Schleimhaut-Aufbau ist 😉

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1. Termin Kryo-Zyklus

So, heute war dann also der 1. Termin. Soweit passt alles, wir können starten, und haben auch die erwünschten Untersuchungen bekommen. Heute wurde dann spontan noch ein Insulinresistenztest gemacht, ebenso wurden die Schilddrüsen-Werte abgenommen. Die Ergebnisse erfahren wir voraussichtlich beim nächten Termin am 11.9. – Mittwoch. Abends waren wir dann noch bei einem anderen Arzt und haben dort den Vitamin-D-Wert, der eigentlich kein Vitamin sondern ein Hormon ist, bestimmen lassen. Die Diagnostik ist somit erstmal abgeschlossen, fürs erste.

Ernährungsumstellung und Bewegung läuft so lala. Das mit der Bewegung kriegen wir grad echt gut hin, heute sind wir bestimmt insgesamt 3 oder 4 Stunden nur am rumlaufen gewesen. Ernährungsumstellung wird wohl etwas langsamer und schleppender laufen. Erstens ist da das Problem, dass ich am Wochenende echt keine Energie und Kraft hatte, zu kochen. Und jeder, der in Deutschland wohnt, kennt ja das Problem von „Fertiggerichten“: Viel Fett, viele seltsame Zusatzstoffe, wenig gesund. Zweitens ist das Problem, dass wir in der Arbeit ja mit unseren Kollegen Essen gehen. Auswahl da: Italiener (Pizza oder Pasta) oder Asia-Imbiss (=Gemüse in recht fettiger Sauce mit weißem Reis). Hmpf. Und da die meisten anderen recht spät zur Arbeit kommen, gehen wir frühestens um 3, meistens eher um halb vier oder vier zum Essen. Das bedeutet wieder, dass wir nach dem Frühstück (ca. 9 Uhr) meist schon gegen 2 Uhr knurrende Mägen haben und dann noch Joghurt oder sonstwas essen. Zudem sind wir ja beide Vegetarier, was die Auswahl beim Essen gehen zusätzlich einschränkt. Mal sehen, wie wir das Problem lösen… Ab morgen finde ich dann hoffentlich wieder die Energie bzw. Lust, wenigstens zu Hause entsprechend gesund zu kochen.

Meine Frau hat übrigens seit Beginn der Stimulation recht stabil 1,5 Kilo abgenommen. Aber das geht bei ihr auch immer recht schnell, sobald sie auf Süßkram verzichtet – und seit der 1. Stimulations-Spritze war die Lust auf Süßes komplett wie weggeblasen.

Außerdem haben wir eine Lösung, die männlichen Hormone zu normalisieren. Helfen wird dagegen – hoffentlich – niedrig dosiertes Cortison.

Mittlerweile haben wir uns auch entschieden, wie wir vorgehen werden. Diesen Kryo-Zyklus machen wir mit „Tag 3“-Transfer; am liebsten abends. Morgens war es das letzte Mal arg stressig, weil direkt danach Punktionen anstanden (die man ja zeitlich nicht verschieben kann, zwecks 36 Stunden zuvor verabreichter Auslösespritze). Zudem werden wir auf Assisted Hatching verzichten, da der wissenschaftliche Nutzen wohl nicht so ganz erwiesen ist. Den 2. und vor der Pause auch letzten Kryo-Zyklus werden wir mit Blastotransfer und MIT Assisted Hatching machen. Sozusagen „alles nochmal drauf, was geht“ 😉 Und – vorbeugend – werden wir im 2. Kryo-Zyklus wohl zusätzliche Medikamente nehmen, dazu aber dann mehr…

Es geht weiter!

So. Nach dem negativen Ergebnis gestern haben wir uns wieder etwas gefangen. Gestern haben wir viel geweint, uns einfach etwas gehen lassen und getrauert, dass die beiden Super-Embryonen nicht bei uns bleiben wollten. Heute sieht die Welt schon besser aus und wir haben auch einen Plan, wie es weitergehen soll.

Der Kurzzeit-Plan ist jetzt erstmal einen Zyklus mit zwei unserer Eisbärchen zu starten. Am Montag haben wir den Termin beim Arzt (unsere Ärztin ist leider im Urlaub) und können hoffentlich starten. Parallel werden wir einen Insulinresistenztest machen, und hoffen, von der Klinik das ok dafür zu bekommen. Dies dient der Abklärung des PCO; außerdem kann es sein, dass meine Frau dann – wenn der Test eine Insulinresistenz feststellt – ein Medikament bekommt, das dagegen hilft. Da gibt es auch einen Zusammenhang mit dem Schwanger-werden, aber das ist jetzt zu viel zu erklären und so richtig verstanden habe ich es selbst noch nicht. Zusätzlich werden wir die Schilddrüse meiner Frau nochmal untersuchen lassen – die Werte sind fast ein Jahr alt und waren da nicht 100 Prozent ideal. Und da es unter Stimulation häufiger mal zu steigenden TSH-Werten kommt, möchten wir das noch untersuchen, bevor wir den Transfer machen.

Parallel werden wir versuchen, unsere Ernährung etwas umzustellen und Sport zu treiben/für mehr Bewegung zu sorgen. Nach Nachdenken ist uns aufgefallen, dass die PCO-Problematik erst so richtig schlimm wurde, nachdem meine Frau im Winter die letzten 3 Kilogramm zugenommen hat. Zwar ist sie jetzt nicht wahnsinnig übergewichtig, aber 5 Kilo weniger schaden auch nicht 😉 Ich werde natürlich auch mitmachen, damit mein BMI wieder bei „Normalgewicht“ ankommt. Konkret bedeutet das: Weniger Zucker und Kohlenhydrate (beides hat mit PCO zu tun, schadet aber ja auch nicht etwas darauf zu verzichten) und zwei Mal pro Woche schwimmen gehen. Außerdem werden wir versuchen, mindestens ein Mal täglich irgendwo einen längeren „Fußweg“ einzuplanen. Also eine Stunde spazieren gehen oder so 😉

In der Kinderwunschklinik werden wir zudem noch ansprechen, ob es eine Möglichkeit gibt, die erhöhten männlichen Hormone etwas zu „drücken“. Anscheinend kann da Metformin helfen (eigentlich für Diabetes zugelassen, nehmen aber viele PCO-Patienten); oder auch niedrig dosiertes Cortison. Vielleicht können wir das auch bekommen, bis sich der Hormonspiegel durch Gewichtsabnahme hoffentlich wieder von selbst normalisiert.

Der Kurzzeitplan ist jetzt erstmal, noch 2 Kryo-Zyklen zu machen; danach eine Pause (sonst würde der Entbindungstermin mitten in den Umzug fallen – ganz schlecht) und ein wenig zusätzliche Diagnostik; langfristig dann die restlichen Kryo-Zyklen (je nach Auftau-Rate dann vermutlich noch 1-3 Zyklen). Wenn es dann noch nicht geklappt hat, werden wir das Blut meiner Frau zu Reichel-Fentz schicken lassen (und hoffentlich auch eine Überweisung dafür bekommen – aber wenn es bis dahin bei einer 23-Jährigen Frau noch nicht geklappt hat, ist das ja schon sehr seltsam!). Dort werden alle möglichen Untersuchungen gemacht, die „Probleme“ beim schwanger-werden aufdecken sollen. Und dann – mit den Ergebnissen – wird noch eine IVF gemacht; dann aber vermutlich in einer anderen Klinik. Aber soweit, so hoffen wir, wird es hoffentlich nicht kommen. Mir persönlich ist so ein „Langzeit-Plan“ einfach wichtig, um nach vorne blicken zu können und nicht in ein Loch zu fallen, wenn ein Zyklus negativ endet.

Und: Entschuldigt, dass ich die Kommentar-Funktion beim letzten Artikel ausgeschaltet habe. Aber Kommentare wie „es klappt bestimmt beim nächsten Mal!“ oder „Das tut mir leid“ hätten uns gestern vermutlich noch viel trauriger gestimmt und dafür gesorgt, dass wir den negativen Versuch nicht so schnell abhaken können/konnten. Ab jetzt dürft ihr auch gern wieder kommentieren, und es war auch überhaupt nicht böse gemeint 😉

Vielleicht habe ich später auch noch Lust darüber zu schreiben, weshalb ich mich in den letzten Tagen nicht gemeldet habe auf eure Kommentare. Nur kurz: Wir hatten am Mittwoch dann einen fast wieder negativen Test; Donnerstag war er dann leicht stärker… Ich war nur noch am heulen, weil ich zerrissen war zwischen „es hat geklappt, da ist ja was“ und „warum ist der Strich nicht deutlicher“ – ich glaube, Mutmaßungen von „außen“ hätten mich da nur noch mehr verwirrt. Trotzdem bin ich dankbar für jeden, der so mit uns mitfiebert und uns so die Daumen gedrückt hat! 😀 Ab jetzt nehmen wir auch wieder gedrückte Daumen an, und gehen fest davon aus, dass der Langzeit-Plan hoffentlich nie nie nie umgesetzt werden muss.