Aufräum- und Gedankenpause

Sitze nun seit über einer Stunde dran, die Wohnung (alleine, ohne Kinder! Hurray!) aufzuräumen, da am Dienstag das Schwiegermonsterchen anrückt (so schlimm ist sie nicht… 😉 ).

Tut gut. Echt jetzt. Die letzten 2 Wochen waren so, so, so intensiv. Wahnsinnig intensiv. Und auch, wenn es kacke ist – allein das alltägliche Leben, das hier aktuell so läuft, triggert gerade so extrem viele Dinge, die ich lange vergessen habe. Lange vergessen wollte… Stichwort Vertrauen (in die Gefühle und Worte anderer Menschen, um genau zu sein), Stichwort Selbstwertgefühl. Ist ein schwieriges Thema und da braucht es sicherlich noch etliche Gespräche, etliche Stunden Nachdenken und Zeit. Vor allem Zeit. Vertrauen ist für mich ein enorm schwieriges Thema und es belastet mich, dass ich nicht einfach Stop sagen kann und meinen Kopf ausschalten kann. Es belastet mich, dass ich viele, viele Zweifel in meinem Kopf habe… Dass ich häufig dasitze und denke: Es ist gerade gefühlsmäßig so perfekt, was wird da noch passieren? Das kann doch nicht Realität sein…

Im Endeffekt ist es Arbeit an mir selbst. Ich muss diese Dinge für mich klären. Muss vertrauen. Muss daran arbeiten, zu erkennen, wie viel ich anderen Menschen bedeute. Und vor allem daran arbeiten, das auch zu glauben, nachvollziehen zu können. Großes Problem…

Anderes Thema: Es ist echt unglaublich krass faszinierend, dass ich rein zufällig(!) einen Menschen getroffen habe, der mich so dermaßen versteht. So viel von dem, was ich denke, was ich fühle, teilt. Fast schon gruselig. Und in vielen, vielen Dingen sowas von schön. Es ist einfach das Gefühl: Hey, da ist jemand, der mich mit meiner verqueren Denkweise, mit meinen abstrusen Gedanken, mit meinen merkwürdigen Gefühlen versteht. Und das ist schön, das gibt mir das Gefühl, wahnsinnig gut aufgehoben zu sein. Vielleicht hilft mir das ja auch bei den Problemen, die ich anfangs geschildert habe… 😉

Erster Urlaub und erster Besuch: geplant

So langsam beginnen meine Gedanken bei „Und was kommt nach der Geburt?“ anzukommen. Ende Juli wird die zukünftige Oma hier auftauchen und ein paar Tage bleiben. Das ist dann mind. 5 Wochen nach Entbindung. Ich habe die Entscheidung meiner Frau überlassen, ob sie „so früh“ schon Familienbesuch möchte – ich hätte eher abgelehnt. Aber naja, meine Frau hat sich dafür entschieden. Also wird der erste Besuch – außerhalb der Nachsorgehebamme – hier 5-10 Wochen nach Entbindung auftauchen, je nachdem, wann die Kleine ihren großen Auftritt hat. Im September kommt dann noch mehr Verwandtschaft (nochmal die Oma, die allerdings zusammen mit Opa und Uroma kommt). Puh, ehrlich gesagt ist mir nicht so wohl bei dem Gedanken. Irgendwie sind wir in meiner Vorstellung nach der Geburt einfach nur zu dritt (plus die beiden Stubentigerchen) und liegen im Bett und kuscheln und… Weiter reicht meine Vorstellungskraft noch nicht. Das ist einfach alles noch so wahnsinnig fern und es macht mich etwas nervös, dass nun doch schon so viel verplant ist. Seltsamerweise ist das Gefühl nur im Bezug auf die Familienbesuche da…

Ende September würden wir dann gerne in den 1. Familienurlaub starten. Natürlich vorausgesetzt, meine Frau ist wieder fit und es passt alles. Als Ziel würden wir uns einen „Strandurlaub“ aussuchen – viel Natur, viel Meer, viel Ruhe. Vermutlich irgendwo an der Ostsee (Vorteil: kurzer Reiseweg; Nachteil: nicht ganz so viele Angebote) oder Nordsee – oder außerhalb von Deutschland (Dänemark, Niederlande). Ich weiß nur noch nicht, ob mir bei allem außerhalb der Ostsee der Weg nicht zu weit wäre, denn mit dem Zug ist man da dann schon mindestens 6, eher 7 oder 8 Stunden unterwegs. Solche Zeitspannen sind schon für uns bei Reisen nicht angenehm, und wenn dann noch ein unzufriedener Säugling dazukommt, ich weiß ja nicht. Aber gefühlsmäßig zieht es mich schon eher weiter weg. Nach Holland. Hm. Vermutlich deshalb, weil unser Urlaub dort so schön war. Und ich mich in den Strand in Zandvoort verliebt habe 😉 Und dann bleibt noch die Frage: Wie lange? Alles bis zu einer Woche ist glaub ich eher Stress als Erholung, und 2 Wochen sind fast schon wieder zu teuer, wenn wir pro Nacht etwa 50 Euro für die Unterkunft zahlen. Ideal wäre es wohl, wenn wir eine günstige Unterkunft finden würden, dann würden wir 2 Wochen bleiben. 

Ganz, ganz alternativ zu den schon genannten Urlaubsorten stand dann noch eine Last-Minute-Buchung für was Wärmeres zur Debatte – Spanien vielleicht? – aber hm… Ich denke, das ist uns dann doch zu teuer und zu aufwändig. Und zu touristisch (voll). Wobei das vermutlich Ende September doch wieder ganz anders aussieht. Aber ich denke, so einen Urlaub behalten wir uns dann für nächsten Sommer (Mai vielleicht?) im Hinterkopf. Mal sehen… Welche Erfahrungen habt ihr so, was Urlaub mit Kleinstkindern betrifft? 

Meine Familie ist scheiße.

Sorry für die deutlichen Worte – ich hoffe, es fühlt sich niemand angegriffen aufgrund der harten Worte.

Ich hatte ja nun insgesamt ca. 1 1/2 Wochen versucht, meinen Vater zu erreichen. Nach ca. einer Woche hatte ich dann schlicht und ergreifend keine Lust mehr und habe ihm dann auf seine Mailbox gesprochen, dass er Opa wird und wir im Juni ein Kind bekommen. Natürlich super-freundlich (wirklich!) und am Ende habe ich noch gesagt, dass ich mich sehr freuen würde, wenn er sich in den nächsten Tagen meldet. Das war vor etwa einer Woche. Danach habe ich noch ein paar Mal versucht anzurufen, aber nichts. Also habe ich – schlauerweise – meine Mutter auf ihn angesetzt, mal nachzuforschen, was da los ist. Die telefoniert in der Regel sowieso ein paar Mal pro Woche mit ihm, da sie sich ja jetzt scheiden lässt und sämtliche Versicherungen etc. bei meinem Vater abgeschlossen hat (für alle Neuleser eine kleine Zusammenfassung: Meine Eltern sind getrennt/geschieden, seit ich ca. ein Jahr bin, und meine Mutter hat recht bald darauf meinen Stiefvater geheiratet. Von diesem lässt sie sich nun scheiden).

Nun kam grauseliges zum Tageslicht! Mein Vater hat die Nachricht auf der Mailbox natürlich gehört, keine Frage. Ist ja sein Geschäfts-Handy, das wäre ja dämlich, da die Nachrichten nicht abzuhören. Aber das wirklich unmögliche kommt nun erst: Er hat meiner Mutter gegenüber zugegeben, dass er das absolut Sch**ße findet und deshalb nicht mit mir reden möchte. Achja, vorgeschoben wird natürlich wieder der (in seinen Augen absolut miserable) Zeitpunkt. Ebenso, wie den angeblichen Geldmangel, den wir ja wirklich zu haben scheinen. Zumindest müssten wir das, wenn es nach der Meinung unseres Umfelds ginge. Studenten können ja kein Geld haben. Ich frag mich bloß, wie wir in den letzten 3 Jahren zwei Japan-Reisen und die Kinderwunschbehandlung finanziert haben. Vermutlich haben wir uns das Geld eingebildet. Achja: Extra-Geld dafür haben wir übrigens nicht bekommen. Nur für die erste Japan-Reise, da haben die Eltern meiner Frau unsere einwöchigen Japan-Rail-Pässe bezahlt (freiwillig – wir hätten das Geld auch so gehabt, aber sie wollten es so. Also haben wir nicht nein gesagt!).

Zu guter letzt kam dann noch heraus, dass er mit seinem Anwalt gesprochen hat und nun fest davon ausgeht, mir im Masterstudium keinen Cent Unterhalt mehr zahlen zu müssen – da ich dann ja schon einen berufsqualifizierenden Bachelor-Abschluss habe. Die Behauptung ist zwar völliger Schwachsinn, und selbst wenn: Hallo? Schonmal was davon gehört, dass manche Eltern es TOLL finden, wenn ihre Kinder sich bilden? Und einen guten Abschluss machen? Aber nein. Hauptsache man kommt selbst möglichst billig aus der Sache raus und muss dem blöden Nachwuchs ja keinen Cent zu viel zahlen. Achja, und dass das vielleicht eine saublöde Idee von ihm ist, gerade jetzt, wo wir ein Kind erwarten – na, was interessiert ihn das denn. Sollen wir doch sehen, wo wir bleiben.

Ich sitze hier auf jeden Fall gerade mit Tränen der Wut und Tränen der Enttäuschung und weiß nicht, was ich machen soll. Ehrlich, ich bin einfach so unglaublich enttäuscht! Ich wusste ja, dass mein Teil der Familie scheiße reagieren wird, aber mit so etwas hatte ich echt nicht gerechnet. Und ehrlich gesagt erscheint mir Bafög nun nicht einmal mehr als schlechte Alternative.

Mann, ich bin echt so froh, dass die Eltern meiner Frau uns unterstützen. Die würden glatt noch meinen Unterhalt mit bezahlen, wenn es hart auf hart kommt. DAS stelle ich mir unter Eltern vor. Das was ich habe, ist doch nur blanker Hohn. Das verdient die Bezeichnung Eltern nicht, dafür ist „Erzeuger“ ja fast noch zu nett.

Zurück aus dem Urlaub

Wie aufmerksame Leser bestimmt bemerkt haben, war es hier die letzte Woche sehr ruhig 😉

Wir waren in der letzten Woche in München und einige Tage in einem Naherholungsgebiet in Bayern, das von Bergen umgeben ist, und etwa 100 Kilometer von München entfernt ist.

Die Zeit allein mit meiner Frau war wirklich total schön. In München waren wir dann bei ihren Eltern, und mir ging es zunehmend schlechter. Teilweise war es das Wetter, und ansonsten… So richtig weiß ich auch nicht, was mit mir los war. Mir wurde bewusst, dass wir nur den einen Versuch der künstlichen Befruchtung haben. Ich hab einfach eine wahnsinnige Angst, dass es nicht klappt und wir uns keinen Versuch mehr leisten können. Und ich finde es einfach so unglaublich ungerecht, alles selbst zahlen zu müssen – während die Krankenkassen für jeden anderen Mist Geld mit vollen Händen ausgeben.

Außerdem war es einfach anstrengend. So richtig mit der Art der Eltern meiner Frau komm ich nicht zurecht. Da durften wir uns von der Mutter meiner Frau dann vorschlagen lassen, dass wir uns doch nach dem Bachelor „einfach mal so“ bei Unternehmen bewerben sollen, „nur um mal zu sehen, was wir so bekommen könnten“. Schon fast seit Beginn des Studiums haben wir immer wieder gesagt, dass wir auf jeden Fall noch einen Master machen möchten. Und jetzt, wo ein Kind geplant ist, ja noch viel mehr – wie soll das sonst gehen? Sollen wir mit einem Neugeborenem Arbeiten gehen? Soll meine Frau sich am Ende mit kugelrundem Babybauch bewerben, „nur um mal zu sehen, was wir bekommen könnten“? Dabei hatte ich gerade bei den Eltern meiner Frau erwartet, dass sie uns unterstützen und das auch gut finden, wenn wir einen Master machen möchten. Und ganz ehrlich (und ja, da spricht auch die Faulheit): Warum zur Hölle soll ich mir die „Arbeit“ von Bewerbung und Vorstellungsgespräch machen, wenn ich eh nicht vorhabe, den Job anzunehmen?

Außerdem musste ich immer unglaublich aufpassen, was ich sage. Die Mutter meiner Frau weiß ja, dass wir ein Kind planen. Allerdings hat sie das von uns erfahren, und bisher offensichtlich ihrem Mann auch nicht erzählt (ja, das finde ich richtig schräg). Liegt wohl daran, dass sie ihm nicht zutraut, damit klarzukommen – er würde sich zu viele Gedanken machen und könnte dann wieder nicht schlafen. Ja, er ist ein grüblerischer Mensch, aber ist das eine Alternative? Mir graut es schon davor, wenn wir die Schwangerschaft verkünden, und er dann total überrumpelt ist. So richtig gefällt mir die Vorstellung nicht – aber das ist echt nicht mein Problem. Also musste ich jedes einzelne Mal, als wir zu viert unterwegs waren, höllisch aufpassen, dass ich nichts verriet. Und ja, das fiel mir irgendwie schwer. Das Baby-Thema ist in unserem Alltag einfach so präsent, dass ich immer mal wieder darüber nachdenke und dann eben mit meiner Frau auch direkt darüber rede – normalerweise. Außerdem musste ich mich zusammennehmen, um nicht zu enthusiastisch zu wirken, wenn es – irgendwie – um Kinder ging, oder niedliche Kinder auf der Straße waren, oder oder…

(Und eine kleine Anmerkung: Ja, der Vater meiner Frau mag grüblerisch sein, aber er ist wirklich ein lieber Mensch! Ich kann mir kaum vorstellen, dass er soo geschockt wäre und irgendwas dagegen hätte. Nur das übliche eben: Und wenn ihr das Studium dann nicht schafft, und wenn irgendwas schief geht, wenn was passiert, bla, bla. Das, was man sich – fast immer – anhören muss. Ja, vielleicht wär er auch nicht absolut begeistert, aber so, wie es jetzt ist, also dass er völlig ahnungslos ist, ist es auch nicht ideal.)

So wurde ich einfach immer deprimierter. Ich hasse es, mich verstellen zu müssen. Und ich rede gern über das Thema Kinder. Ich mag Kinder einfach, und wie lässt sich ein akuter Kinderwunsch in so einer Situation auch so komplett verbergen? Jedes Mal, wenn ich gesagt habe „Wenn wir mal Kinder haben“, war es wie ein Stich ins Herz. Einerseits die Grundängste, die immer da sind: Wird meine Liebste bei der 1. IVF oder den hoffentlich folgenden Kryos schwanger werden? Können wir uns mehr als eine Behandlung leisten, wenn die 1. nicht erfolgreich ist? Und andererseits ständig darauf zu achten, ja nicht zu viele Hinweise auf unseren Kinderwunsch zu geben… Und, was mir am meisten in Erinnerung geblieben ist: Die Mutter meiner Frau war total erschrocken, als wir gesagt haben, dass wir die Behandlungen selbst zahlen müssen. „Aber ihr seid doch beide Krankenversichert!“ – Aber mehr kam dann auch nicht. Kein Angebot, dass sie uns Geld leihen würden, irgendwie helfen würden… Obwohl sie das für so viele Dinge bisher angeboten haben. Insgesamt war es einfach so anstrengend und ich bin so froh, jetzt wieder allein mit meiner Frau zu sein.

Die liebe Familie

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass meine Mutter nach der Hochzeit mal wieder nur rumgemeckert hat. Wir hatten dann nochmal telefoniert – ich wollte noch unbedingt die Hochzeitsfotos, die ich mittlerweile auch bekommen habe – und sie fing natürlich wieder damit an, zu meckern: Wir hätten uns ja in der Zeit überhaupt garnicht gesehen, und mit den Eltern meiner Frau waren wir nicht gemeinsam Essen (die wollten das nicht, weil sie meine Eltern nicht sonderlich mögen – dabei sind die Eltern meiner Frau echt total umgängliche, liebe Menschen). Und sowieso, ich hab mich ja total unmöglich verhalten, weil ich beim Hochzeitsessen kein einziges Mal mit ihnen geredet habe (zwischen meiner Mutter und mir saß meine Frau und noch eine Freundin – hätte ich über den Tisch schreien sollen? Außerdem war sie ja seit Donnerstag schon da, wir haben am Samstag geheiratet… In der Zeit haben wir wirklich genug geredet. Zu viel für meinen Geschmack.

Achja, und mit meinem Vater hab ich auch kein Wort geredet. Der saß nämlich noch weiter weg (4 Leute zwischen ihm und mir, um genau zu sein). Und in der Mitte des Tischs war ja eine Grillplatte, vor der der Koch stand, dementsprechend laut war es auch generell (Jeder Nicht-Vegetarier kann sich ja in etwa ein Bild von der Lautstärke machen, wenn da für 9 Leute gleichzeitig Fleisch gebraten wird – in einem geschlossenen Raum, 20 cm von mir entfernt. Und für die Vegetarier: Tausend mal lauter als Tofu anbraten 😉 ). Und der typische Vorwurf kam auch wieder: Ich hätte sie ja eh nicht dabei haben wollen, mir gings ja nur ums Geld.

Auf jeden Fall konnte ich sie dann am Telefon überhaupt nicht beruhigen und sie wurde immer lauter und brüllte mich schließlich an. Meine Frau saß neben mir auf dem Sofa, wollte sich das ganze nicht länger anhören, nahm dann den Hörer und sagte zu meiner Mutter, dass es jetzt genug ist und sie jetzt auflegen wird.

Das hat sie dann auch getan 😀 (Hab ich heute schon erwähnt, dass ich meine Frau absolut genial finde und sie sooo toll ist?)

Das war Sonntag Abend (soweit ich mich erinnern kann). Wir hatten, bevor sie dann mit dem ganzen Streit anfing, eigentlich ausgemacht, dass sie mir am gleichen Abend noch die Bilder von der Hochzeit schickt. Ja, dass am gleichen Abend dann nichts kam, konnte ich ja noch nachvollziehen.

Als allerdings dann am Mittwoch(!) völlig wortlos ein Link in meinem Posteingang landete, unter dem die Bilder gespeichert waren, kam mir das doch etwas seltsam vor. Normalerweise ist meine Mutter nämlich entweder sauer – dann macht sie absolut nichts, hätte also auch die Bilder nicht geschickt – oder es ist wieder alles ok und sie möchte beim nächsten Telefonat noch eine „Entschuldigung“ – die sie von mir übrigens nie bekommt…

Das kam mir also reichlich seltsam vor. Außerdem hatte sie den Unterhalt trotzdem pünklich überwiesen, was sie im Streit eigentlich gern mal „vergisst“. Da mir diese beiden Sachen dann echt seltsam vorkamen, wollte ich dann nochmal wissen, ob alles in Ordnung ist – mein Opa ist recht krank und da gibt es immer die Gefahr, dass er ins Krankenhaus kommt oder sich sein Zustand verschlechtert. Also hab ich parallel versucht, meine Mutter und meine Oma zu erreichen. Eine Woche lang meldete sich weder meine Mutter, obwohl ich ihr auf den Anrufbeantworter gesprochen habe, noch meine Oma zurück (die sieht allerdings entgangene Anrufe nicht, hätte aber zu den Anrufzeiten eigentlich zu Hause sein müssen). Am Mittwoch habe ich dann nach fast einer Woche endlich meine Oma erreicht.

Zwischenzeitlich hatte ich mir schon die wildesten Geschichten ausgemalt, unter anderem dass meinen Großeltern was passiert ist und mir – mal wieder – niemand Bescheid sagt… Mir kam das alles einfach seltsam vor. Vor allem, weil ich meiner Mutter auf den Anrufbeantworter gesprochen habe, dass ich ihr von einer Krankheit erzählen muss, die ich habe. Auf sowas meldet man sich doch zurück, als normaler Mensch!

Also: Meine Oma erzählte dann am Telefon, dass meine Mutter wohl sauer ist, wie das an unserer Hochzeit alles gelaufen ist. Wir hätten uns ja überhaupt nicht gesehen (ich habe meiner Oma dann genau erzählt, wie oft wir uns gesehen haben und sie konnte auch nicht nachvollziehen, was meine Mutter da für ein Problem hat). Und ansonsten das übliche halt. Und deswegen hat sie anscheinend nicht auf meine Anrufe reagiert. Ich hab meiner Oma dann gesagt, dass sie meiner Mutter gerne ausrichten kann, dass ich ihr nicht weiter hinterherlaufen werde. Mal sehen, was daraus wird. Ich find das Verhalten meiner Mutter absolut kindisch(!) und das hat mich mal wieder davon überzeugt, den Kontakt mit ihr in Zukunft so gering wie möglich zu halten. Sowas brauch ich einfach nicht, wir haben echt andere Probleme als die Befindlichkeiten einer gelangweilten, dummen Frau, die irgendwie nur Streit sucht.

So. Ich hoffe, es war unterhaltsam (könnte man auch unter die Kategorie „Menschen gibt’s, die gibt’s ja garnicht“ einordnen). Ich brauch kein Mitleid oder so, ich hab mit dem Thema jetzt endgültig abgeschlossen. Versprochen 😉 Das ganze Drama hat mich nur noch darin bestätigt, den Kontakt nach der Hochzeit relativ abzubrechen. Meine Kinder sollen garantiert nicht so eine Oma haben. Stattdessen haben sie dann eben einmal tolle Großeltern und zwei tolle Uromas.

Hochzeitsbericht!

So, wie erwünscht erzähle ich heute mal, wie unsere Hochzeit war 😉

Begonnen hat der Tag damit, dass morgens eine gute Freundin vorbeikam. Sie wohnt etwas außerhalb von Berlin und hat sich trotzdem die Mühe gemacht, um 5 Uhr aufzustehen und zu packen und zu uns zu kommen. Da sie sich in unserer Abwesenheit um unsere Katzen und den Nachbarskater kümmern musste und deshalb hier wohnen wollte, brachte sie gefühlt auch ihren gesamten Hausstand mit 😀

Dann haben wir uns erstmal auf den Weg gemacht und sind frühstücken gegangen. Ich hab außer einem Saft nichts heruntergebracht (ich war auch schon recht nervös, auch wenn ich es natürlich geleugnet hab…).

Nach einem sehr entspannten Frühstück sind wir dann wieder nach Hause gegangen und haben uns fertig gemacht. Kleider angezogen, Haare geglättet… Sowas eben 😉

Kurz vor 11 haben wir uns dann auf den Weg zum Rathaus gemacht, wo wir uns mit unseren Gästen treffen wollten. Bis auf eine klitzekleine Verspätung kamen sogar alle pünktlich! Dann haben wir uns vor dem Trauzimmer eingefunden und mussten zu dritt (mit unserer Trauzeugin) alle Angaben bestätigen und letzte Vorbereitungen treffen (CD mit Songs, etc.). Danach wieder warten, bis wir schließlich ins Trauzimmer durften.

Die Trauung selbst lief total schön ab. Zwar sehr kurz (nicht mal 10 Minuten?), aber dafür wirklich schön. Ich hab’s mir natürlich nicht verkneifen können und hab kurz vor dem Ja-Wort zu heulen angefangen… Ich bin aber auch schon nah am Wasser gebaut. Dann durften wir selbst die Trauung beurkunden und ich durfte das erste Mal mit meinem neuen Namen unterschreiben! Sehr ungewohnt, aber daran muss ich mich jetzt gewöhnen. 😀 Diejenigen, die durch die Hochzeit einen neuen Nachnamen bekamen: Fiel euch das noch lange schwer? Ich muss eigentlich recht oft unterschreiben (bei EC-Kartenzahlung IMMER, ansonsten halt das übliche…) und kann mir vorstellen, dass das noch eine arge Umgewöhnung sein wird.

Aber zurück zu unserem großen Tag:

Nach der Trauung haben wir uns dann auf dem Weg ins Restaurant gemacht. So ganz standesgemäß… Mit dem Bus 😉 War einfach der direkteste Weg und Parkplätze hätte es in der Nähe des Restaurants auch überhaupt nicht gegeben. Davon abgesehen mögen wir beide Autofahren nicht so unbedingt…

Das Restaurant war – wie erwartet – mittelmäßig voll und es war echt angenehm. Ich saß zum Glück zwischen meiner Liebsten und deren Eltern (huch, nicht dass jemand noch auf die Idee kommt, wir hätten das am Vorabend beim Essen abgesprochen… NEIN, NEIN… *hust*). Es war auch überraschend harmonisch und wir hatten unseren Spaß dabei, alle beim Essen mit Stäbchen zu beobachten… Diskret natürlich, versteht sich ja von selbst! Das Essen selbst war einfach nur toll und ein absolutes Erlebnis. Als Nachspeise gab es dann Teppan-Eis… Yammi! Nach dem Essen verabschiedeten wir uns dann von allen, weil wir noch ein paar Sachen einkaufen mussten für London (es war ja Samstag, und Sonntag früh ging’s schon los). Zu Hause haben wir dann erstmal Geschenke ausgepackt und dann ruhten wir uns etwas aus.

Am späten Nachmittag holten uns dann die Eltern meiner Liebsten ab und wir gönnten uns noch was beim Starbucks… Danach war es auch schon Zeit für’s Musical, das zum Glück direkt um die Ecke war.

Das Musical selbst war wirklich toll. Aber ich will nicht zu viel verraten, falls es jemand noch sehen möchte. Die Darsteller waren wirklich alle sehr gut und das Publikum war auch angenehm. Lag vielleicht auch daran, dass wir recht teuere Plätze (in der 1. Reihe) hatten… Hab ich schon gesagt, dass die Sicht genial war? 😀

Danach wollten wir eigentlich noch was trinken gehen, aber haben dann festgestellt, dass wir am nächsten Tag schon um kurz nach 4 Uhr aufstehen mussten. Also haben wir uns direkt auf den Heimweg gemacht, noch die letzten Sachen gepackt und schließlich sind wir totmüde ins Bett gefallen.

Wir selbst sind absolut glücklich damit, wie der Tag gelaufen ist. Es hätte wirklich nicht besser sein können und entgegen unserer Erwartungen haben sich meine Eltern sogar sehr zurückgehalten.

Im Nachhinein haben wir nochmal von den Eltern meiner Liebsten erfahren, dass sie selbst den Tag wirklich sehr gelungen fanden und überraschend harmonisch. Meine Mutter musste im Nachhinein leider wieder meckern und beschwerte sich darüber, dass wir uns nach dem Musical nicht nochmal getroffen haben – Wir haben so schon nur 4 1/2 Stunden Schlaf bekommen… Ich hab sie relativ schnell abgewürgt (und ich wurde auch richtig sauer und laut am Telefon, weil ich das einfach total blöd von ihr fand!) aber sie „drohte“ noch damit, dass sie sich da auf jeden Fall noch mit mir darüber unterhalten möchte. Nunja, seitdem hab ich sie halt nichtmehr angerufen und werde das auch nicht mehr tun. Da ist sie selbst schuld, würde ich mal sagen.

Und naja… Ich hatte hier ja schon erwähnt, dass es von meinem Vater noch eine Aussteuer geben soll… Ich sag nur: Bis Ende 2013, ein nicht nur gerade so fünfstelliger Betrag (15.xxx) … Wir sind erstmal blass um die Nase geworden und jetzt sind die Kinderwunschbehandlungen wirklich kein Problem mehr 😉 Davon abgesehen gab es auch sonst einen überraschend hohen finanziellen Segen, aufgrund der vielen Verwandten mit schlechtem Gewissen, dass sie nicht kommen wollten. Immerhin: Jetzt hätten wir sogar das Geld für eine künstliche Befruchtung (IVF oder ICSI) zusammen. Erleichtert ungemein…

Von unseren Flitterwochen berichte ich dann vielleicht kommende Woche. Wir sind selbst noch nicht dazu gekommen, uns mal die Fotos anzuschauen. Die Uni ist einfach gerade Mega-stressig und es muss echt viel liegengebliebenes gemacht werden… Wir haben ja jetzt auch eine Woche verpasst und die möchte dann mal nachgearbeitet werden.

Wir werden gute Eltern weil…

wir unseren Kindern Vertrauen schenken werden.

Im Gegensatz zu meinen Eltern… Jetzt muss ich meinem Vater sogar beweisen, dass ich Studiengebühren zahlen muss. Weil „die Studiengebühren sind ja abgeschafft“. Ja, sind sie auch. Das hält unsere Uni aber nicht davon ab, fast 300 Euro pro Semester zu verlangen. Es wird dann halt Semesterbeitrag genannt, statt Studiengebühren. Zahlen müssen wir das aber ja trotzdem, egal wie es nun heißt.

Achja, ich habe übrigens noch NIE ungerechtfertigt Geld/Unterhalt/was auch immer gefordert. Nur mal so zur Info. Anscheinend bin ich aber trotzdem nicht vertrauenswürdig.

Edit:

Heute ist Zyklustag 22 und kein Eisprung in Sicht. Hm. Vielleicht können wir dann ja doch direkt nach dem Urlaub im März…? Es bleibt spannend 😀

Am Montag wird dann auch das Sperma versendet. Dann bleibt uns wirklich nichts anderes mehr übrig, als zu warten…