Die Frage nach der Privatsphäre…

Hab ich mir heute gestellt. Ich saß mit Kind, das gerade glücklicherweise nach einem 5-minütigen Brüllanfall (bei dem es untröstlich und absolut unzugänglich war, lange Vorgeschichte, tut nun aber nix zur Sache) etwas zur Ruhe kam, vor einem Lokal. Drinnen fand eine Veranstaltung statt, die wir (Tochter, Sohn und ich) gerade verlassen hatten (aufgrund des Brüllanfalls). Meine Frau war noch drin.

Eine andere Mutter kommt raus. Ebenfalls mit kleinem Kind. Ich bete, dass sie mich nun einfach bitte in Ruhe lässt (da großes Kind frisch nach einem Brüllanfall sehr leicht aus dem Konzept zu bringen ist, eine Ansprache von Fremden ist da also nicht gerade das, was ich favorisiere – außerdem heulte die Tochter immer noch ab und an ein wenig auf und ihre Stimmung war unberechenbar). Tja, ne, falsch gedacht. Hach, was für tolle Kinder. Ob es denn beide meine sind (ja). Wie sie denn heißen (Name Tochter, Name Sohn). Und wie der Altersabstand ist (15 Monate). Ob die beiden denn geplant waren (jaaa, ich bin mit einer Frau zusammen, die beiden Kinder waren absolut geplant). Nächste Frage zielte auf die Geburt ab (meine Frau hat beide geboren).

Und los ging’s. Erst ein Rumdrucksen. Mir sei das sicher zu privat und es ist ja auch nicht Thema der Veranstaltung… Aber wie die beiden entstanden sind? (Samenspende). Weiter rumdrucksen… Ich gehe nach drin, murmele etwas von: Ich hol meine Frau mal, wir wollen jetzt dann gehen… Sie begleitet mich nach drin und ich sage zu der Frau, die immer noch rumdruckst und wohl noch unbedingt eine Frage loswerden will: Ach, Fragen sind wir gewohnt, nur zu… Wie die beiden genau entstanden sind, da gäbe es ja ein befreundetes Paar, das hätte das ganz privat zu Hause tralala…. Ich dann: In der Klinik aus medzinischen Gründen. Verwirrtes Gesicht, „äh, ne, ich meinte nicht die Geburt“. Ich erkläre: Nein, die Geburt war nicht gemeint – Es war künstliche Befruchtung, in einer Kinderwunschklinik! … Und dann waren wir glücklicherweise drin und ich konnte mich abseilen.

Wie geht ihr (Regenbogenfamilien) mit solchen Dingen um? Normalerweise habe ich wenig dagegen, über die Entstehung unserer Kinder zu sprechen. Manchmal geht es mir aber einfach zu weit. In Situationen, in denen ich gerade andere Probleme habe (wenn ich mich in Ruhe um meine Kinder kümmern möchte). Und vor allem, was ich absolut nicht verstehe: Warum MUSS man im Detail von FREMDEN wissen, wie ihre Kinder entstanden sind? Sind wir im Zoo oder was? Ich frag Heteropaare ja auch nicht, in welcher Stellung und an welchem Zyklustag sie ihre Kinder gezeugt haben. Oder ob es geplant war – die Frage finde ich Fremden gegenüber eh irgendwie… Merkwürdig? Damit kann man auch arg ins Fettnäpfchen treten, weshalb mir(!) so eine Frage niemals über die Lippen kommen würde, wenn es einfach nur um Smalltalk geht…

Und zu den Heteropaaren, die mitlesen: Wenn ihr das nächste Mal eine Begegnung mit einer Regenbogenfamilie habt (und abzusehen ist, dass nicht mehr als ein einmaliger Chit-Chat daraus wird): Fragt nach dem Wetter. Den beliebtesten Ausflugszielen. Wie die Kinder heißen. Wie alt sie sind. Von mir aus auch ob sie in eine KiTa gehen oder zu Hause sind. Ob sie schon sprechen. Oder laufen. Oder essen. Oder weiß der Geier. Aber bitte erspart es uns, zu jeder (Un)gelegenheit immer über die Zeugung unserer Kinder sprechen zu müssen.

Zumindest ich fühle mich dann nämlich genötigt, das auch zu erzählen, weil ich meinen Kindern nicht das Gefühl geben möchte, das sei etwas negatives oder so. Aber ganz ehrlich: Es IST privat, höchstprivat! Versetzt euch einfach einmal in unsere Situation, die wir eh immer und überall erklären müssen, zusätzlich zu den zahlreichen Nachteilen und Hürden, die wir nehmen müssen – wir wollen im Alltag in der Regel einfach NORMAL leben. Mit Alltagsgesprächen, Alltagssituationen und Alltagsproblem(ch)en.

Advertisements

Sturkopf!

Ist wohl auch unser 2. Kind von Beruf. Grr.

Schleimpfropf hat sich verabschiedet, minimale Schmierblutungen, schön brav recht leichte Wehen. Aber nix halbes und nix ganzes. Wenn der Herr nun nicht bald kommt, dann…. Dann wird er die ersten 24 Stunden extrem viel gekuschelt! *droh* Und wenn er das erste Mal einschläft weck ich ihn auf. Mit kitzeln. Hah! (Als ob unsere Kinder sich davon beeindrucken lassen. Er wird garantiert einfach weiterpennen, selbst wenn eine Bombe neben ihm einschlagen würde).

Dazu haben wir ein schubendes Kleinkind. Juchuuuu! Alles ist heul, heul, heul und essen, essen, essen. Und Mama und Mami am Rockzipfel kleben. Und wehe, es sind nicht beide in unmittelbarer Nähe… Dann „zurück auf Anfang und heul, heul, heul.“ Außerdem frisst die Kickboxerin uns die Haare vom Kopf, ehrlich! Und dünn ist sie geworden. Jegliches Zeichen von Babyspeck ist irgendwie weg. Hach, Großkind…

Verrückte Gedanken…

… Kennt ihr das?

Momentan ziehen wir ernsthaft in Erwägung, für die 3. Geburt (für die 2. ist es zu kurzfristig) ins (EU-)Ausland zu gehen. In ein Land, in dem wir von Anfang an beide in der Geburtsurkunde unseres Kindes stehen. Um die Stiefkindadoption zu umgehen. Ob das möglich ist?

Wir würden uns eine Ferienwohnung am Strand mieten, eine Hebamme vor Ort vorher kennenlernen und dann würde meine Frau eine (Privat-)Strand-Geburt bekommen 😀

Kinder und Katzen kommen natürlich mit, wir würden uns ab Schwangerschaftswoche 37+ für 6 Wochen dort aufhalten, damit wir nach der Geburt idealerweise noch mind. 2 Wochen bleiben können.

Meint ihr, das wäre (theoretisch) möglich? Wenn man mal die Gedanken von „das macht man doch nicht!“, „So viel Aufwand“ wegschiebt?

Bei der Krankenkasse würden wir da am Montag mal anfragen, ob das (theoretisch) möglich ist.