Ich sitze hier…

in der Arbeit und offensichtlich mach ich nicht das, was ich sollte 😉 Während über Kopfhörer gerade X Japan mit JADE läuft, sackt es so langsam. Wir haben es tatsächlich geschafft. Meine Frau ist schwanger. Wir bekommen ein (oder zwei?) Shamy(s). Seltsamerweise mach ich mir überhaupt keine Sorgen, dass etwas schief gehen könnte. Ich bin die Ruhe selbst. Dabei dachte ich, dass es mit positivem Test vorbei mit der Ruhe ist, weil ich mir immer über alle möglichen Sachen Gedanken mach‘ und vor Sorgen kaum mehr schlafen kann. Aber nichts… Ich bin einfach nur glücklich und erleichtert, und freue mich auf das, was da so kommt.

Heute morgen hatte ich – nach Ewigkeiten mal wieder – Matcha Latte. Ja, tatsächlich kann man das auch hier bekommen… Vor kurzem haben wir einen Laden entdeckt, der neben Kaffee und allen möglichen anderen Heißgetränken auch Matcha Latte verkauft! 😉 Ich dachte, ich muss warten, bis wir wieder in Japan sind. Was nun noch fehlt, sind Onigiri als „Frühstück“ (oder auch generell), weil ich sonst mit der ersten Mahlzeit des Tages immer so meine Probleme habe – was Süßes geht am Morgen sehr selten und nach Brot ist mir einfach meist nicht, weil es zu schwer im Magen liegt. Momentan gibt es also meistens sowas wie Spinat-Kartoffel-Tarte von BioCompany 😉 Immerhin eine bessere Lösung, als überhaupt nichts außer Kaffee bis zum Mittagessen zu mir zu nehmen.

Meine Frau gab mir gerade den Hinweis, dass ich doch mal zeigen soll, wie das alles überhaupt aussieht. Damit jeder weiß, wovon ich spreche!

Matcha Latte:

vanilla matcha latte_wc

(von: http://4.bp.blogspot.com/-j77mZFZvzFo/UTUc7ELAMTI/AAAAAAAAGUc/BJbKgitJPsQ/s1600/vanilla+matcha+latte_wc.jpg)

Wikipedia – Onigiri: Onigiri

Während ich hier so schreibe, denke ich über die letzten Monate nach. Ja, es war schwer. Nein, ich werde es vermutlich nicht „einfach vergessen“, sondern noch ein wenig daran zu knabbern haben. Es war zeitweise doch recht extrem, vor allem die psychische Belastung. Was das angeht, sind meine Frau und ich leider nicht so stark, wie wir es manchmal gerne hätten. Umso schöner finde ich es, dass es unserer Beziehung keineswegs geschadet hat. Ja, in den letzten Monaten haben wir mehr gestritten als sonst – wobei man das als Streit ja nun nicht wirklich bezeichnen kann. Von jeder Seite ein böses Wort, 20 Minuten Stille, und dann wars wieder ok. Wir wussten ja, dass der andere nichts falsch gemacht hatte und der Ärger und Stress woanders herkam…

Allgemein bin ich über die Zeit ein bisschen trauriger geworden, was sich aber hoffentlich demnächst wieder ändert. Es gab einfach zu viele Rückschläge, als dass ich das so spurlos an mir vorüberziehen lassen kann. Und – die Prioritäten haben sich doch sehr verschoben. Aber ich empfinde die Veränderung als positiv, und nun versuche ich, nach vorne zu sehen und die Vergangenheit ruhen zu lassen. Zurück bleibt die Gewissheit, alles richtig gemacht zu haben – und wir bereuen keine Entscheidung, die wir getroffen haben. Das lässt die ganzen Strapazen der letzten Monate etwas besser erscheinen und ist ein schönes Gefühl.

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Babysachen aus Japan!

Wie angekündigt kommt nun der absolut ausführliche Bericht mit den Babysachen, die wir in Japan gekauft haben 😀

„Von oben nach unten“:

* Kuscheltiere aus dem Ueno-Zoo, links ein Fuchs (als Handpuppe), rechts ein roter Panda.

* Mittig befindet sich eine Rassel aus dem Film „Kikis Delivery Service“ von Ghibli.

* Ein Miffy-Holland-Shirt (das aber aus Amsterdam ist!), daneben ein gestreifter Pulli von Muji (den Laden gibt es teilweise in deutschen Großstädten auch, dort gibt es allerdings keine Baby- und Kindersachen), 2 Mickey-Shirts aus einem Baby- und Kinderladen in Odaiba

* In der untersten Reihe 2 Bodys von Old Navy und ein Shirt aus dem gleichen Laden wie die beiden Mickey-Shirts.

(Jaa, ich weiß, ihr wollt eigentlich alle nur das Bild sehen, also hier ist es:)

😉

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Ein Album mit (mehr) Bildern aus Japan gibt’s theoretisch auch schon, aber mal sehen, ob ich noch die Zeit finde, zu jedem Bild was zu schreiben.

Ansonsten haben wir, wie bereits erwähnt, unsere Eheringe bekommen. Sie sind einfach nur wundervoll und wir sind überglücklich!

Ein Foto von „außen“:

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Die Ringboxen an sich (mit Katzenhaaren im Hintergrund 😉 ):

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Die Ringe, leider etwas unscharf, da die Kamera nicht wollte:

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Jetzt brauchen wir nur noch ein passendes Ringkissen oder so, und dann war’s das mit der Vorbereitung für die Hochzeit. Wir sind zufrieden! 😀

Wieder zuhause Nr. 3 oder auch: Urlaubsbericht

So. Wie versprochen hier der „Urlaubsbericht“. Ich werd’s kurz halten, und überwiegend auf Bilder setzen 😀

Wir waren ja erst für einen halben Tag und eine Nacht in Amsterdam, bevor wir schließlich nach Tokyo weitergeflogen sind (über Rom…ich hoffe, ich bekomm das halbwegs zusammen 😀 ).

In Amsterdam angekommen haben wir erstmal im Hotel eingecheckt. Nachdem wir uns kurz den Weg in die Innenstadt rausgesucht hatten, sind wir dann auch losgelaufen. Mittlerweile hatte es zu schneien angefangen, was uns aber nicht weiter störte (kann man ja im Nachhinein mal so behaupten – es war zwar arschkalt und ungemütlich, aber das muss ja keiner wissen…).

Ein paar Bilder der Innenstadt:

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Das Bild ist NICHT bearbeitet! Das Haus ist wirklich so schief! 🙂

Neben der wirklich wunderschönen Stadt war besonders beeindruckend, dass wir dort in einem Süßigkeiten-Laden unter anderem Hawaiian Punch gefunden haben. Wem das nichts sagt: Zuckersüßes Getränk, uns bekannt durch Abby von Navy CIS und einfach lecker! 😀

Dann ging’s irgendwann wieder zurück ins Hotel, wir haben uns kurz umgezogen (weil wir doch etwas durchgefroren waren und die Klamotten durch den Schnee recht nass geworden sind…) und waren dann noch Essen.

Am nächsten Tag ging’s dann auch schon weiter nach Rom und dann nach Tokyo. Die Flüge waren weiter nichts besonderes. Der Langstreckenflug war halt ätzende 12 Stunden lang, aber naja…

Aber jetzt gibt’s erstmal wieder Bilder!

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Unser Wunsch, der jetzt zwischen vielen anderen Wünschen am Meiji Schrein hängt

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Der NMT verfolgt uns bis nach Japan – und das, obwohl unser 1. NMT auf sich warten lässt… *seufz*

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Für alle Katzenliebhaber und -besitzer: Ja, deutsches Katzenfutter in Japan… Ganz normaler Laden, vergleichbar mit nem etwas größeren Kaufhaus.

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Hello Kitty – süße Katze Nr. 1

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Mitten in Tokyo

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Jaja, die Japaner wissen offensichtlich schon, wann der Berliner Flughafen eröffnet wird – mal sehen, ob sie Recht behalten!

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Rainbow Bridge und Tokyo bei Nacht

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Preisfrage: Was kann diese Toilette alles (bzw. was kann man einstellen), wenn die Spülung automatisch funktioniert…? 😀

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Süße Katze 2

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Meine tierische Urlaubsliebe – leider zu teuer gewesen 😀 (5000 Euro umgerechnet… *seufz*)

Und zuletzt mal ein Bild von uns (vorurlaublich, auf dem Weg zum Flughafen Berlin):

-weg-

Wieder zuhause Nr. 2 oder auch: mitten in der Nacht wach

Ich bin mittlerweile (es ist kurz nach 6 Uhr morgens) seit etwas über 2 Stunden wach. Gestern bin ich vor lauter Erschöpfung gegen 17 Uhr eingeschlafen, und dementsprechend früh natürlich aufgewacht.

Achtung: Japan-Thema 😉 hat nur bedingt auch was mit Kindern zu tun…

Ganz kann ich es immer noch nicht glauben, dass wir wieder – ja wo eigentlich sind? Darüber nachzudenken macht mich traurig. Und so richtig nachvollziehen kann es einfach niemand… Ich verstehe es ja selbst nicht ganz. Was hat Japan denn, was mir hier so unglaublich fehlt? Was bringt mich dazu, dort absolut glücklich zu sein und hier gerade mit Tränen in den Augen zu sitzen?

Und währenddessen sitzt auf meiner einen Schulter ein Teufelchen, das mir erzählen möchte, dass es in Japan ja auch nicht so toll ist. Und was ich überhaupt habe: Dort wird unsere Familie nicht anerkannt, wir können Glück haben, wenn wir dort offiziell auch beide das Sorgerecht für unsere Kinder ausüben dürfen. Warum möchte ich trotzdem lieber dort sein? Warum kann ich mir eine Zukunft hier, in Deutschland oder auch in jedem anderen Land, nicht vorstellen? Oder ganz simpel: Was zur Hölle hat Japan, was Deutschland nicht hat?

Es ist so ein irrationaler Wunsch, dort leben zu wollen, obwohl so viel dagegen spricht. Und richtig schlimm dabei ist, dass mich niemand ganz versteht. Selbst meine Freundin möchte sich nicht zu 100 Prozent darauf festlegen, in Japan zu leben… Für sie ist es einfach ausschlaggebend, dass wir dort als Familie nicht anerkannt werden. Und dass unsere Kinder womöglich in der Schule gemobbt werden, weil wir nicht der „Norm“ entsprechen – kein harmloses Mobbing, wie es überwiegend in deutschen Schulen passiert (was allerdings auch schlimm genug ist, ich will das nicht herunterspielen!), sondern tägliche, körperliche und psychische Angriffe, die in Japan nicht selten mit einem Selbstmord der gemobbten Schüler enden. Aber das sind alles nur Mutmaßungen. So richtig wissen, wie es für unsere Kinder dort wird, können wir natürlich vorher auch nicht.

Aber auf der anderen Seite meiner Schulter sitzt ein kleines Engelchen, das mir von einem perfekten Leben erzählt: Während wir viel Geld verdienen, sind unsere Kinder ganztägig in der Schule und haben zahlreiche Möglichkeiten, ihren Interessen nachzugehen. In der Schule werden viele Clubs angeboten, die von Sport bis hin zu Kunst relativ jede Beschäftigung anbieten. Zudem der hohe Lebensstandard und der Fokus auf Bildung, die nicht als Qual, sondern als Segen betrachtet wird. Die hohe Sicherheit: Die Kinder müssen selbst in Großstädten keine Angst haben, bei Dämmerung allein nach Hause zu gehen. Generell muss man keine Angst vor Diebstahl oder körperlichen Angriffen haben. Kurz gesagt: Es könnte einfach perfekt sein. Mit etwas Glück finden wir beide einen gut bezahlten Job, der Spaß macht, haben als „Spezialisten aus dem Ausland“ einen recht guten Status in der Firma und der Gesellschaft und unsere Kinder haben ein recht gutes Schulsystem, das zwar viel Fleiß fordert, aber eben auch Bildung vermittelt. Auf jeden Fall wäre mir wohler dabei, unsere Kinder auf eine japanische Schule zu schicken, als hier in Berlin… *grusel*

Und neben den wichtigen, großen Punkten gibt es in Japan so viele, unzählige kleine Dinge, die ich toll finde. Angefangen mit den Convenience Stores, dem Essen, dann die vielen Einkaufsmöglichkeiten für alle „privaten“ Dinge (Hobbies, Produkte, die man hier nur über das Internet – wenn überhaupt – bekommt), die Menschen, die einerseits nett sind und andererseits kaum Interesse zeigen, wenn das nicht gewünscht ist (schwer zu erklären), und noch so vieles mehr.

Aber ich wiederhole mich. Auf jeden Fall fühle ich mich hin- und hergerissen, und werde jetzt erstmal mit meiner Freundin frühstücken (die gerade aufgestanden ist – es ist 6:43 Uhr). Später vielleicht mehr.

Zukunft

(Die Titel passen in letzter Zeit aber wirklich hervorragend!)

In diesem Post möchte ich mich mal an die Leser des Blogs wenden. Aktuell geht es bei uns ja viel um die Zukunft, und entsprechend auch die Zukunftsplanung. Generell sind meine Freundin und ich fast immer einer Meinung. Wir sind uns in den „wichtigen“ Dingen einfach relativ ähnlich, sodass da kaum „Konfliktpotential“ besteht. Jetzt gibt es allerdings ein Thema, bei dem wir uns so garnicht einig werden: Der zukünftige Wohnort.

Erstmal zu den Ansprüchen, die wir beide an unseren Wohnort stellen: Wir möchten beide in einer Großstadt bleiben. Außerdem können wir uns beide – je nach Stadt – vorstellen, am Stadtrand zu wohnen. Eine andere Möglichkeit ist eine Mietwohnung mitten in der Stadt – damit wären wir auch glücklich. Soweit, so gut. Oder eben auch nicht. Denn beim Wohnort werden wir uns gerade nicht einig. Ich würde gerne in ein anderes Land gehen (das Land steht auch schon fest, es soll genau dieses Land sein). Dort gefällt es meiner Freundin zwar grundsätzlich auch wirklich gut, aber das Leben mit Kindern kann sie sich da so garnicht vorstellen. In diesem Land würden wir relativ sicher beide Vollzeit arbeiten müssen, schon allein, um ein Visum zu bekommen. Und weil das Leben dort entsprechend „teuer“ sein wird, sodass wir auch beide auf einen gut bezahlten Job angewiesen sind. Solch einen Job zu finden, dürfte allerdings nicht das Problem werden. Dann würden unsere Kinder natürlich auch den ganzen Tag „fremdbetreut“ werden – finden wir beide gleichermaßen blöd, geht aber nunmal dann nicht anders. Dies wäre allerdings nur für kurze Zeit so, denn sobald die Kinder in die Schule gehen würden, wäre sowieso den ganzen Tag lang Unterricht – je nach Schule und Hobbies wären die Kinder also wahrscheinlich von 7 bis mindestens 18 Uhr aus dem Haus.

Grundsätzlich stellen wir uns das Familienleben beide anders vor. Allerdings sind die äußeren Umstände für meine Freundin Grund genug, um ein Leben dort, unter genau den Bedingungen, auszuschließen. Ich hingegen würde das Abenteuer wagen und dann einfach mal sehen, wie wir das Leben an unsere „Ansprüche“ anpassen. Sollte sich herausstellen, dass wir beide damit nicht glücklich werden, würden wir dann weiterüberlegen müssen.

Nun ist das natürlich alles in weiter Zukunft, weshalb wir auch genug Zeit haben, um uns darüber Gedanken zu machen. Aber wie würdet ihr in diesem Fall eine Entscheidung treffen? Einig werden wir uns wahrscheinlich nicht, sodass alle Lösungen erstmal ein „Kompromiss“ wären. Bei diesem Problem würde es wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass einer von uns seinen „Wunsch“ erfüllt bekommt, und der andere dann halt damit „zurechtkommen“ muss – eine andere Möglichkeit sehe ich gerade nicht. Vielleicht könnt ihr uns ja helfen, mal Klarheit in unsere Gedankenwirrungen zu bekommen…

Studium und Kinder

Ich weiß gerade nicht, was ich denken soll. Seit wir unseren Eltern von unserem Kinderwunsch erzählt haben – und seitdem sie wissen, dass wir bald damit beginnen werden… – waren wir uns eigentlich immer sicher, dass unser Plan so passt. Natürlich sind da die „normalen“ Zweifel, die wohl jede Familie hat, die noch nie ein Kind hatte: Schaffen wir das, wie gestaltet sich der Alltag, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Das einzige, worüber wir uns nie Gedanken gemacht haben, ist der finanzielle Aspekt. Dies liegt aber vielleicht auch daran, dass wir selbst mit unserem geringen monatlichen Budget noch jeden Monat ziemlich viel Geld zurücklegen können. Außerdem leben wir nun seit 4 Jahren zusammen mit diesem geringen monatlichen Betrag. Und ich habe davor auch schon zwei Jahre allein nur von meinem monatlichen Unterhalt (damals genau 640 Euro, davon musste ALLES bezahlt werden. Auch die Miete. In München.) gelebt.

Aber je mehr die Menschen um uns herum an uns zweifeln, desto schlimmer werden meine eigenen Zweifel. Mit dem Gedanken, dass unsere Eltern überhaupt nicht überzeugt sind, kann ich mich eventuell ja noch anfreunden. Die Eltern meiner Freundin sind in erster Linie besorgt um unseren Abschluss. Nun, bis das erste Baby da ist, haben wir Studiums-technisch nur noch die Bachelor-Arbeit vor uns. Die werden wir schon irgendwie schaffen. Und der Master soll generell einfacher als der Bachelor werden. Zwar nicht vom Anspruch her, aber schon allein weil man als Master-Student weiß, „wie der Hase läuft“. Und weil das bis dahin Gelernte in unserem Fachbereich dann überwiegend nur noch angewandt werden muss. Doch irgendwie scheinen alle um uns herum – selbst im Freundeskreis – fest davon überzeugt zu sein, dass Studium und Kind nie und nimmer funktionieren kann. Dann frage ich mich allerdings, wie zur Hölle schaffen es Frauen in Hetero-Beziehungen, nach oft nur einem Jahr zu Hause wieder Vollzeit zu arbeiten?

Für uns persönlich könnte der Zeitpunkt nicht perfekter sein. Einerseits wissen wir nicht, wo wir nach dem Studium arbeiten werden. Es gibt zwar ein Land, in das wir gerne gehen würden. Aber um dort ein Visum zu bekommen, müssen viele, viele Voraussetzungen erfüllt werden. Außerdem gilt das Land nicht gerade als absolut kinderfreundlich. Und dort erst Kinder bekommen? Die müssten wir wahrscheinlich zwecks Visum dann nach 8 Wochen direkt in Fremdbetreuung abgeben. Zumindest sieht es sonst finanziell dort eher schlecht aus, da – anders als in Deutschland – keinerlei Elterngeld oder ähnliches gezahlt wird.  In der Praxis würde die Schwangere dann 2 Monate vor und 2 Monate nach der Geburt zu Hause bleiben können. Und der Partner geht komplett in der Zeit arbeiten. Außerdem muss in diesem Land komplett alles rund um die Schwangerschaft selbst bezahlt werden: Die Krankenkasse deckt weder vorgeburtliche Untersuchungen noch die Entbindung selbst ab. Rein finanziell gesehen würden wir also erst einmal sparen müssen, bis wir uns eine Schwangerschaft überhaupt leisten könnten. Und dann könnten wir wahrscheinlich nicht einmal beide rechtlich Eltern werden. So etwas wie gleichgeschlechtliche Ehe oder Stiefkindadoption gibt es dort nämlich auch nicht.

Außerdem hätten wir nach dem Master gerne noch die Möglichkeit, einen Doktor zu machen. Momentan könnten wir uns das zwar nicht wirklich vorstellen – aber da sind ja auch noch fast 4 Jahre hin. Und nur wegen dem Kinderwunsch darauf zu verzichten… Ist irgendwie auch eine insgesamt unbefriedigende Lösung.

Wir sehen das im Moment einfach so: Während des Studiums haben wir die Möglichkeit, uns beide gleichermaßen um unser Kind/unsere Kinder zu kümmern. Wir müssen nicht entscheiden, wer denn nun Elternzeit nehmen „darf“ und in welche Krippe das Kind nach einem Jahr geht. Wenn das Kind krank ist, können wir auch 2 Wochen lang nichts für die Uni machen. Im Notfall können wir das Studium verlängern, wenn wir nur weniger Kurse als vorgesehen schaffen. Bei welchem Job kann man schon sagen, dass man nun ein paar Wochen lang gerne nur 10 Stunden pro Woche arbeiten möchte? Und der größte Vorteil für uns persönlich ist: Unsere Kinder müssen nicht mit 1 Jahr fremdbetreut werden. Wir können die ersten beiden Lebensjahre mit den Kindern verbringen.

Das einzige, was sich nicht im Vorfeld beantworten lässt, ist die Frage nach dem „Wie gestaltet sich der Alltag“. Doch wer kann das schon?