professionelle Betreuungspersonen

mit Ausbildung braucht das Kind.

Warum ist diese Auffassung so weit verbreitet? Oder, anders gesagt: Was können professionell ausgebildete Personen, was eine Mutter nicht kann?

Ich bin überrascht, dass viele dieser Ansicht sind. Ich kann ja durchaus zustimmen, dass der Ruf nach vernünftigen Betreuungseinrichtungen sehr sinnvoll ist. Es gibt Elternteile, die arbeiten müssen oder wollen und während dieser Zeit ihre Kinder gut aufgehoben wissen möchten – und ja, in so einem Fall kann eine KiTa (Krippe, Kindergarten, Tagesmutter/vater) ein Segen für die gesamte Familie sein.

Aber: Wenn es zeitlich möglich ist, die Kinder zu einem großen Teil oder komplett selbst zu begleiten UND man darauf Lust hat (es gibt ja durchaus nicht gerade wenige Eltern, die eben genau das nicht möchten, und das ist auch völlig in Ordnung) – warum sollte man dann auf so eine Einrichtung zurückgreifen? Warum liest man immer und immer wieder, Kinder brauchen die Krippe/den Kindergarten zwangsläufig? Warum „brauchen“ Kinder professionell ausgebildete Betreuungspersonen/Erzieher? Warum wird diesen Einrichtungen zugestanden, dass sie sich per se „besser“ um die Kinder kümmern können, als man selbst, oder die beste Freundin, oder eine nette Tante/die Oma? Wovor haben Eltern Angst? Dass das Kind nicht Montag von 10-12 Uhr basteln und Mittwoch von 13-15 Uhr „gemeinsames Spiel“ im KiTa-Verband erleben kann?

Ich glaube, für diesen Artikel möchte ich mal ein wenig abschweifen und von unserem Alltag unter der Woche berichten (hab ich das überhaupt schonmal so pauschal?). Aufmerksame Leser müssten mittlerweile wissen, oder zumindest ahnen, dass unsere Kinder bisher ausschließlich von uns Eltern betreut wurden. Das erstmal vorneweg 😉 Aber nun zum Alltag.

Wir stehen irgendwann auf, meist dann, wenn die Kinder der Meinung sind, dass es mal an der Zeit wäre. Die Tage, an denen wir die Kinder geweckt haben (wecken mussten), kann man an einer Hand abzählen – es waren die Tage, an denen wir entweder morgens wichtige Termine hatten, die sich nicht verschieben ließen, oder Tage, an denen wir einen Zug erwischen mussten. Warum sollten sich die Kinder auch schon so früh im Leben – ohne die Not auf unserer Seite rechtzeitig in der Arbeit erscheinen zu müssen – den Tag von der Uhr diktieren lassen? Schlimm genug, dass wir als Erwachsene ständig die Zeit im Blick haben (müssen, wollen, oder was auch immer)… Wie der Morgen abläuft, hängt momentan zu einem großen Teil davon ab, was die Große gerade benötigt. Es gibt Tage, an denen sie völlig zufrieden noch ein, zwei, drei Stunden zu Hause ist und dies auch gerne tut. Diese Tage nutzen wir für ein gemeinsames Frühstück und versuchen, danach gemeinsam noch ein wenig Haushalt zu schaffen – wobei die Große uns fast immer helfen möchte, beginnend beim Einräumen der Waschmaschine über das Anschalten der Spülmaschine oder einfach nur das Aufräumen von Gegenständen im Spielzimmer oder sonstwo. Diese Tage bieten sich auch für ein ausgedehntes Vormittagsschläfchen meinerseits an, wenn ich das gerade nötig habe; an dieser Stelle ein großes Dankeschön an meine Frau, die mir dies ermöglicht (und in der Zeit dann beide Kinder hütet).

Dann gibt es Tage, an denen die Große aufwacht und nur eins will: Raus. Und zwar zackig. Auch diesem Wunsch (ok, manchmal ist es tatsächlich ein akutes Bedürfnis) kommen wir, im Rahmen unserer Möglichkeiten und nach einem Kaffee, nach. Warum auch nicht? Diese Tage nutzen wir meist dafür, Einkäufe und Erledigungen in der Innenstadt zu machen – und in der Regel beginnen wir da erstmal mit einem ausgedehnten Frühstück 😀 In manchen Läden in der Stadt sind wir vermutlich bereits bekannt wie bunte Hunde – wer geht schon werktags mit vergnügt herumspringenden und kletternden Kleinkindern frühstücken?

Und dann gibt es den 0/8/15-Durchschnittstag, an dem wir morgens aufwachen, die Große ganz zufrieden ist, wir mehr oder wenig gemütlich zusammen frühstücken (momentan eher weniger gemütlich, aber wir arbeiten daran) und dann halbwegs zügig das Haus verlassen.

Meist entscheiden wir absolut spontan, was wir akut machen möchten. Oft wird die Große mit in die Entscheidung einbezogen, zumindest dann, wenn kein Termin o. ä. einen gewissen Ablauf vorgibt. Auch das machen wir aus Überzeugung; denn uns ist es letztendlich wichtig, dass die Große (und später auch der Kleine, aber noch ist er zu klein 😉 ) glücklich ist. Sie hat, je nach Tagesform, gewisse Vorstellungen vom Tag, während es uns nur wichtig ist, einen schönen gemeinsamen Tag zu verbringen. Natürlich kommen (noch) viele Vorschläge von uns, aber es gibt keinen Tag, an denen wir das Haus verlassen und einfach an einen Ort unserer Wahl fahren. Meist schlagen wir 2/3 Alternativen vor und oft hat die Tochter auch eine klare Präferenz, wohin sie möchte und was sie tun will.

Abhängig vom Ort (aktuell ist es oft die Elterninitiative der Uni oder die Innenstadt oder – selten – zu Hause) entscheiden wir nach einiger Zeit dann, wo wir mittags essen möchten. Extrem selten essen wir zu Hause, meistens essen wir entweder in der Mensa oder es wird in der Elterninitiative von einer anderen Mutter oder einem Vater gekocht – oder wir kochen dort selbst.

Nachmittags treffen wir uns dann manchmal noch mit einer Freundin (die ihren Sohn dabei hat), gehen zu irgendwelchen Treffen mit anderen Familien oder verbringen die Zeit zu viert. Die meisten Nachmittagsaktivitäten sind aber draußen, sofern es nicht gerade in Strömen regnet. Hab ich schonmal erwähnt, dass Tochter ein draußen-Kind ist?! 😉 Viel „Programm“ machen wir da nicht, wir leben eben unseren Alltag. Das kann am Spielplatz sein, das kann die Rutsche im Einkaufszentrum sein, das kann ein Besuch in der Bibliothek sein – oder der Zoo, oder der Park, oder … Es gibt tausend Möglichkeiten hier vor Ort, und es werden wohl demnächst nochmal mehr werden (dazu aber später ein extra Artikel).

Was das Ergebnis unseres Alltags ist? Ein zufriedenes Kind! Ein Kind, das einen guten Teil des Tages lacht, das fast immer 1:1 im Alltag begleitet werden kann, das einfühlsam in kritischen Situationen aufgefangen wird. Ein Kind, das sich sicher sein kann, dass IMMER jemand zur Verfügung steht, wenn es an irgendeiner Stelle Hilfe benötigt. Und sei es nur, dass die Tochter im Zweifelsfall auch die Möglichkeit hat, sich 30 Minuten Zeit zu lassen, um sich beim Anziehen helfen zu lassen – weil sie es möchte und wir gerne bereit sind, sie einfach machen zu lassen, ganz gleich, wie „unsinnig“ es für manch anderen erscheint.

Und nun kommen wir doch mal zum Anfang des Artikels zurück. Was hätte unsere Tochter in einer Krippe, was sie bei uns nicht bekommen kann? Ja, sie hätte wohl mehr Kontakt zu anderen Kindern – dafür hätte sie aber ihre beiden Hauptbezugspersonen sowie ihren heißgeliebten Babybruder nicht bei sich. Ja, sie hätte vermutlich mehr „Programm“ – aber braucht es das? Gerade in dem Alter? Meiner Erfahrung nach entwickelt sie sich bestens, wenn wir ihr einfach genügend Freiraum geben, nach ihren Wünschen zu spielen und mit anderen Menschen zu interagieren (auch, wenn das jetzt total öko klingen mag). Und: Sie müsste definitiv auf eine 1:1-Begleitung im Alltag verzichten, die sie auffängt, begleitet und ihr immer wieder rückversichert, dass sie geachtet, bedingungslos geliebt und umsorgt ist.

Das Ergebnis? Ein Kind, das meist freie Wahl hat, mit wem sie ihre Zeit verbringen möchte (im Allgemeinen sind das in ihrem Fall übrigens ältere Kinder, z. T. auch deutlich älter – sie hat z. B. etliche Abende mit einem geschätzt 8-Jährigen in der Mensa gespielt. Soviel also dazu, dass Kinder unbedingt gleichaltrige Kinder benötigen). Ein Kind, das enorm zuvorkommend ist, sehr einfühlsam, sehr umsichtig im Umgang mit anderen. Ein Kind, das nicht schubst, nicht beißt, nicht haut. Ein Kind, das die Grenzen anderer Menschen achtet – deutlich über das Maß hinaus, das man von 1,5-Jährigen erwarten kann. Ein Kind, das (für uns als Eltern deutlich, für andere Erwachsene absolut unauffällig) zeigt, wenn etwas zu viel ist und sie aus so einer Situation nicht allein wieder raus kommt. Ein Kind, das durchaus in einem verblüffenden Maß auf die Bedürfnisse anderer achtet – es gibt immer und immer wieder Situationen, in denen ich garnicht glauben kann, wie unglaublich kooperativ, einsichtig und „groß“ sie ist. Situationen, in denen sie ohne mit der Wimper zu zucken eigene Bedürfnisse zurücksteckt, nur um unsere Grenzen und unsere Bedürfnisse zu achten.

Ein Kind, mit dem der Alltag grundsätzlich einfach nur Spaß macht. Krankheit ausgenommen. 😀

Die leidige Suche…

nach einem Betreuungsplatz hat begonnen.

Paradox ist es ja schon: Da ist das gute Kind noch nicht mal auf der Welt, und wir müssen uns schon Gedanken machen, wie wir es wieder loswerden. Zumindest für ein paar Stunden am Tag. Denn die Zeiten, in denen man ein Kind einfach „irgendwo“ „irgendwann“ anmeldet und dann schon einen Platz bekommt, sind vorbei. Eltern sind jetzt schlauer geworden, Eltern wollen mitreden. Idealerweise immer und überall. Und: Mitentscheiden. Sich bewusst für die eine oder andere Variante entscheiden. Die Kinder in eine super-duber-frühfördernde Einrichtung geben, damit der nächste Einstein heranwächst. Moment, stopp – wir nicht.

Unsere Suche sieht eher so aus: Wir suchen eine Betreuungsmöglichkeit die in der Nähe unserer Wohnung ist, sodass man entweder zu Fuß hinlaufen kann – oder recht praktisch mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommt. Obwohl uns Laufen schon lieber wäre. In meiner Vorstellung passt das einfach besser zusammen. Das zweite große Kriterium ist: Das Kind soll sich einfach gut aufgehoben dort fühlen. Wir müssen uns mit den Betreuungspersonen wohlfühlen. Das Kind muss sich in der Einrichtung zurechtfinden und gerne hingehen. Der dritte Punkt, und jetzt kommen wir in den Bereich „wäre schön, ist aber keine Pflicht“: Eltern werden mit einbezogen. In Entscheidungen, bei regelmäßigen Elternabenden. Und über die Entwicklung der Sprösslinge auf dem Laufenden gehalten. Vielleicht auch mal für die ganze Gruppe kochen. Mit Wäschediensten hätten wir auch kein Problem, wenn es nicht ausufert. Und der vierte Punkt: Es wäre wirklich, wirklich schön, wenn es wenigstens einen männlichen Erzieher geben würde. Weil die einfach ganz anders mit Kindern umgehen (zumindest die, die wir bisher so „gesehen“ haben). Viel lockerer, wenig verkrampft. Viel planloser, ohne großartige Frühförderung, Frühspracherziehung und Frühsonstwas. Und: Meistens einfach total chaotisch-liebevoll. So, wie wir das auch tun würden 😉

Und dann kommt schon das nächste Problem: Die meisten KiTas wollen ein Geburtsdatum des Sprösslings; man soll sich aber doch bitte möglichst mit positivem Schwangerschaftstest – nein, wartet – mit dem Sex, der zu dem Test führt, melden. Wobei das aber auch niemand so offen und ehrlich sagt.

Das letzte „Problem“ bei den konventionellen KiTas ist dann die Trennung vom Krippen- und Kindergartenbereich. Meist ist diese Trennung dann bei etwa 3 Jahren. Unsere Kleine soll ja die ersten 2 Jahre auf jeden Fall zu Hause bleiben. Früher wollen wir einfach keine Fremdbetreuung, wenn es sich auch nur irgendwie vermeiden lässt, wird das dann auch so sein. Und irgendwie ist es ja dann auch saublöd, wenn die Kleine nach nicht einmal einem Jahr Betreuung von der Krippe in den Kindergarten wechseln soll. Das ist auch im Moment der Knackpunkt und der Grund, weshalb wir die Kinderläden eigentlich super finden: Da werden die Kinder in einer altersgemischten Gruppe (meist von 1,5 bis 6 Jahre) einfach zusammen betreut und es findet dann kein „Umbruch“ statt. Und, großes Riesen-Plus: Wenn der „Sündenbommel*“ dann auf die Welt kommt, werden unsere Kinder in einer Gruppe betreut. Geschwisterkinder haben in fast allen Kinderläden immer Vorrang vor allen anderen „Neukindern“.

 

*Sündenbommel: Da unser kleines Teufelchen im Bauch („Helli“) ja so böse ist, braucht sie natürlich einen Sündenbock. Sie ist ja schlau! Selbst für alle Vergehen gerade stehen, ist ja doof. Weil man ein Geschwisterchen allerdings nicht „Sündenbock“ nennen kann, ist es eben Sündenbommel 😀 Und bis wir einen Projektnamen für Baby 2 haben, bleiben auch wir beim „Sündenbommel“. Verrückt? Wir? Ja, aber natürlich!

Wohnorte

Mal eine Frage an alle Leser:

Wo wohnt ihr? Welche Wohnorte/Städte könnt ihr empfehlen? Wo lebt es sich als Regenbogenfamilie gut?

Wir planen gerade unsere Zukunft (insbesondere den Master…) und überlegen natürlich, wo es hingehen soll. Grundsätzlich würden wir beide gern in Berlin bleiben, aber momentan sieht es so aus, als würde es hier keinen „passenden“ Studiengang geben. Oder: Passende Studiengänge schon, aber nur an FH’s. Und wir würden aus verschiedenen Gründen gerne an eine Uni.

Grundsätzlich fänden wir es ja schön, wieder nach München zu gehen. Interessante Studiengänge würde es dort auch geben. Wenn da nur nicht die Lebenshaltungskosten wären… Wir haben ja schon 1 Jahr dort gelebt (zusammen, in einer netten 50 Quadratmeter großen Wohnung). Gezahlt hatten wir 620 Euro warm, plus Strom (Oder war der Strom schon drin? Ich kann mich nicht mehr erinnern). Ja, für München spottbillig, noch dazu war die Lage echt schön. Zwar nicht Schwabing, aber grün, eine Art „Garten“ in den die Katzen konnten, und recht ruhig. Trotzdem innerhalb von 15 Minuten in der Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber: Das werden wir so wohl aktuell nicht mehr finden. Für eine gleichwertige Wohnung würden wir nächstes Jahr wohl eher 900 Euro aufbringen müssen – das ist einfach nicht drin. Leider. Schade. Vor allem, weil die Eltern meiner Frau dort ja wohnen. Aber es lässt sich nicht ändern. Student sein und in München als Familie leben sind nicht wirklich vereinbar…

Dann wäre da noch Bonn mit einem sehr, sehr interessanten Studiengang. An der Uni, interessante Forschungsgebiete, schöne Stadt, guter Aufbau des Studiengangs (soweit man das beurteilen kann). Außerdem: Der Studiengang ist auf Englisch, was bedeuten würde, dass wir unsere etwas eingerosteten Sprachkenntnisse mal auffrischen könnten. Und der Studiengang soll recht international sein, was mal eine willkommene Abwechslung wäre. Außerdem scheinen die Mieten einigermaßen bezahlbar zu sein, die Betreuungskosten sind auch einigermaßen ok und die beiden Omas meiner Frau wohnen in der Nähe. Dann müssten unsere Kinder nicht völlig „großelternlos“ aufwachsen…

Und: Das Semesterticket umfasst ein komplettes NRW-Ticket. Was bedeutet, dass wir auch nach Düsseldorf fahren können (ja, aus mir spricht ein Nerd – Düsseldorf deshalb, weil es dort viele japanische Läden und so gibt…). Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Japaner_in_Düsseldorf

Gut, das ist jetzt nicht DAS Kriterium schlechthin, aber definitiv ein Bonuspunkt 😉 Und: Könnte interessant sein, vor allem, wenn wir planen, eventuell mal später nach Japan zu gehen.

Wir haben heute mal aus Spaß (während ich gekocht habe) eine Liste geschrieben, welche Kriterien der Wohnort bzw. das Studium erfüllen muss:

– günstige Kinderbetreuung
– günstige Miete (max. 700 Euro warm)
– Semesterticket
– größer als 500.000 Einwohner oder Nähe Großstadt
– keine Anwesenheitspflicht
– keine/wenig mündlichen Prüfung
– wenig Theorie, viel kreative Kurse
– idealerweise in Richtung Games
– nicht zu wenig Studenten (30-100 pro Semester)
– kein Praktikum
– evtl. Englisch
– künstliche Intelligenz / Robotics

So, aber nun zurück zu meiner Frage: Welche Städte könnt ihr empfehlen? Ich freue mich über jede Antwort, ehrlich! 😀

Studium und Kinder

Ich weiß gerade nicht, was ich denken soll. Seit wir unseren Eltern von unserem Kinderwunsch erzählt haben – und seitdem sie wissen, dass wir bald damit beginnen werden… – waren wir uns eigentlich immer sicher, dass unser Plan so passt. Natürlich sind da die „normalen“ Zweifel, die wohl jede Familie hat, die noch nie ein Kind hatte: Schaffen wir das, wie gestaltet sich der Alltag, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Das einzige, worüber wir uns nie Gedanken gemacht haben, ist der finanzielle Aspekt. Dies liegt aber vielleicht auch daran, dass wir selbst mit unserem geringen monatlichen Budget noch jeden Monat ziemlich viel Geld zurücklegen können. Außerdem leben wir nun seit 4 Jahren zusammen mit diesem geringen monatlichen Betrag. Und ich habe davor auch schon zwei Jahre allein nur von meinem monatlichen Unterhalt (damals genau 640 Euro, davon musste ALLES bezahlt werden. Auch die Miete. In München.) gelebt.

Aber je mehr die Menschen um uns herum an uns zweifeln, desto schlimmer werden meine eigenen Zweifel. Mit dem Gedanken, dass unsere Eltern überhaupt nicht überzeugt sind, kann ich mich eventuell ja noch anfreunden. Die Eltern meiner Freundin sind in erster Linie besorgt um unseren Abschluss. Nun, bis das erste Baby da ist, haben wir Studiums-technisch nur noch die Bachelor-Arbeit vor uns. Die werden wir schon irgendwie schaffen. Und der Master soll generell einfacher als der Bachelor werden. Zwar nicht vom Anspruch her, aber schon allein weil man als Master-Student weiß, „wie der Hase läuft“. Und weil das bis dahin Gelernte in unserem Fachbereich dann überwiegend nur noch angewandt werden muss. Doch irgendwie scheinen alle um uns herum – selbst im Freundeskreis – fest davon überzeugt zu sein, dass Studium und Kind nie und nimmer funktionieren kann. Dann frage ich mich allerdings, wie zur Hölle schaffen es Frauen in Hetero-Beziehungen, nach oft nur einem Jahr zu Hause wieder Vollzeit zu arbeiten?

Für uns persönlich könnte der Zeitpunkt nicht perfekter sein. Einerseits wissen wir nicht, wo wir nach dem Studium arbeiten werden. Es gibt zwar ein Land, in das wir gerne gehen würden. Aber um dort ein Visum zu bekommen, müssen viele, viele Voraussetzungen erfüllt werden. Außerdem gilt das Land nicht gerade als absolut kinderfreundlich. Und dort erst Kinder bekommen? Die müssten wir wahrscheinlich zwecks Visum dann nach 8 Wochen direkt in Fremdbetreuung abgeben. Zumindest sieht es sonst finanziell dort eher schlecht aus, da – anders als in Deutschland – keinerlei Elterngeld oder ähnliches gezahlt wird.  In der Praxis würde die Schwangere dann 2 Monate vor und 2 Monate nach der Geburt zu Hause bleiben können. Und der Partner geht komplett in der Zeit arbeiten. Außerdem muss in diesem Land komplett alles rund um die Schwangerschaft selbst bezahlt werden: Die Krankenkasse deckt weder vorgeburtliche Untersuchungen noch die Entbindung selbst ab. Rein finanziell gesehen würden wir also erst einmal sparen müssen, bis wir uns eine Schwangerschaft überhaupt leisten könnten. Und dann könnten wir wahrscheinlich nicht einmal beide rechtlich Eltern werden. So etwas wie gleichgeschlechtliche Ehe oder Stiefkindadoption gibt es dort nämlich auch nicht.

Außerdem hätten wir nach dem Master gerne noch die Möglichkeit, einen Doktor zu machen. Momentan könnten wir uns das zwar nicht wirklich vorstellen – aber da sind ja auch noch fast 4 Jahre hin. Und nur wegen dem Kinderwunsch darauf zu verzichten… Ist irgendwie auch eine insgesamt unbefriedigende Lösung.

Wir sehen das im Moment einfach so: Während des Studiums haben wir die Möglichkeit, uns beide gleichermaßen um unser Kind/unsere Kinder zu kümmern. Wir müssen nicht entscheiden, wer denn nun Elternzeit nehmen „darf“ und in welche Krippe das Kind nach einem Jahr geht. Wenn das Kind krank ist, können wir auch 2 Wochen lang nichts für die Uni machen. Im Notfall können wir das Studium verlängern, wenn wir nur weniger Kurse als vorgesehen schaffen. Bei welchem Job kann man schon sagen, dass man nun ein paar Wochen lang gerne nur 10 Stunden pro Woche arbeiten möchte? Und der größte Vorteil für uns persönlich ist: Unsere Kinder müssen nicht mit 1 Jahr fremdbetreut werden. Wir können die ersten beiden Lebensjahre mit den Kindern verbringen.

Das einzige, was sich nicht im Vorfeld beantworten lässt, ist die Frage nach dem „Wie gestaltet sich der Alltag“. Doch wer kann das schon?

Eins oder zwei…

Gestern hatten wir die Diskussion, wann wir denn nun unser zweites Kind bekommen möchten (Dabei ist ja noch nicht mal eins unterwegs… hihi).  Ich hätte es mir generell vorstellen könnnen, einen relativ geringen Abstand (2, 3 oder auch 6 Monate) zwischen den Kindern zu haben. Wir haben da ja die Wahl^^ Allerdings sind wir ja nun beide noch sehr jung und uns wird von unseren Familien fast nur erzählt, wie unendlich anstrengend Kinder sind. Nicht nur deshalb kam für mein Schatzi deshalb nicht in Frage, während ihrer Schwangerschaft (sie wird das erste Kind bekommen) grundsätzlich schon zu versuchen, mich schwanger zu bekommen. Nun haben wir deshalb hin und her überlegt, wann und ob und wie wir nun ein zweites Kind möchten. Grundsätzlich bin ich nämlich total gegen Einzelkinder und möchte möglichst auch einen Abstand von weniger als 2 Jahren zwischen den Kindern. Das wäre natürlich erst Mal kein Problem – allerdings wären wir, wenn alles klappt und wir einen Abstand von 2 Jahren hätten, dann gerade entweder kurz vor der Masterarbeit oder schon fast fertig damit. Und es kommt nicht in Frage (schon allein finanziell nicht), nach dem Master erst Mal zu Hause zu bleiben und sich um Kinder zu kümmern. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben uns nun darauf geeinigt, zu warten, bis das erste Kind ein, zwei, Monate ist und danach am zweiten zu basteln. So können wir sehen, ob wir den Alltag mit einem Kind gut gebacken bekommen und uns beide auch noch ein zweites vorstellen können.

Und idealerweise (ja, ich gehe jetzt vom Idealfall aus) ist das zweite Kind dann auch 1,5 oder 2 Jahre, bis wir arbeiten müssen. Laange Zeit um uns ausgiebig um unsere Kinder zu kümmern 😉