Transfer 3…

und Zyklus 5.

Heute wurde ein 4-Zeller an Tag 2 transferiert. Ich würde gerne schreiben, dass wir total hoffnungsvoll und freudestrahlend sind, aber langsam schleicht sich einfach eine gewisse Müdigkeit ein… Vor über einem halben Jahr hatten wir den ersten Termin im Kinderwunschzentrum und die ersehnte Schwangerschaft lässt auf sich warten. Wäre an sich kein großartiges Drama, wäre da nicht jedes Mal die Strecke Leipzig-Berlin, die zurückzulegen ist. Entweder allein für meine Frau (Ultraschall) oder für uns alle (Transfer).

„Uns alle“ heißt in diesem Fall wir beide, unsere beiden Kinder plus meine Freundin und deren kleinstes Kind, das genau eine Woche älter als unser Babysohn ist. Und um Kosten zu sparen jeweils mit Quer-Durchs-Land-Ticket, was bedeutet, dass wir 2,5 Stunden pro Strecke mit der Bahn unterwegs sind. Es ist irgendwo einfach zermürbend…

Und finanziell ist es natürlich auch umso schwieriger, je länger es dauert. Pro Zyklus sind es Arztkosten von um die 450 Euro; dazu dann Anreise (ca. 100 Euro pro Zyklus). Nicht mit eingerechnet, dass die IVF schon verdammt viel an Geld verschlungen hat, meine Frau jeden Kryo-Zyklus Medikamente im Wert von ca. 100 Euro braucht… Es schlaucht. Es tut weh. Es macht wütend, verzweifelt. Nur, um dann wieder weh zu tun. Und dass das dritte Kind ja von Grund auf eher mein Wunsch war, macht die Sache für mich persönlich nicht leichter; auch, wenn meine Frau mir sagt, dass sie dieses Kind ja auch möchte. Es ist und bleibt halt eher mein (starker) Wunsch.

Parallel dazu kommt der Gedanke, dass es mit jeweils einem Embryo an Tag 2 transferiert eben auch mal dauern kann. Und es mit dem Gedanken im Hinterkopf für mich schwierig ist, wirklich, wirklich große Hoffnungen in jeden einzelnen Versuch zu stecken. Andererseits – Zwillinge wollen wir definitiv nicht riskieren. 2 Embryonen transferieren kommt also aktuell nicht in Frage. (Single-)Blastotransfer wollen wir aber auch nicht, weil wir darin keinen großartigen Vorteil für uns sehen – und wir haben eh „nur“ noch 6 Embryonen. Irgendwie sagt mein Bauchgefühl, dass wir erstmal wie geplant weitermachen sollten (je einen Embryo an Tag 2 transferieren).

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Und…

tut doch weh. Ich dachte ja, ich wäre mittlerweile abgeklärt oder… Keine Ahnung, was ich dachte. Aber ich hab gerade die Ordner auf meinem Desktop sortieren wollen und bin dabei über Babybauch- und Minibabybilder gestolpert. Und es tut weh. Ich wünsche mir so sehr ein drittes Kind (auch, wenn viele das vielleicht nicht verstehen können/wollen). Und es tut einfach weh, dass wir gefühlt noch keinen Schritt weiter sind. Im Gegenteil, es kommt mir gerade so vor wie bei der Behandlung für das große Kind: Wir nehmen alle unwahrscheinlichen, beschissenen Optionen mit und der Weg dauert und dauert und…

Zusätzlich haben wir erfahren, dass wir nun für den abgebrochenen Kryozyklus wohl um die 100 Euro zahlen müssen; tja. Früher waren abgebrochene Zyklen noch über die Krankenkasse abgerechnet worden… Trifft uns hart, nachdem wir nun für die Behandlungen für Kind 3 schon wieder locker über 3000 Euro ausgegeben haben (wobei wir sicherlich schon bei über 4000 Euro gelandet sind, mit den gesamten Reisekosten und tralala). Und ein Ende ist gerade nicht in Sicht… :/

Und richtig darüber reden kann ich gerade mit niemandem. Meine Frau schiebt es eher weg, ist zwar schon für mich da, aber großartig darüber geredet haben wir nicht. Und der Rest der Menschen um mich herum, die mir nahe stehen, hat halt einfach keine Ahnung davon. Keine Ahnung wie man sich fühlt. Keine Ahnung wie ich mich fühle. Und was das Thema angeht bin ich eben verdammt empfindlich, was es auch nicht leichter macht… 😦

 

 

Kinderwunsch.

Es ist heute der perfekte Tag, um mal wieder über Kinderwunsch zu sprechen. 🙂

Wir waren heute in der Kinderwunschklinik. Aber beginnen wir am Anfang…

Freitag, am 1. Juli, die grooße Überraschung – endlich, endlich kam die erste Blutung nach dem Abstillen. Immerhin mussten wir ganze 7 Wochen etwa warten. Hurra! Also schnell in der KiWu angerufen. Montag sollten wir zur Blutentnahme kommen.

Schnell Optionen durchgegangen und uns entschieden, der Option „meine Freundin fährt uns mit dem Auto nach Berlin“ den Vorzug zu geben 😀 So sind wir heute früüüühmorgens aufgestanden, haben uns fertig gemacht, die großen Kinder meiner Freundin in die Kita gefahren (und ihren Mann in die Arbeit), meine Frau mitsamt Kindern hier zu Hause eingesammelt und sind losgefahren.

In der Kinderwunschklinik spontan noch einen Termin bei der Kinderwunsch-Ärztin bekommen, weil etwas Durcheinander herrschte und dort in unserer Akte nicht vermerkt war, was wir denn nun überhaupt wollen… Dann spontan entschieden, den Zyklus jetzt tatsächlich mal zu beobachten, statt direkt einen künstlichen irgendwas-Zyklus zu starten (nächster Termin zum Follikel-Ultraschall ist dann Mitte nächster Woche). Und den Transfer – wie geplant – tatsächlich erst im darauffolgenden Zyklus zu machen, weil dieses ja nun der erste Zyklus nach dem Abstillen ist. Also im August… Ja. Alles etwas anders als ursprünglich geplant, aber ich kann gut damit leben.

Danach sind wir dann noch zu Madame Jordan, eine Tragehilfe für die Liebste erjagt, und dann ging es auch schon nach Hause (auf dem Weg nach Hause haben glücklicherweise alle drei Kinder überwiegend geschlafen).

Nun also erste „Warteschleife“ bis Mitte nächster Woche. Und die Hoffnung, dass sich die Anzahl der Warteschleifen sehr in Grenzen halten wird.

Die Frage nach der Privatsphäre…

Hab ich mir heute gestellt. Ich saß mit Kind, das gerade glücklicherweise nach einem 5-minütigen Brüllanfall (bei dem es untröstlich und absolut unzugänglich war, lange Vorgeschichte, tut nun aber nix zur Sache) etwas zur Ruhe kam, vor einem Lokal. Drinnen fand eine Veranstaltung statt, die wir (Tochter, Sohn und ich) gerade verlassen hatten (aufgrund des Brüllanfalls). Meine Frau war noch drin.

Eine andere Mutter kommt raus. Ebenfalls mit kleinem Kind. Ich bete, dass sie mich nun einfach bitte in Ruhe lässt (da großes Kind frisch nach einem Brüllanfall sehr leicht aus dem Konzept zu bringen ist, eine Ansprache von Fremden ist da also nicht gerade das, was ich favorisiere – außerdem heulte die Tochter immer noch ab und an ein wenig auf und ihre Stimmung war unberechenbar). Tja, ne, falsch gedacht. Hach, was für tolle Kinder. Ob es denn beide meine sind (ja). Wie sie denn heißen (Name Tochter, Name Sohn). Und wie der Altersabstand ist (15 Monate). Ob die beiden denn geplant waren (jaaa, ich bin mit einer Frau zusammen, die beiden Kinder waren absolut geplant). Nächste Frage zielte auf die Geburt ab (meine Frau hat beide geboren).

Und los ging’s. Erst ein Rumdrucksen. Mir sei das sicher zu privat und es ist ja auch nicht Thema der Veranstaltung… Aber wie die beiden entstanden sind? (Samenspende). Weiter rumdrucksen… Ich gehe nach drin, murmele etwas von: Ich hol meine Frau mal, wir wollen jetzt dann gehen… Sie begleitet mich nach drin und ich sage zu der Frau, die immer noch rumdruckst und wohl noch unbedingt eine Frage loswerden will: Ach, Fragen sind wir gewohnt, nur zu… Wie die beiden genau entstanden sind, da gäbe es ja ein befreundetes Paar, das hätte das ganz privat zu Hause tralala…. Ich dann: In der Klinik aus medzinischen Gründen. Verwirrtes Gesicht, „äh, ne, ich meinte nicht die Geburt“. Ich erkläre: Nein, die Geburt war nicht gemeint – Es war künstliche Befruchtung, in einer Kinderwunschklinik! … Und dann waren wir glücklicherweise drin und ich konnte mich abseilen.

Wie geht ihr (Regenbogenfamilien) mit solchen Dingen um? Normalerweise habe ich wenig dagegen, über die Entstehung unserer Kinder zu sprechen. Manchmal geht es mir aber einfach zu weit. In Situationen, in denen ich gerade andere Probleme habe (wenn ich mich in Ruhe um meine Kinder kümmern möchte). Und vor allem, was ich absolut nicht verstehe: Warum MUSS man im Detail von FREMDEN wissen, wie ihre Kinder entstanden sind? Sind wir im Zoo oder was? Ich frag Heteropaare ja auch nicht, in welcher Stellung und an welchem Zyklustag sie ihre Kinder gezeugt haben. Oder ob es geplant war – die Frage finde ich Fremden gegenüber eh irgendwie… Merkwürdig? Damit kann man auch arg ins Fettnäpfchen treten, weshalb mir(!) so eine Frage niemals über die Lippen kommen würde, wenn es einfach nur um Smalltalk geht…

Und zu den Heteropaaren, die mitlesen: Wenn ihr das nächste Mal eine Begegnung mit einer Regenbogenfamilie habt (und abzusehen ist, dass nicht mehr als ein einmaliger Chit-Chat daraus wird): Fragt nach dem Wetter. Den beliebtesten Ausflugszielen. Wie die Kinder heißen. Wie alt sie sind. Von mir aus auch ob sie in eine KiTa gehen oder zu Hause sind. Ob sie schon sprechen. Oder laufen. Oder essen. Oder weiß der Geier. Aber bitte erspart es uns, zu jeder (Un)gelegenheit immer über die Zeugung unserer Kinder sprechen zu müssen.

Zumindest ich fühle mich dann nämlich genötigt, das auch zu erzählen, weil ich meinen Kindern nicht das Gefühl geben möchte, das sei etwas negatives oder so. Aber ganz ehrlich: Es IST privat, höchstprivat! Versetzt euch einfach einmal in unsere Situation, die wir eh immer und überall erklären müssen, zusätzlich zu den zahlreichen Nachteilen und Hürden, die wir nehmen müssen – wir wollen im Alltag in der Regel einfach NORMAL leben. Mit Alltagsgesprächen, Alltagssituationen und Alltagsproblem(ch)en.

Nominiert von Jenny…

… und zwar für den Liebster Award! Vielen Dank an dieser Stelle. Trifft sich sehr gut, kurz vor der Geburt hat man ja irgendwie nie so wirklich was zu berichten, außer, dass man in Wartestellung ist und es schon zig Fehlalarme gab 😀

Da ich immer noch nicht so recht weiß, wie das funktioniert, hier nun die Regeln (auch für mich zum nochmal nachlesen 😉 ):

1. Du liest, dass du nominiert wurdest, und freust dich 😉
2. Bedanke dich bei dem Blogger, der dich nominiert hat, und verlinke ihn (Jenny von https://kindundstudium.wordpress.com hat mich nominiert)
3. Füge einen Liebster-Award-Button in deinen Post ein
4. Beantworte die (11) Fragen, die dir gestellt wurden
5. Nominiere ebenfalls 5-11 Blogs, die weniger als 300 Follower haben
6. Denke dir 11 Fragen aus….
7. Informiere diese Blogger, dass sie nominiert wurden

Punkt 1 und 2 habe ich erledigt, Punkt 3 folgt sogleich:

liebster-award

Und nun zu Punkt 4:

1. Wie kamst du zum Bloggen?

Eines Tages in grauer Vorzeit kam mir der Gedanke: Hey, bloggen wär doch garnicht mal so schlecht. Wir standen gerade relativ am Anfang der Familienplanung und waren etwas überwältigt von der Fülle an Entscheidungen und Informationen, die auf uns hereinprasselten.

2.Was ist dein Herzensthema in deinem Blog?

Oh, da gibt es mehrere 😉 Der Titel des Blogs vereint zwei davon: Unser Studium und unsere Familienform. Zugegeben, über’s Studium berichte ich nicht so dramatisch viel, aber so richtig viel zu berichten gibt es da gerade auch nicht 😀 Über unser Kind, die (noch) Schwangerschaft und über unseren weiteren Kinderwunsch gibt es hingegen viel zu berichten, also schreibe ich darüber. Außerdem ist es mir wichtig, Aufklärungsarbeit zu leisten. In erster Linie für alle anderen Frauenpaare da draußen, die möglicherweise von ihrer Frauenärztin zu hören bekommen „In Deutschland können Sie sich eh nicht in einer Kinderwunschklinik behandeln lassen, das ist verboten“ (Nein, die Aussage ist schlicht falsch). Oder Frauenpaare, die mit Vorurteilen aus dem Umfeld konfrontiert werden in die Richtung „Aber ein Kind braucht doch einen Vater“ (Braucht es nicht. Unserem geht es ohne hervorragend und Studien unterstützen unsere Beobachtung). Und zuletzt will ich, dass allen Lesern klar ist, in was für einer furchtbaren politischen Situation wir uns in Deutschland immer noch – 2015!!! – befinden. Wir dürfen uns nicht Ehepaar nennen, müssen für eine Behandlung in der Kinderwunschklinik a) meist weit reisen, da es wenige Kinderwunschkliniken gibt, die uns behandeln und b) batzenweise Geld auf den Tisch legen, weil wir von der Krankenkasse nicht einmal bei medizinischer Indikation eine Kostenübernahme bekommen. Und wenn das Wunschkind dann auf der Welt ist, muss man als Familie auch noch die Stiefkindadoption über sich ergehen lassen, die sich (in unserem Fall) mehr als ein Jahr hinzieht. Dass das furchtbare Zustände sind, muss glaube ich nicht nochmal extra erwähnt werden…

3.Wo liest du selber am liebsten?

Momentan leider viel zu wenig. Meist lese ich einfach die Blogs, die ich abonniert habe im Reader bei wordpress.com 😉

4.Land oder Stadt?

Stadt, Stadt, Stadt und nochmal Stadt. Je größer, desto besser!

5.Buch oder E-Book?

Buch! Einen E-Book-Reader haben wir garnicht und gerade deshalb, weil wir nur selten zum Lesen außerhalb von Kinderbüchern kommen, ist mir ein „richtiges“ Buch mit Seiten zum Umblättern und „Papier-Gefühl“ wichtig!

6.Wenn du einen Tag nur Zeit für dich hättest, wie würdest du den Tag gestalten?

Ehrlich gesagt: Absolut nicht anders als 90% der Tage, die wir mit dem Töchterchen aktuell verbringen. Ich würde auf keinen Teil meiner Familie verzichten wollen – wir würden also schönes Wetter bestellen, uns morgens direkt fertig machen, an den Strand oder in den Zoo fahren, mittags zusammen essen und nachmittags mit Töchterchen auf den Spielplatz gehen. Abends hätten wir dann Paar-Zeit und wären wohl so geschafft, dass wir uns bei ein paar Folgen unserer Lieblingsserien auf dem Sofa entspannen – oops, ich stelle gerade fest: Das ist ja schon unser Alltag! 😉 Das einzige, was ich gerne anders hätte: Ein wenig mehr (ruhigen) Schlaf auf Seiten vom Töchterchen, die schläft leider echt mies zur Zeit, weil sie krank ist.

7.Kaffee oder Tee?

Beides! Öfter gibt es aber Kaffee.

8.Mit wem würdest du am liebsten mal über dein Herzensthema persönlich sprechen?

Mit unserer Bundeskanzlerin. Ich würde sie zu uns nach Hause einladen und gleichzeitig noch andere Regenbogenfamilien. In der Hoffnung, dass sie sieht, dass wir ganz normale Eltern sind, unsere Kinder allesamt genauso glücklich und wohlbehütet sind, wie die Kinder in den von der CDU so hochgepriesenen „Ehen“. Ich KANN mir einfach nicht vorstellen, dass man – wenn man sich mit unserer Familie näher auseinandersetzt – noch schlechte Gefühle/Gedanken gegenüber Regenbogenfamilien haben kann. Wir empfinden uns, die rechtlichen Unterschiede mal außer Acht gelassen, als ganz normale Familie und haben genau die gleichen Probleme, Sorgen und Nöte im Alltag, die andere Paare mit Kindern auch haben.

9. Tag oder Nacht?

Eigentlich Tag! Wobei ich für eine gute Nacht mit viel Schlaf gerade womöglich auch einen schönen Tag mit meiner Familie eintauschen würde.

10.Strand- oder Kultururlaub?

Strand, Strand, Strand, Strand. Oder Tokyo. 😀 Am besten beides.

11.Auf welches Konzert oder Festival würdest du am liebsten mal gehen?

Ohne Kinder: X Japan. Mit (ausreichend großen) Kindern: Wacken 😉

 

Punkt 5: Nominierungen. Nun kommt der anstrengende Teil! Ich nominiere:

Punkt 6: Meine Fragen…

  1. Wie bist du zum Bloggen gekommen?
  2. Was beschäftigt dich momentan gedanklich?
  3. Wie sieht die (weitere) Familienplanung aus?
  4. Tragen oder Kinderwagenschieben? Oder beides?
  5. Wie sieht ein idealer Tag für dich aus?
  6. Erzähl mir doch mal ein wenig von deinem letzten Urlaub…
  7. Eigenheim oder Mietwohnung?
  8. Wo würdest du am liebsten deinen nächsten Urlaub verbringen?
  9. Beschreibe dich mit 3 Sätzen.
  10. Was würdest du ändern, wenn du für einen Tag die Welt regieren könntest?
  11. Was ist dein aktueller Lieblingsblog und warum?

Ich hoffe, mein dringender Wunsch nach Urlaub ist nicht so offensichtlich… *hüst*

… Und jetzt geh ich mal die Blogger informieren. 😀

Einmal Krankenhaus und zurück!

Keine Sorge, allen Beteiligten geht es gut. Wir waren heute noch spontan auf einem Infoabend im Krankenhaus.

Anlass war das Aufklärungsgespräch mit unserer Hebamme über die Hausgeburt. Dabei sind wir nämlich auf das Thema Verlegungsklinik für den Notfall gekommen. Eigentlich hatten wir das nächstgelegene Krankenhaus angepeilt in dem wir auch mit dem Töchterchen schon anlässlich des Fieberkrampfes waren. Doch unsere Hebamme ist von der Klinik so garnicht begeistert und legte uns ans Herz dort nur im wirklichen Notfall (mit-Krankenwagen-und-Blaulicht-Verlegung) hinzufahren. Also machten wir heute einen spontanten Ausflug zu einem etwas außerhalb gelegenen Klinikum, das von der Website her einen recht netten Eindruck machte… erstmal soviel: ich hoffe, dass nichts schief geht und wir niemals nicht in eine Klinik müssen!

Hier mal stichpunktartig die Erkenntnisse des Tages:

– Familienzimmer heißt nur so und ist keins, denn Geschwisterkinder müssen aus „versicherungstechnischen Gründen“ draußen bleiben
– Wöchnerinnenzimmer haben Dimensionen von Gefängniszellen und sehen auch fast so unpersönlich aus. Nett eingerichtet? Fehlanzeige. 2 Krankenhausbetten, 2 Kinderbetten, eine kleine Ablage zum Wickeln mit einer abgenutzten Wickelunterlage. Damit war das Zimmer dann aber auch brechend voll.
– auch im Kreißsaal haben Geschwisterkinder nichts zu suchen… Höchstens kurz, aber dann müssen Geschwisterkinder wieder raus. Warum? Wurde uns nicht gesagt, ich kann’s mir auch nicht erklären, aber ab zur nächsten Erkenntnis:
– eigentlich hat man in der Klinik eine Alleingeburt, denn für drei Kreißsäle ist nur eine einzige Hebamme vorhanden. Im Zweifelsfall liege ich also alleine da in den Wehen, während meine Frau aus unerfindlichen Gründen draußen auf das Töchterchen aufpassen muss anstatt mir mit der Kleinen Gesellschaft zu leisten…
– Eine Schwangere fragte dann, was passiert, wenn sie in der Gebärwanne entbinden möchte (Hintergrund: Nur 2 der 3 Kreißsäle hatten eine Wanne) und im „falschen“ Kreißsaal ist. Die Hebamme antwortete ganz salopp (dabei sah sie aus, als wäre sie von der genialen Idee, die sie da hatte, vollends überzeugt): Na, dann schauen wir, ob wir nicht den Kreißsaal tauschen können! Die arme andere Schwangere, die mitten in den Wehen in einen anderen Kreißsaal gekarrt wird… Auf die Nachfrage, wie oft es vorkommt, dass alle Gebärwannen belegt sind nur ein verlegenes Rumdrucksen seitens der Hebamme, ohne genauer zu werden.
– ambulante Geburten sind zwar theoretisch möglich, aber eigentlich nicht gern gesehen. Eine andere Schwangere fragte danach und bekam darauf eine Antwort nach dem Motto: „Sie KÖNNEN nach 2 Stunden gehen… Also, natürlich NUR, wenn es dem Kind gut geht. Und wenn es ihnen selbst gut geht. Aber EIGENTLICH bleiben die meisten Frauen schon 3 Tage hier!“ *blinkblink* *strenger Blick*
– Es gibt da keinen Kinderarzt nach 16 Uhr… was einem viele Mitschwangere immer erzählen von wegen Sicherheit für Mutter und Kind in der Klinik trifft also nicht wirklich zu. Im Notfall wird das Neugeborene ALLEINE in eine andere Klinik verlegt (Entfernung mit dem Auto laut Google 29 Minuten) und die Mama dann unter Umständen am nächsten Tag(!) auch… wenn es ihr gut geht. Wenn nicht, dann sobald es ihr gut geht. Suuuuuper… der Weg in die Kinderklinik wäre darüber hinaus sehr viel weiter als der Weg von uns aus dorthin (Entfernung: 8 Minuten mit dem Auto, mit Rettungswagen ca. 6 Minuten – haben wir ja schon hinter uns…)
– Essen während der Entbindung? Naja, wenn grad was da ist und man bespricht das dann mit der vielleicht-gerade-anwesenden-oder-auch-nicht-Hebamme… Ja, vielleicht darf man dann was essen… Also ehrlich, das ist doch meine Entscheidung wann und ob ich etwas essen möchte, oder nicht? Ist Essen dürfen nun ein Privileg geworden? Und gönnerhaft dann direkt hinterher: Also, trinken dürfen sie natürlich immer!
– Gleiches gilt für Schmerzmittel und besonders PDA: Man bespricht das dann mit der Hebamme, denn „man ist ja unter der Geburt auch immer im Gespräch miteinander, da kann man sich dann ja besprechen“… heißt, man bekommt die PDA wenn die vielleicht-gerade-anwesende-oder-auch-nicht-Hebamme der Meinung ist, dass das sinnvoll oder passend wäre UND der Anästhesist zufällig verfügbar ist… hoffentlich geht der nicht auch schon um 16 Uhr nach Hause! Selbstbestimmte Geburt? Wohl eher nicht. Oder: Ja, wenn man zufällig der gleichen Meinung wie die Hebamme ist…
– U1 wird in einem extra Raum gemacht, im „Stillraum“… in den ich als gerade Entbundene vermutlich nicht mitdarf, oder? Außerdem, wer rennt schon nach der Entbindung munter und gut gelaunt quer durch die Station… Beim Töchterchen fand die U1 wunderbar entspannt im Geburtshausbett umringt von ihren erschöpften Mamas und den liebevollen Hebammen statt und das war auch gut so!
– Und, was besonders meine Frau sehr geärgert hat: Da sieht die blöde Kuh genau, dass ein Frauenpaar anwesend ist und erwähnt bei jeder noch so tollen Gelegenheit: Die Väter dieses – die Männer jenes – Wäre ein „der Partner, der Begleiter“ denn zuviel verlangt gewesen? Wir standen genau.vor.ihrer.Nase! Ignorantes Weib…

Das beste am Abend war das freudestrahlende Töchterchen, das die werdenden Väter während der Besichtigung unterhielt und sich über die schönen Fische im Foyer freute. Wir fuhren dann gemütlich wieder nach Hause, entschieden, dass bei der Hausgeburt einfach alles gut laufen muss und wir niemals nicht freiwillig ins Krankenhaus für eine Entbindung gehen würden. Auf dem Heimweg schlief das Teufelchen dann seelig ein und wachte nicht einmal beim Ausbinden aus dem Tuch und anschließendem Wickeln im Bett auf.

Einmal Rücken stärken, oder Kopf waschen, oder…

Was auch immer.

Es ist nun sozusagen ES+13. Die HCG-Spritze haben wir an ES+5 gesetzt (5000 Einheiten Brevactid).

Meine Frau ist sich (recht) sicher, dass es geklappt hat. Nachdem sie sich aber schon beim letzten Versuch so sicher war, vertraut sie ihrem Gefühl natürlich absolut nicht mehr. Allerdings hat sie schon die typische Übelkeit, die bei dem Teufelchen auch recht früh begonnen hat. Und Sodbrennen. Das hatte sie im November-Versuch nicht…

Und jetzt wollen wir natürlich testen, aber es macht halt keinen Sinn und irgendwie möchte ich das Ergebnis auch garnicht wissen. Also, wenn’s positiv ist natürlich schon – aber ein negatives Ergebnis mag ich gerade echt nicht haben. Hm, versteht das irgendjemand da draußen?

Zum Glück hat meine Frau gerade keine Tests mehr gefunden. Vielleicht haben wir sie im letzten Versuch auch leer gemacht. Wir setzen uns jetzt auf die Finger und suchen NICHT weiter und werden auch keinen Test kaufen. Vielleicht schaffen wir es ja bis zum Bluttest am 2.1. – ich hoffe es.