Einmal Krankenhaus und zurück!

Keine Sorge, allen Beteiligten geht es gut. Wir waren heute noch spontan auf einem Infoabend im Krankenhaus.

Anlass war das Aufklärungsgespräch mit unserer Hebamme über die Hausgeburt. Dabei sind wir nämlich auf das Thema Verlegungsklinik für den Notfall gekommen. Eigentlich hatten wir das nächstgelegene Krankenhaus angepeilt in dem wir auch mit dem Töchterchen schon anlässlich des Fieberkrampfes waren. Doch unsere Hebamme ist von der Klinik so garnicht begeistert und legte uns ans Herz dort nur im wirklichen Notfall (mit-Krankenwagen-und-Blaulicht-Verlegung) hinzufahren. Also machten wir heute einen spontanten Ausflug zu einem etwas außerhalb gelegenen Klinikum, das von der Website her einen recht netten Eindruck machte… erstmal soviel: ich hoffe, dass nichts schief geht und wir niemals nicht in eine Klinik müssen!

Hier mal stichpunktartig die Erkenntnisse des Tages:

– Familienzimmer heißt nur so und ist keins, denn Geschwisterkinder müssen aus „versicherungstechnischen Gründen“ draußen bleiben
– Wöchnerinnenzimmer haben Dimensionen von Gefängniszellen und sehen auch fast so unpersönlich aus. Nett eingerichtet? Fehlanzeige. 2 Krankenhausbetten, 2 Kinderbetten, eine kleine Ablage zum Wickeln mit einer abgenutzten Wickelunterlage. Damit war das Zimmer dann aber auch brechend voll.
– auch im Kreißsaal haben Geschwisterkinder nichts zu suchen… Höchstens kurz, aber dann müssen Geschwisterkinder wieder raus. Warum? Wurde uns nicht gesagt, ich kann’s mir auch nicht erklären, aber ab zur nächsten Erkenntnis:
– eigentlich hat man in der Klinik eine Alleingeburt, denn für drei Kreißsäle ist nur eine einzige Hebamme vorhanden. Im Zweifelsfall liege ich also alleine da in den Wehen, während meine Frau aus unerfindlichen Gründen draußen auf das Töchterchen aufpassen muss anstatt mir mit der Kleinen Gesellschaft zu leisten…
– Eine Schwangere fragte dann, was passiert, wenn sie in der Gebärwanne entbinden möchte (Hintergrund: Nur 2 der 3 Kreißsäle hatten eine Wanne) und im „falschen“ Kreißsaal ist. Die Hebamme antwortete ganz salopp (dabei sah sie aus, als wäre sie von der genialen Idee, die sie da hatte, vollends überzeugt): Na, dann schauen wir, ob wir nicht den Kreißsaal tauschen können! Die arme andere Schwangere, die mitten in den Wehen in einen anderen Kreißsaal gekarrt wird… Auf die Nachfrage, wie oft es vorkommt, dass alle Gebärwannen belegt sind nur ein verlegenes Rumdrucksen seitens der Hebamme, ohne genauer zu werden.
– ambulante Geburten sind zwar theoretisch möglich, aber eigentlich nicht gern gesehen. Eine andere Schwangere fragte danach und bekam darauf eine Antwort nach dem Motto: „Sie KÖNNEN nach 2 Stunden gehen… Also, natürlich NUR, wenn es dem Kind gut geht. Und wenn es ihnen selbst gut geht. Aber EIGENTLICH bleiben die meisten Frauen schon 3 Tage hier!“ *blinkblink* *strenger Blick*
– Es gibt da keinen Kinderarzt nach 16 Uhr… was einem viele Mitschwangere immer erzählen von wegen Sicherheit für Mutter und Kind in der Klinik trifft also nicht wirklich zu. Im Notfall wird das Neugeborene ALLEINE in eine andere Klinik verlegt (Entfernung mit dem Auto laut Google 29 Minuten) und die Mama dann unter Umständen am nächsten Tag(!) auch… wenn es ihr gut geht. Wenn nicht, dann sobald es ihr gut geht. Suuuuuper… der Weg in die Kinderklinik wäre darüber hinaus sehr viel weiter als der Weg von uns aus dorthin (Entfernung: 8 Minuten mit dem Auto, mit Rettungswagen ca. 6 Minuten – haben wir ja schon hinter uns…)
– Essen während der Entbindung? Naja, wenn grad was da ist und man bespricht das dann mit der vielleicht-gerade-anwesenden-oder-auch-nicht-Hebamme… Ja, vielleicht darf man dann was essen… Also ehrlich, das ist doch meine Entscheidung wann und ob ich etwas essen möchte, oder nicht? Ist Essen dürfen nun ein Privileg geworden? Und gönnerhaft dann direkt hinterher: Also, trinken dürfen sie natürlich immer!
– Gleiches gilt für Schmerzmittel und besonders PDA: Man bespricht das dann mit der Hebamme, denn „man ist ja unter der Geburt auch immer im Gespräch miteinander, da kann man sich dann ja besprechen“… heißt, man bekommt die PDA wenn die vielleicht-gerade-anwesende-oder-auch-nicht-Hebamme der Meinung ist, dass das sinnvoll oder passend wäre UND der Anästhesist zufällig verfügbar ist… hoffentlich geht der nicht auch schon um 16 Uhr nach Hause! Selbstbestimmte Geburt? Wohl eher nicht. Oder: Ja, wenn man zufällig der gleichen Meinung wie die Hebamme ist…
– U1 wird in einem extra Raum gemacht, im „Stillraum“… in den ich als gerade Entbundene vermutlich nicht mitdarf, oder? Außerdem, wer rennt schon nach der Entbindung munter und gut gelaunt quer durch die Station… Beim Töchterchen fand die U1 wunderbar entspannt im Geburtshausbett umringt von ihren erschöpften Mamas und den liebevollen Hebammen statt und das war auch gut so!
– Und, was besonders meine Frau sehr geärgert hat: Da sieht die blöde Kuh genau, dass ein Frauenpaar anwesend ist und erwähnt bei jeder noch so tollen Gelegenheit: Die Väter dieses – die Männer jenes – Wäre ein „der Partner, der Begleiter“ denn zuviel verlangt gewesen? Wir standen genau.vor.ihrer.Nase! Ignorantes Weib…

Das beste am Abend war das freudestrahlende Töchterchen, das die werdenden Väter während der Besichtigung unterhielt und sich über die schönen Fische im Foyer freute. Wir fuhren dann gemütlich wieder nach Hause, entschieden, dass bei der Hausgeburt einfach alles gut laufen muss und wir niemals nicht freiwillig ins Krankenhaus für eine Entbindung gehen würden. Auf dem Heimweg schlief das Teufelchen dann seelig ein und wachte nicht einmal beim Ausbinden aus dem Tuch und anschließendem Wickeln im Bett auf.

Samstage in Leipzig

… Langweilig? Ne, nicht, wenn man ein Kind hat, dessen Spitzname Teufelchen ist.

Was auch immer in ihrem Kopf vorging, vielleicht dachte sie ja, man muss ja auch wirklich ALLE Aspekte einer neuen Stadt kennen? Das Ergebnis war auf jeden Fall ein Fieberkrampf vom feinsten (immerhin – dank direkter Diazepam-Gabe – kein komplizierter – < insert Freudenschrei hier >). Und mal wieder Kinderintensivstation, mindestens 24 Stunden, danach möglicherweise noch eine Nacht auf der normalen Station. Juchu!

Auf jeden Fall kommt der Notarzt hier deutlich schneller – und man muss vorher nicht ewig rumdiskutieren, damit überhaupt einer kommt – und der Weg zum Krankenhaus ist deutlich kürzer. Ein eindeutiger Minuspunkt ist allerdings, dass nur ein Elternteil mit dem Notarzt mitfahren kann. Meine arme Frau musste knapp 15 Minuten auf die Tram warten und war ziemlich verzweifelt, weil sie beim Fieberkrampf auch nicht dabei war und etwas überrumpelt war – ich ging mit dem Teufelchen schonmal einkaufen, sie wollte gleich nachkommen, damit wir noch zusammen Lebensmittel einkaufen können und BÄM – sie kommt nach unten, der Notarzt steht vor der Passage (da ich mit leicht fieberndem Kind losgegangen bin, schwante ihr schon Böses)… Und sie findet uns nirgends. Zum Glück hab ich sie noch irgendwo aufgegabelt, kurz bevor wir in den Notarztwagen eingestiegen sind…

Meine Frau verbringt die Nacht nun also im Krankenhaus und ich sitz zuhause (oder besser gesagt: Steh im Hausflur, denn wir haben IMMER NOCH KEIN INTERNET), hab mit noch niemandem gesprochen seitdem (lediglich die Patentante bekam eine SMS, mir ist einfach nicht nach anderen Menschen) und ich mag nimma. Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass das Töchterchen überhaupt mit 6(!) Monaten einen komplizierten(!) Fieberkrampf hat? Und wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste Fieberkrampf direkt beim nächsten Fieber und schon nach nur 4,5 Monaten kommt – bei einer Temperatur von nicht einmal 39 Grad, langsam(!) steigend? Es müssen letztlich um die 38,5 Grad gewesen sein, zumindest sagte das das Thermometer 15 Minuten vor dem Fieberkrampf – und im Krankenhaus 30 Minuten nach dem Fieberkrampf waren es dann auch „nur“ 38,9 Grad.

Ach, ich hasse Statistik – besonders, wenn man auf der falschen Seite steht!

Ohne Krankenhaus wäre ja langweilig!

Unsere geliebteste kleine Chaosprinzessin war wohl der Ansicht, dass diese Schwangerschaft gefälligst vielseitig(er?) werden soll.

So entschied sie also in der Nacht von Samstag auf Sonntag, uns ein wenig zu ärgern. Meine Frau wachte plötzlich schwer atmend auf und hatte einen fürchterlichen Albtraum gehabt – sie hatte einen Kaiserschnitt und unsere Kleine war tot.

Nach etwa 15-20 Minuten hatte sie sich wieder soweit beruhigt, dass sie nicht mehr weinen musste und noch wach, aber schon etwas ruhiger im Bett lag. Dann stellten wir fest: Der Bauch wird hart. Nicht nur manchmal und wenig, sondern etwa alle 1-5 Minuten für jeweils eine Minute. Es war etwa 3 Uhr. Wir warteten noch etwas ab. Um halb vier rief ich schließlich in der Notaufnahme an. Ich wurde an ein anderes Krankenhaus (mit Gynäkologie bzw. Entbindungsstation) verwiesen. Noch ein Anruf. Nachdem ich das Problem geschildert hatte, wurde uns geraten, sofort in die Notaufnahme zu kommen. Gut. Gegen viertel vor vier machten wir uns auf den Weg und um halb fünf etwa waren wir dann endlich da. Erst in der falschen Station, dann schließlich richtig.

Dann folgte ein Marathon von CTG, Ultraschall und – ja, was sonst? – ewigem Warten. Um 7:15 Uhr waren wir schließlich wieder zu Hause. Keine Wehen gesichtet, Gebärmutterhals lang (über 4 cm) und auch sonst alles fein. Hatte ich schon erwähnt, dass der Bauch punkt „Verlassen der Wohnung“ plötzlich dauerhaft butterweich war und alles super war?! Echt, unsere Prinzessin HAT Sinn für Humor. Für tiefschwarzen, was auch sonst.

Nach der ganzen Aufregung haben wir praktisch den ganzen Sonntag verschlafen und sind immer noch etwas groggy.

Aber etwas belohnt wurden wir (immerhin!): Beim CTG fing unsere Kleine plötzlich an, Schluckauf zu haben. Sowas niedliches hab ich in meinem ganzen Leben noch nie gehört – ich bin verliebt! 😀 Und sie hat sich darin geübt, gegen das CTG-Ultraschall-Kopf-Dingsi zu treten. So niedlich! Tja, ein wenig Quälerei muss sein, wenn die Prinzessin so einen Mist baut. Hat uns immerhin zu der Überzeugung gebracht, KEIN standardmäßiges Dauer-CTG bei den nächsten Arzt- und Hebammenterminen zu wollen. SO einen Terror hat unser Krümelinchen echt noch nie gemacht, wie in der einen Stunde mit dem CTG…

Wir sind fix und alle (auch nervlich) und echt – ich bin so, so, so froh, wenn sie endlich draußen ist und wir sie gesund und munter im Arm halten. So niedlich sie im Bauch auch ist, diese „Rückschläge“ zerren an meinen Nerven. Ich hab einfach Angst um unsere kleine „Höllen-Helli“, wie sie seit dem Wochenende ab und zu liebevoll genannt wird…

OP-Bericht

So, wie von meinem Schatz bereits versprochen gibt es jetzt auch mal einen OP- und Krankenhaus-Bericht von der Patientin selbst ^.^

Am Dienstag Abend waren wir ja erst beim Narkose-Vorgespräch und haben da auch das erste Mal das Krankenhaus gesehen. Das Gebäude ist wie ein kleines Schloss mit einem sehr schönen Vorgarten, innen gibt es sehr schöne Holzverkleidungen und Stuck im Eingangsbereich. Die Anästhesie-Sprechstunde war recht merkwürdig: nach der Anmeldung mussten wir ein paar Minuten warten und einen Fragebogen über Vorerkrankungen ausfüllen, die Ärztin bat uns schließlich rein und nach gerade mal 5 Minuten war es dann auch schon vorbei… und meine Nerven waren am Ende. Ich habe mir die schlimmsten Dinge ausgemalt, ein paar Tränen vergossen und am Ende etwa 3 bis 4 Stunden geschlafen.

Wie auch immer, nachdem wir um 4:30 Uhr aufgestanden sind und dann um 6:00 Uhr in der Klinik auf der Matte standen, wurde ich von einer sehr netten Schwester betreut, habe ein „Krankenhaus-Dress“ – wie sie es nannte – bekommen und musste neben einer Schmerztablette auch etwas beruhigendes einnehmen. Das alles war ziemlich beängstigend, aber ich war zumindest schonmal beruhigt, dass in dem kleinen Zimmer nur zwei und nicht drei Betten standen und die Toilette zwar nicht auf dem Zimmer aber immerhin direkt neben der Tür war. (Das war im Vorfeld auch meine größte Angst, dass ich am Ende im Kittelchen, halb nackt und völlig verwirrt durch die halbe Station bis zur Toilette wanken müsste… XD)

Von der Beruhigungstablette habe ich ehrlich gesagt kein bisschen gemerkt, aber etwa gegen 7:45 Uhr kam dann ein netter, fülliger Herr (der mich sofort ein bisschen an unseren ehemaligen Schul-Hausmeister erinnerte) um mich im Bett zum OP zu fahren. Dafür ging es über den (zum Glück leeren, da noch so früh am Morgen, Gang), hinein in den Aufzug und ins Untergeschoss. Dort wurde ich an einen anderen, ebenfalls sehr netten und schlacksigen Kerl übergeben, der die weiteren OP-Vorbereitungen übernommen hat. Da die Bauchspiegelung meine erste OP war, beliefen sich alle meine Kenntnisse zu diesen Vorbereitungen auf das, was ich aus Grey’s Anatomy, Emergency Room und Co kannte… Die OP-„Schwester“ (gibt es dafür eine männliche Bezeichnung?) lenkte mich während der ganzen Vorbereitungen (Umbetten, Zugang legen, EKG anschließen) ein bisschen ab, fragte, was ich beruflich machte und schließlich redeten wir ein bisschen über Videospiele (er hatte gerade Mass Effect 3 fertig beendet ^^). Generell fand ich es sehr beruhigend und angenehm, dass alle Mitarbeiter rund um den OP sich scheinbar sehr gut verstanden, per Du waren und immer mal wieder ein paar Witze gemacht haben. Als so weit alles fertig war, kam mein Arzt schließlich, verkündete er sei gerade mit dem Fahrrad angekommen und fit und bereit um die OP anzugehen.

Von der Narkose-Einleitung selbst bekam ich dann gar nicht mehr viel mit: irgendwann wurde ich etwas abwesend, ich sollte dann an etwas schönes denken und innerhalb von gefühlt wenigen Sekunden war ich auch schon weg. Ich hatte mir das ganze wirklich unangenehmer und beängstigender vorgestellt…

Irgendwann wachte ich dann also im Aufwach-Raum wieder auf, ausgeruht und relativ fit. Nachdem ich das erste Mal die Augen geöffnet hatte, wurde ich recht schnell wieder hell wach und beobachtete ein bisschen das Treiben um mich herum. Über den Zugang an meinem Handgelenk wurde mir Flüssigkeit zugeführt, neben mir lag noch ein Mann, von dem ich allerdings kaum etwas sah, da ein Sichtschutz dazwischen aufgebaut war. Überall liefen ein paar Schwestern rum und mir wurde dann gesagt, dass wohl ein Eileiter verschlossen war, der aber wieder geöffnet wurde und alles in Ordnung war. Im Nachhinein war ich mir aber nicht mehr ganz sicher, ob das wirklich so passiert ist XD erst am nächsten Morgen, als der Arzt mich aufklärte, bestätigte sich, was die Schwester gesagt hatte.

Nachdem ich ein paar Fragen beantwortet hatte (welcher Tag heute war und wie mein Name ist), beschlossen die Schwestern wohl, dass ich bereit dazu war, wieder in mein eigenes Zimmer zurück zu kehren. In der Zwischenzeit war das zweite Bett im Zimmer besetzt und mein Schatz hatte sich in den Vorraum gesetzt, sodass ich die Schwester erst einmal gefragt habe, wo meine Frau denn wäre. Die holte sie dann innerhalb weniger Minuten und dann war alles wieder in Ordnung ^__^

Mit ging es dann erstaunlich gut. Etwas Bauchschmerzen, die Drainage, die die Flüssigkeit aus dem Bauchraum leiten sollte, war etwas unangenehm, ansonsten hatte ich schrecklich Durst (bei der Hitze war es die reinste Folter für insgesamt 10 Stunden nichts trinken zu dürfen…). Der Tag verlief dann recht entspannt, ich war etwas Müde, schlief nochmal für einige Zeit und wie meine Frau bereits berichtete gestaltete sich der Toilettengang als etwas problematisch, da mir jedes Mal schwarz vor Augen wurde, wenn ich aufstand. So war ich den restlichen Tag ans Bett gefesselt…

Insgesamt bin ich aber ziemlich glücklich mit dem Krankenhaus, die Schwestern kamen innerhalb von wenigen Minuten, sobald ich den Rufknopf gedrückt hatte. Es wurde auch darauf geachtet, dass ich genug trank und immer genügend Schmerzmittel bekam. In regelmäßigen Abständen wurde der Blutdruck gemessen und der Drainage-Beutel überprüft. Meine Zimmernachbarin wurde etwas nach mir operiert und war schneller wieder auf den Beinen. Zum Glück verstanden wir uns sehr gut, sodass wir uns am nächsten Morgen zum Frühstück viel unterhielten, über Kinder sprachen und die Kinderwunschbehandlung von mir und meiner Frau.

Und nun noch der interessanteste: Um 7 Uhr morgens am nächsten Tag kam mein behandelnder Arzt super gut gelaunt ins Zimmer geschneit (zum Glück war ich schon einige Zeit wach, da das Liegen nicht mehr so besonders bequem war und alles irgendwie gezwickt und gezogen hat). Er sagte, dass es eine gute und eine schlechte Nachricht gäbe: mein linker Eileiter war scheinbar verschlossen, aber er konnte ihn wieder freispülen, außerdem hatte ich eine Verwachsung am Blinddarm, die er gelöst hatte. Alles in Ordnung also und er zeigte mir auch Bilder von Gebärmutter und Eierstöcken. Kurz darauf wurde ich noch von der Drainage befreit, was ziemlich unangenehm war und während dem Frühstück kam meine Frau dann auch endlich um mich abzuholen. Gegen 9 Uhr verließen wir dann endlich das Krankenhaus, fuhren mit Bus und U-Bahn nach Hause und machten dann noch ein kleines Nickerchen.

Im Rückblick bin ich also wirklich froh die OP gemacht zu haben, jetzt kann es endlich losgehen und im nächsten Zyklus klappt es dann hoffentlich endlich! Drückt uns die Daumen!

Wenn jemand noch Fragen hat, werde ich die gerne beantworten, also keine falsche Bescheidenheit ^.~

Ich hab meine Frau wieder!

… Und es war (für mich) die schrecklichste, grausamste Nacht überhaupt. Zum Glück konnte ich überhaupt schlafen (die Übermüdung hat mich zum Schlaf gezwungen). 

Aber jetzt ist meine Frau wieder in UNSEREM Bett, in UNSERER Wohnung und JETZT können wir eine Familie werden! 😀

…Aber vorher gibt’s für mich erstmal Frühstück. Ich bin heut um 7 Uhr aufgestanden, um meine Frau aus dem Krankenhaus abzuholen, und hab noch nichts gegessen… 

OP und Krankenhaus

So, heute morgen war’s also so weit. Nach gefühlt 5 Minuten Schlaf mussten wir um 4:30 Uhr aufstehen. Um 6 Uhr sollten wir in der Klinik sein.

An sich lief alles gut (offensichtlich). Meine Frau war direkt nach der OP praktisch wieder komplett wach und soweit ging es ihr auch ganz ok. Nur das Aufstehen wollte selbst heute Nachmittag noch nicht so ganz klappen (Schweißausbrüche und Schwindelanfälle bei jedem Versuch aufzustehen – das höchste der Gefühle war selbst auf die Toilette zu gehen, weiter ging es heute nicht). Deshalb (und weils ja von Anfang an so geplant war…) ist meine Frau nun über Nacht in der Klinik.

Was bei der OP rausgekommen ist, erfahren wir erst morgen. Meine Frau meint sich zu erinnern, jemand hätte ihr nach der OP im Aufwachraum gesagt, dass ein Eileiter verschlossen war und dieser wieder geöffnet bzw. durchgespült wurde und jetzt durchgängig ist. Im Laufe des Tages wurde sie sich aber immer unsicherer, ob das wirklich passiert ist oder sie noch geträumt hat 😉

Ansonsten ist die Klinik ganz gut. Essen ist echt lecker, meine Frau ist zum Glück in einem „nur“ 2-er Zimmer und das Personal ist sehr kompetent, zuvorkommend und freundlich.

Mir geht’s soweit ganz ok. Als ich vor etwa einer halben Stunde nach Hause kam, brach ich erstmal in Tränen aus. Der Tag war insgesamt einfach zu viel. Ich habe gerade mal 2 oder 3 Stunden geschlafen, dann dauerte die OP statt 75 Minuten ganze 2 Stunden. Natürlich konnte mir auch keiner irgendwas sagen (nach 1 Stunde 40 Minuten hatte ich mal nachgefragt…). Außerdem erfahren wir das genaue Ergebnis eben erst morgen, was echt irgendwie doof ist. Vor allem, weil ich wahrscheinlich nicht dabei sein werde. Der Arzt kommt vermutlich noch vor dem Frühstück vorbei, während ich erst gegen 9 dort auftauchen „darf“. Und das auch nur auf explizite Nachfrage (Besuchszeit ist ab 10 Uhr, allerdings ist die Entlassung eventuell schon vorher). Ich werde trotzdem um etwa 8:15 Uhr dort auftauchen, selbst wenn ich dann noch im Aufenthaltsraum „vor“ der Station warten muss. An sich sind die Schwestern ja auch super-lieb und wahrscheinlich ist’s dann morgen eh kein Problem und ich mach mir mal wieder zu viele Gedanken.

Ansonsten hat meine Frau heute recht viel geschlafen, wir haben ein bisschen gekuschelt und geredet, aber überwiegend habe ich mich im Aufenthaltsraum aufgehalten und gelesen (200 Seiten…).

Für heute steht jetzt noch an:
-Einkaufen
-Garten gießen
-etwas aufräumen
-Bett neu beziehen (zwecks Katzenhaare, unnötige Keime etc.)
und ansonsten:
-schlafen.

Mal sehen, in welcher Reihenfolge ich das mach. Grundsätzlich kann ich alles zu jeder Zeit machen (nachts hat der Supermarkt hier um die Ecke auch auf 😉 )

Arztwechsel und OP

Sooo…

Gibt ja viel zu berichten. Die neue Ärztin ist toll (danke nochmal für die Empfehlung an dieser Stelle) und wir werden nun auch definitiv zu ihr wechseln.

Ansonsten gibt’s noch eine – recht erfreuliche – Neuigkeit. Eigentlich dachten wir ja, dass Clomifen nicht wirkt. Gestern war aber im Ultraschall immerhin schon ein 13 mm großes Follikel zu erkennen! Für uns ein riiiesiger Fortschritt und wir sind nun guter Dinge, dass wir mit einer höheren Clomi-Dosis ein bis zwei schöne Follikel hinbekommen 😉 Es wird dann wohl auf 100 mg statt 50mg Clomifen täglich für 5 Tage hinauslaufen.

Da wir jetzt diesen Zyklus nicht nutzen werden, hat unsere Ärztin eine Bauchspiegelung vorgeschlagen. Mittlerweile haben wir viel drüber nachgedacht und werden die auch machen. Der Termin ist schon nächsten Mittwoch, und meine Frau muss dann eine Nacht im Krankenhaus verbringen… Die erste Nacht seit 5 Jahren, in der wir  „getrennt“ sind 😦 Aber danach wissen wir, ob alles ok ist und wir wie geplant weitermachen können.

Ein Vorteil von der Bauchspiegelung ist auch, dass die Gebärmutter „angeritzt“ wird. Das soll gut für eine mögliche Einnistung im nächsten Zyklus sein! Außerdem werden die Eileiter mal „durchgepustet“ (sofern sie ok sind), was die Schwangerschaftsraten auch erhöht. Wir sind also guter Dinge, dass es danach recht schnell klappt! Und falls etwas gefunden wird (z. B. Endo), wird das auch gleich beseitigt. Außerdem wird eine Probe der Gebärmutterschleimhaut genommen, die danach untersucht wird.

Immerhin haben wir danach die Gewissheit, ob alles ok ist, und wissen dann, wie wir weitermachen können. Eine IUI mit geschlossenen Eileitern wäre dann ja wenig sinnvoll, und wenn alles richtig gut aussieht, würden wir vielleicht auch ein paar IUIs mehr machen, bevor wir über IVF nachdenken.

Drückt uns die Daumen, dass wir die Nacht gut überstehen. Meine Frau tut mir total leid, ich hoffe so, dass sie einfach viel schlafen kann in der Zeit und nicht viel mitbekommt. Und danach müssen wir wahrscheinlich einen ganzen Tag lang nur kuscheln 😀