Verrückte Gedanken…

… Kennt ihr das?

Momentan ziehen wir ernsthaft in Erwägung, für die 3. Geburt (für die 2. ist es zu kurzfristig) ins (EU-)Ausland zu gehen. In ein Land, in dem wir von Anfang an beide in der Geburtsurkunde unseres Kindes stehen. Um die Stiefkindadoption zu umgehen. Ob das möglich ist?

Wir würden uns eine Ferienwohnung am Strand mieten, eine Hebamme vor Ort vorher kennenlernen und dann würde meine Frau eine (Privat-)Strand-Geburt bekommen 😀

Kinder und Katzen kommen natürlich mit, wir würden uns ab Schwangerschaftswoche 37+ für 6 Wochen dort aufhalten, damit wir nach der Geburt idealerweise noch mind. 2 Wochen bleiben können.

Meint ihr, das wäre (theoretisch) möglich? Wenn man mal die Gedanken von „das macht man doch nicht!“, „So viel Aufwand“ wegschiebt?

Bei der Krankenkasse würden wir da am Montag mal anfragen, ob das (theoretisch) möglich ist.

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Zurück aus dem Urlaub

Wie aufmerksame Leser bestimmt bemerkt haben, war es hier die letzte Woche sehr ruhig 😉

Wir waren in der letzten Woche in München und einige Tage in einem Naherholungsgebiet in Bayern, das von Bergen umgeben ist, und etwa 100 Kilometer von München entfernt ist.

Die Zeit allein mit meiner Frau war wirklich total schön. In München waren wir dann bei ihren Eltern, und mir ging es zunehmend schlechter. Teilweise war es das Wetter, und ansonsten… So richtig weiß ich auch nicht, was mit mir los war. Mir wurde bewusst, dass wir nur den einen Versuch der künstlichen Befruchtung haben. Ich hab einfach eine wahnsinnige Angst, dass es nicht klappt und wir uns keinen Versuch mehr leisten können. Und ich finde es einfach so unglaublich ungerecht, alles selbst zahlen zu müssen – während die Krankenkassen für jeden anderen Mist Geld mit vollen Händen ausgeben.

Außerdem war es einfach anstrengend. So richtig mit der Art der Eltern meiner Frau komm ich nicht zurecht. Da durften wir uns von der Mutter meiner Frau dann vorschlagen lassen, dass wir uns doch nach dem Bachelor „einfach mal so“ bei Unternehmen bewerben sollen, „nur um mal zu sehen, was wir so bekommen könnten“. Schon fast seit Beginn des Studiums haben wir immer wieder gesagt, dass wir auf jeden Fall noch einen Master machen möchten. Und jetzt, wo ein Kind geplant ist, ja noch viel mehr – wie soll das sonst gehen? Sollen wir mit einem Neugeborenem Arbeiten gehen? Soll meine Frau sich am Ende mit kugelrundem Babybauch bewerben, „nur um mal zu sehen, was wir bekommen könnten“? Dabei hatte ich gerade bei den Eltern meiner Frau erwartet, dass sie uns unterstützen und das auch gut finden, wenn wir einen Master machen möchten. Und ganz ehrlich (und ja, da spricht auch die Faulheit): Warum zur Hölle soll ich mir die „Arbeit“ von Bewerbung und Vorstellungsgespräch machen, wenn ich eh nicht vorhabe, den Job anzunehmen?

Außerdem musste ich immer unglaublich aufpassen, was ich sage. Die Mutter meiner Frau weiß ja, dass wir ein Kind planen. Allerdings hat sie das von uns erfahren, und bisher offensichtlich ihrem Mann auch nicht erzählt (ja, das finde ich richtig schräg). Liegt wohl daran, dass sie ihm nicht zutraut, damit klarzukommen – er würde sich zu viele Gedanken machen und könnte dann wieder nicht schlafen. Ja, er ist ein grüblerischer Mensch, aber ist das eine Alternative? Mir graut es schon davor, wenn wir die Schwangerschaft verkünden, und er dann total überrumpelt ist. So richtig gefällt mir die Vorstellung nicht – aber das ist echt nicht mein Problem. Also musste ich jedes einzelne Mal, als wir zu viert unterwegs waren, höllisch aufpassen, dass ich nichts verriet. Und ja, das fiel mir irgendwie schwer. Das Baby-Thema ist in unserem Alltag einfach so präsent, dass ich immer mal wieder darüber nachdenke und dann eben mit meiner Frau auch direkt darüber rede – normalerweise. Außerdem musste ich mich zusammennehmen, um nicht zu enthusiastisch zu wirken, wenn es – irgendwie – um Kinder ging, oder niedliche Kinder auf der Straße waren, oder oder…

(Und eine kleine Anmerkung: Ja, der Vater meiner Frau mag grüblerisch sein, aber er ist wirklich ein lieber Mensch! Ich kann mir kaum vorstellen, dass er soo geschockt wäre und irgendwas dagegen hätte. Nur das übliche eben: Und wenn ihr das Studium dann nicht schafft, und wenn irgendwas schief geht, wenn was passiert, bla, bla. Das, was man sich – fast immer – anhören muss. Ja, vielleicht wär er auch nicht absolut begeistert, aber so, wie es jetzt ist, also dass er völlig ahnungslos ist, ist es auch nicht ideal.)

So wurde ich einfach immer deprimierter. Ich hasse es, mich verstellen zu müssen. Und ich rede gern über das Thema Kinder. Ich mag Kinder einfach, und wie lässt sich ein akuter Kinderwunsch in so einer Situation auch so komplett verbergen? Jedes Mal, wenn ich gesagt habe „Wenn wir mal Kinder haben“, war es wie ein Stich ins Herz. Einerseits die Grundängste, die immer da sind: Wird meine Liebste bei der 1. IVF oder den hoffentlich folgenden Kryos schwanger werden? Können wir uns mehr als eine Behandlung leisten, wenn die 1. nicht erfolgreich ist? Und andererseits ständig darauf zu achten, ja nicht zu viele Hinweise auf unseren Kinderwunsch zu geben… Und, was mir am meisten in Erinnerung geblieben ist: Die Mutter meiner Frau war total erschrocken, als wir gesagt haben, dass wir die Behandlungen selbst zahlen müssen. „Aber ihr seid doch beide Krankenversichert!“ – Aber mehr kam dann auch nicht. Kein Angebot, dass sie uns Geld leihen würden, irgendwie helfen würden… Obwohl sie das für so viele Dinge bisher angeboten haben. Insgesamt war es einfach so anstrengend und ich bin so froh, jetzt wieder allein mit meiner Frau zu sein.

Update Krankenkassen.

Ich hatte hier ja schon berichtet, dass ich zahlreiche Krankenkassen kontaktiert hatte, zwecks Kostenübernahme (nachzulesen hier: Krankenkassen 1 und hier: Krankenkassen 2).

Zahlreiche „kurze“ Absagen mit Hinweis auf SGB V § 27a. Ein paar Absagen mit „ausführlicher“ Erklärung, ein paar Absagen mit Hinweis, man könne ja den Klageweg gehen.

Und dann kam da – völlig unerwartet – die AOK Ba-Wü um die Ecke: Ab 1. Juli sollen dort weibliche eingetragene Lebenspartner Unterstützung erhalten. Sogar ganze 75 Prozent der Behandlungskosten sollen übernommen werden, statt der „üblichen“ 50. Und die Altersgrenzen wurden aufgehoben! Doch die Freude hielt nur kurz an: Ja, Altersgrenze aufgehoben. Die nach oben. Also die, die besagt, dass Frauen bis 40 Jahre Zuschüsse von der Krankenkassen erhalten. Die komplette Neuerung wird so begründet: „Mit unserer Leistungserweiterung richten wir uns explizit an junge Familien.“

So. Wer außer mir sieht den Fehler?

Ich hab natürlich sofort nachgehakt, ob man nicht planen würde, auch die Altergrenze NACH UNTEN aufzuheben. Weil man ja „junge“ Familien fördern möchte (Wo ist eine Familie mit einer Ü40-Mutter bitte eine „junge“ Familie? Ohne das zu verurteilen – aber so rein von der Logik her?). Nö, nicht geplant. Wir können ja noch 2 Jahre warten, bis wir beide 25 sind, dann würden wir die Leistung ja bekommen.

Das deprimiert mich, echt. Wer trifft denn solche bekloppten Entscheidungen? Dann sollen sie wenigstens hergehen und sagen: Ja, wir finden das toll, wenn alte Frauen noch Mutter werden! Und unter 25 hat man ja keine Fruchtbarkeitsprobleme, ist klar. *ironie*

So, genug gejammert.

Montag haben die Liebste und ich beide einen Arzttermin. Hoffentlich ist die Zyste weg und bei mir dann hoffentlich schon was in Richtung Eisprung zu sehen (Montag ist bei mir ZT 14).

Krankenkassen 2.

Ich habe mich nun mal an die Arbeit gemacht, (fast) allen gesetzlichen Krankenkassen zu schreiben und von unserer Situation zu berichten.

Insgesamt habe ich bestimmt an die 50 E-Mails versendet und warte nun geduldig auf eine Antwort.

Währenddessen sind wir uns immer noch nicht sicher, was wir nun möchten. Vom Bauchgefühl her würde ich lieber mit Gonal F stimulieren. Allerdings (nach aktueller Information) würden wir in Deutschland allein für die Medikamente etwa 540 Euro aufwärts loswerden (je nachdem, wie lange und mit welcher Dosis stimuliert werden muss). Im Ausland ist das Medikament etwas günstiger. In Frankreich würden wir 725 Euro für 2 Packungen zahlen (wir würden gleich 2 Packungen bestellen, damit es auch auf jeden Fall reicht). Dazu käme natürlich noch der Versand. Demnächst – und danke dafür! – werden wir noch die Preise in Polen erfahren. Wär ja auch nicht schlimm, da könnten wir schnell und günstig hinfahren.

Der Medikamentenpreis ist das eine – ich hab außerdem davor Angst, dass wir wirklich unglaublich oft zum Arzt müssen in der Zeit. Die Dosis muss ja genau angepasst werden, damit nicht zu viele Follikel wachsen (oder garkeiner). Pro Arztbesuch werden wir (vermutlich) 70 Euro für den Ultraschall und 70 Euro für die Blutwerte zahlen müssen. Die Insemination selbst kostet nochmal 140 Euro. Wenn wir also davon ausgehen, dass wir etwa 4 Mal zum Arzt müssen bevor beim 5. Mal eine Insemination gemacht wird, sind wir insgesamt bei 700 Euro plus Medikamente.

Und die Samenspende kommt noch dazu – wir haben für 3 Samenproben, die auch für 3 Versuche reichen, 1250 Euro bezahlt. Pro Samenspende knapp 420 Euro. Zwar haben wir jetzt erstmal 3 Proben, aber was, wenn 3 Versuche nicht reichen? Dann werden wir nachbestellen müssen.

Also sind wir – wenn wir vom Idealfall ausgehen und nur eine Packung des Medikaments brauchen – bei rund 1660 Euro, wenn wir das Medikament in Deutschland bestellen. Oder etwa 1500 Euro, wenn wir in Frankreich bestellen.

Fazit: Das lohnt sich nicht. Für eine Schwangerschaftswahrscheinlichkeit von 20 Prozent…

Anfrage bei Krankenkassen

Ich habe vor 2 Tagen mal bei mehreren Krankenkassen per E-Mail angefragt, ob es nicht vielleicht eine Unterstützung in unserem Fall geben könnte.

Bisher habe ich 3 Krankenkasse kontaktiert, unter anderem die Krankenkasse meiner Frau (die ja noch über ihre Eltern mitversichert ist). Die anderen beiden Krankenkassen zahlen freiwillig mehr zur künstlichen Befruchtung dazu (75 bzw. 100 Prozent statt der „normalen“ 50 Prozent, die verheiratete, heterosexuelle Paare bekommen, die mit den eigenen Ei- und Samenzellen „arbeiten“).

Eine Krankenkasse erteilte mir bereits eine Absage, mit der üblichen Begründung:

leider können wir in Ihrem Fall keine Leistungen für künstliche Befruchtung übernehmen.

Leistungsvoraussetzungen ist u.a.,

… dass künstliche Befruchtung im homologen System durchgeführt wird, wenn also die Personen, die diese Maßnahmen in Anspruch nehmen wollen, miteinander verheiratet sind.
Es dürfen ausschließlich Ei- und Samenzellen der Ehegatten verwendet werden.

Was ich mir davon erhoffe? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Mich nervt es nur, dass wir von unserem Geldbeutel abhängig machen müssen, welche Art von Hormonen wir nehmen „können“. Mich nervt es, dass wir nicht die Hormone nehmen können, die unser Arzt besser (weil wirksamer und anscheinend schonender) findet. Also gut, wir könnten natürlich schon: Aber dann würden wir allein an Hormonen mindestens 650 Euro ausgeben müssen. Pro Zyklus, und unter der Voraussetzung, dass die Hormone gut anschlagen und nicht noch länger stimuliert werden muss. Und dazu kommen dann noch die US und Blutuntersuchungen, die mit jedem Arztbesuch erneut 140 Euro kosten…

Momentan haben wir deshalb noch ein Rezept für Clomifen. 20 Euro pro Packung, und eine Packung sollte 2 Zyklen lang reichen. Clomifen soll meine Frau dann vom 5.-9. Zyklustag nehmen, am 9. ZT wird dann ein Ultraschall gemacht und dann wird weitergesehen, ob noch mehr stimuliert werden muss. Oder ob die Hormone überhaupt angeschlagen haben. Allerdings empfiehlt unser Arzt, damit höchstens 4 Zyklen zu stimulieren, da sonst das Brustkrebsrisiko signifikant ansteigt. Nett, oder?