Ich frag mich ja…

ob es tatsächlich NUR am geringen Altersabstand der Kinder liegt oder die Menschen einfach bekloppt geworden sind?

Wir dürfen uns in letzter Zeit ständig anhören, wir sollen doch mit dem 3. Kind noch warten (größtenteils von komplett fremden Leuten aus dem Internet, die absolut keine Ahnung von unseren Lebensumständen haben!). Was passiert mit unserer Gesellschaft, dass man sich in fremde Angelegenheiten so dreist einmischt und komplett ungefragt und völlig am Thema vorbei (ging um andere Dinge…) „Ratschläge“erteilt? Und teilweise dann auch echt noch persönlich wird in die Richtung: „Die armen Kinder, werden früh abgestillt“ oder „Die armen Kinder, haben nie lange Exklusivzeit mit den Eltern“. Und manchmal klingt zwischen den Zeilen durch: „Mann, was für verrückte Menschen, die horten da Kinder und setzen eins nach dem anderen in die Welt, die Kinder MÜSSEN doch verwahrlosen!“

Ehrlich gesagt – ich würde niemals zu jemandem hingehen und sagen:“Hey, 5 Jahre Altersabstand würde ich niemals machen, die armen Kinder! Das dauert dann sooo lange, bis sie miteinander spielen können. Und als Eltern muss man wieder komplett neu anfangen mit Babyzeit bla bla. Und egoistisch ist es ja auch – schließlich haben die Kinder lange Zeit nichts voneinander.“Selbst WENN es offensichtlich meine Ansicht ist, dass geringe Altersabstände großartig sind (sonst würden wir es ja anders machen… 😉 ). Trotzdem werte ich doch andere Lebensmodelle nicht ab?! Was für uns richtig ist, muss ja nicht zwangsläufig für alle anderen Menschen, alle anderen Familien richtig sein. Ich frag mich, warum es da in der Frage der Familienplanung so distanzlos zugeht? Und ungebremst von sich auf andere Menschen geschlossen wird, teilweise total unempathisch oder – ganz beliebt – einfach nur vorwurfsvoll und frech?

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24 Stunden später

… Gibt es einen Geburtsbericht.

Viel Spaß beim Lesen! 😉

Es ist eigentlich schwer zu sagen, wann genau die Geburt so richtig anfing. Bei 40+0 erhielten wir von unserer Hebamme den recht überraschenden Befund von „2 bis eher 3cm“ Muttermundsöffnung und eigentlich gingen sie und wir von einer sehr baldigen Geburt aus. Am Tag darauf ging dann über den gesamten Tag der Schleimpfropf so langsam ab und wir machten uns bei jeder Wehe neue Hoffnungen.

Bei der Vorsorge an 40+2 folgte eine Eipollösung, Muttermund war mittlerweile schon bei 3cm und das Köpfchen hatte sich etwas mehr in Startposition gedreht. Wir machten uns wieder große Hoffnungen, der Tag verging mit vielen semi-regelmäßigen Wehen, die allerhöchstens mal etwas unangenehm waren und leider gegen Abend wieder aufhörten. So verging auch das Wochenende und die nächsten Vorsorgen bei 40+4 und 40+6. Mehr oder weniger Wehen, immer mehr Ungeduld und keine Geburt in Sicht…

Bei der nächsten Vorsorge bei 41+1 durfte ich dann eine erneute Eipollösung über mich ergehen lassen und unsere Hebamme versenkte auf unseren leicht verzweifelten Wunsch hin jegliche geburtseinleitende Akupunktur-Nadel in meinem Körper, die ihr in die Hände geriet. Der Muttermund war bei 4cm, das Köpfchen in einer noch besseren Startposition – wenn das überhaupt möglich ist – und eigentlich sollte den kleinen Kerl nichts mehr aufhalten. Wir machten – mal wieder – keinen weiteren festen Termin zur Vorsorge aus und hofften – mal wieder – auf ordentliche Wehen.

Die dann auch so langsam kamen. Endlich. Die Wehen wurden stärker und regelmäßiger, blieben allerdings höchstens unangenehm. Um dem Ganzen noch etwas auf die Sprünge zu helfen ging meine Frau mit dem Töchterchen alleine raus, damit ich mich auf die Wehen konzentrieren konnte. Das dank ausgefallenem Mittagsschlaf völlig übermüdete Töchterchen fiel dann pünktlich um 6 ins Bett, sodass wir uns ganz auf die erhoffte Geburt einstellen konnten. Ich ging nochmal heiß duschen und setzte mich danach mit der Milchpumpe aufs Sofa, um die immernoch vorhandenen Wehen etwas anzukurbeln.

Als wir schon fast die Hoffnung aufgegeben hatten, dass die Wehen wirklich noch stärker würden, fing es dann schließlich an. Die Wehen kamen plötzlich in Abständen von nur 2-3 Minuten, wurden ziemlich schmerzhaft, dauerten aber zum Glück nur etwa 30-40 Sekunden. Uns war relativ schnell klar, dass da wohl endlich doch was zu Gange war und so schrieb ich unserer Hebamme um 20:38 Uhr eine SMS, dass die Wehen nun regelmäßiger und ziemlich schmerzhaft wurden und es ja heute vielleicht doch noch etwas werden würde. Später erfuhren wir dann, dass sie die SMS erst nach der Geburt gelesen hatte. Da die Wehen aber immer heftiger wurden, rief meine Frau etwa 20 Minuten später bei der Hebamme an, dass es nun wirklich losging. Währenddessen war mein Körper schon ganz mit Wehen beschäftigt und ich tigerte zwischen Spielzimmer – in dem wir für die Geburt alles vorbereitet hatten – und dem Bad hin und her.

Die Wehen verarbeitete ich teilweise abgestützt an diversen Möbeln, teilweise auf der Toilette sitzend und suchte immer wieder nach einer angenehmen Position. Am Ende verschlug es mich auf den Gebärhocker, auf dem ich dann immernoch saß als um 21:24 unsere Hebamme endlich anrief, sie stände nun vor der Tür. Meine Frau holte sie ab und kurz darauf waren wir alle im Spiel-jetzt-Gebärzimmer versammelt. Die Wehen kamen weiterhin in ziemlich kurzen Abständen und brachten mich ziemlich ins Schwitzen. Ich zitterte am ganzen Körper und trank zwischen den Wehen noch ein paar Schlucke Cola, um gegen die plötzliche Übelkeit anzukommen.

Während der folgenden Wehen massierte mir unsere Hebamme immer wieder den Rücken, redete mir gut zu und ließ meine Frau schonmal Handtücher vorwärmen und Wasser aufwärmen. Zwischen zwei Wehen entschied ich mich schonmal Leggins und Unterwäsche auszuziehen, da mir das irgendwie alles zu eng und unbequem wurde. Das nahm die Hebamme gleich als Gelegenheit, um mich zu untersuchen und ihr für uns ziemlich überraschendes Ergebnis waren 9 cm Muttermundsöffnung. Zu dem Zeitpunkt war es geschätzt 21:50 Uhr (+/- 5 Minuten). Das gab mir natürlich gleich noch etwas mehr Energie, wäre allerdings fast schon nicht mehr nötig gewesen, denn innerhalb der nächsten 2-3 Wehen wurde der Druck vom Köpfchen plötzlich viel stärker und mir war klar, dass nun die Presswehen begannen. Währenddessen lief meine Frau noch beim Wasserkochen und Katzen füttern durch die Wohnung und wurde von unserer Hebamme zurückgepfiffen mit den Worten „Das Baby kommt jetzt!“

Nach den ersten Presswehen schlug die Hebamme vor ich solle mich besser in den Vierfüßler hocken, da das besser für das Gewebe wäre – bei der ersten Geburt hatte ich einen Dammriss 2. Grades und natürlich wollten wir alle verhindern, dass es wieder zu ähnlichen Verletzungen kommt. Ich ließ mich also schnell auf die Knie fallen, bevor die nächste Presswehe anrollte und dirigierte meine Frau zum Festhalten vor mich, während die Hebamme hinter mir noch ein wenig Kram hin- und herräumte. Während der folgenden Wehen konnte ich ziemlich genau spüren, wie das Köpfchen immer tiefer rutschte. Da die Geburt unserer Tochter sehr viel länger gedauert hatte, hatte ich bei ihrer Geburt gegen Ende sehr viel weniger Energie und ließ meinen Körper einfach machen, sodass ich solche Details überhaupt nicht registrierte. Es vergingen dann noch wenige Wehen bis das Köpfchen endlich geboren war. Später erfuhren wir, dass erst jetzt die Fruchtblase geplatzt war. Ich schaute sofort zwischen meine Beine und legte eine Hand auf seinen Kopf. Die Hebamme redete dann beruhigend auf mich ein und hielt mich bei den weiteren Wehen ziemlich zurück, damit das Risiko von Verletzungen so gering wie möglich blieb.

Um 22:22 Uhr erblickte unser Sohn schließlich das Licht der Welt.

Wir zogen dann ziemlich schnell alle zusammen auf die Matratze in der Ecke des Zimmers um. Der Kleine knötterte und meckerte ordentlich und machte klar, dass ihm das Ganze so gar nicht passte. Wir kuschelten einige Zeit gemeinsam bis unsere Tochter schließlich eine gute halbe bis dreiviertel Stunde nach der Geburt aufwachte. So konnte auch sie noch mitten in der Nacht ihren kleinen Bruder kennenlernen, er bekam sogar eine kleine erste Streicheleinheit von ihr. Es folgte die U1 (KU 36cm, Länge 55cm und 3750 Gramm), ich ging noch duschen und irgendwann landeten wir alle zusammen im großen Familienbett.

Sturkopf!

Ist wohl auch unser 2. Kind von Beruf. Grr.

Schleimpfropf hat sich verabschiedet, minimale Schmierblutungen, schön brav recht leichte Wehen. Aber nix halbes und nix ganzes. Wenn der Herr nun nicht bald kommt, dann…. Dann wird er die ersten 24 Stunden extrem viel gekuschelt! *droh* Und wenn er das erste Mal einschläft weck ich ihn auf. Mit kitzeln. Hah! (Als ob unsere Kinder sich davon beeindrucken lassen. Er wird garantiert einfach weiterpennen, selbst wenn eine Bombe neben ihm einschlagen würde).

Dazu haben wir ein schubendes Kleinkind. Juchuuuu! Alles ist heul, heul, heul und essen, essen, essen. Und Mama und Mami am Rockzipfel kleben. Und wehe, es sind nicht beide in unmittelbarer Nähe… Dann „zurück auf Anfang und heul, heul, heul.“ Außerdem frisst die Kickboxerin uns die Haare vom Kopf, ehrlich! Und dünn ist sie geworden. Jegliches Zeichen von Babyspeck ist irgendwie weg. Hach, Großkind…

Schlaaaaaf…

…bekommt gerade der Rest meiner Familie (bis auf den Kater, der miauend und meckernd rumläuft, weil er – mal wieder – Hunger hat).

Zeit für ein Mini-Update (oder ein größeres?).

Wir befinden uns mitten in der 40. Woche (39+4) und irgendwie… Ach menno. Es tut sich nix! Also, meine Frau weht schön brav vor sich hin, fast jeden Abend, aber irgendwie bleibt es dann dabei und irgendwann hört es dann wieder auf. Ich hoffe, der Kleine lässt sich nicht mehr allzu lange Zeit, ich bin so neugierig! Und Baby-sehnsüchtig!

Unser Töchterchen ist einfach nur der Hammer. Keine Ahnung, was bei der gerade im Gehirn abgeht, aber plötzlich versteht sie so, so, so dermaßen viel! Sie kann uns mittlerweile antowrten (mit Kopfschütteln oder Nicken, Sprechen ist ja für Anfänger!), wenn wir sie „einfache“ Sachen fragen. Sowas wie: Magst du was essen, willst du tragen, willst du laufen, magst du noch was trinken, magst du kuscheln, willst du einen Kuss – Alltagssachen eben. Sie sagt uns abends, wenn sie ins Bett möchte („Willst du schlafen?“). Und sie läuft. Und läuft. Und läuft. Gestern ist sie sicher eine 3/4 Stunde einfach nur gerannt, gerannt, gerannt, quer durch die Stadt. Obwohl sie tooodesmüde war und schlicht nicht mehr konnte. Willenskraft halt.

Eine Baustelle haben wir trotzdem. Sie haut zu. Zum Glück bisher nur uns. Und sie schlägt wild um sich, wenn sie gerade keine Lust auf Körperkontakt hat. Ich hab das Gefühl, sie versteht schon, dass wir das nicht gut finden; wir sagen ihr das jedes Mal und direkt danach kommt sie kuscheln oder – beim Tragen vorm Bauch – legt ihren Kopf an meinen Kopf und lässt sich kuscheln. Ich hoffe, die Phase dauert nicht allzu lange an. Auch, weil ich das Gefühl habe, dass sie selber das irgendwie total fertig macht, dass sie ihre Emotionen in dem Moment nicht anders ausdrücken kann.

Dafür ist sie so wahnsinnig kooperativ, dass ich nicht selten einfach nur fassungslos zuschauen kann. Sie geht in die „falsche“ Richtung, wenn wir unterwegs sind; wir sagen ihr „Helli, wir wollen aber doch hier lang“ – und sie kommt uns strahlend nach. Sie spielt unterwegs gerade irgendwo, wir lassen sie eine Zeit lang und irgendwann wollen wir gehen, sagen ihr das – in 90% der Fälle unterbricht sie das Spielen sofort und kommt einfach mit! Sie macht kein allzu großes Drama mehr beim Einbinden ins Tragetuch und hält meistens, wenn sie gerade nicht mies drauf ist, total still, bis ich fertig bin. Sie trägt Sachen, die ich ihr in der Küche mit den Worten „Bring das mal Mami“ in die Hand drücke, tatsächlich zu meiner Frau. Selbst die Flasche mit einem Liter Orangensaft hat sie 3/4 des Weges getragen und war dann frustriert, weil es ihr zu schwer wurde. Und es gibt noch dutzende solcher Beispiele, wo ich einfach nur daneben stehe und mir denke: Hallo? Kind, du bist 14,5 Monate alt, du bist einfach nur der Hammer!

Und zuletzt: Das Kind macht mich einfach nur glücklich, glücklich, glücklich. Und ich glaube, das merkt sie ganz genau 😉

Einmal Krankenhaus und zurück!

Keine Sorge, allen Beteiligten geht es gut. Wir waren heute noch spontan auf einem Infoabend im Krankenhaus.

Anlass war das Aufklärungsgespräch mit unserer Hebamme über die Hausgeburt. Dabei sind wir nämlich auf das Thema Verlegungsklinik für den Notfall gekommen. Eigentlich hatten wir das nächstgelegene Krankenhaus angepeilt in dem wir auch mit dem Töchterchen schon anlässlich des Fieberkrampfes waren. Doch unsere Hebamme ist von der Klinik so garnicht begeistert und legte uns ans Herz dort nur im wirklichen Notfall (mit-Krankenwagen-und-Blaulicht-Verlegung) hinzufahren. Also machten wir heute einen spontanten Ausflug zu einem etwas außerhalb gelegenen Klinikum, das von der Website her einen recht netten Eindruck machte… erstmal soviel: ich hoffe, dass nichts schief geht und wir niemals nicht in eine Klinik müssen!

Hier mal stichpunktartig die Erkenntnisse des Tages:

– Familienzimmer heißt nur so und ist keins, denn Geschwisterkinder müssen aus „versicherungstechnischen Gründen“ draußen bleiben
– Wöchnerinnenzimmer haben Dimensionen von Gefängniszellen und sehen auch fast so unpersönlich aus. Nett eingerichtet? Fehlanzeige. 2 Krankenhausbetten, 2 Kinderbetten, eine kleine Ablage zum Wickeln mit einer abgenutzten Wickelunterlage. Damit war das Zimmer dann aber auch brechend voll.
– auch im Kreißsaal haben Geschwisterkinder nichts zu suchen… Höchstens kurz, aber dann müssen Geschwisterkinder wieder raus. Warum? Wurde uns nicht gesagt, ich kann’s mir auch nicht erklären, aber ab zur nächsten Erkenntnis:
– eigentlich hat man in der Klinik eine Alleingeburt, denn für drei Kreißsäle ist nur eine einzige Hebamme vorhanden. Im Zweifelsfall liege ich also alleine da in den Wehen, während meine Frau aus unerfindlichen Gründen draußen auf das Töchterchen aufpassen muss anstatt mir mit der Kleinen Gesellschaft zu leisten…
– Eine Schwangere fragte dann, was passiert, wenn sie in der Gebärwanne entbinden möchte (Hintergrund: Nur 2 der 3 Kreißsäle hatten eine Wanne) und im „falschen“ Kreißsaal ist. Die Hebamme antwortete ganz salopp (dabei sah sie aus, als wäre sie von der genialen Idee, die sie da hatte, vollends überzeugt): Na, dann schauen wir, ob wir nicht den Kreißsaal tauschen können! Die arme andere Schwangere, die mitten in den Wehen in einen anderen Kreißsaal gekarrt wird… Auf die Nachfrage, wie oft es vorkommt, dass alle Gebärwannen belegt sind nur ein verlegenes Rumdrucksen seitens der Hebamme, ohne genauer zu werden.
– ambulante Geburten sind zwar theoretisch möglich, aber eigentlich nicht gern gesehen. Eine andere Schwangere fragte danach und bekam darauf eine Antwort nach dem Motto: „Sie KÖNNEN nach 2 Stunden gehen… Also, natürlich NUR, wenn es dem Kind gut geht. Und wenn es ihnen selbst gut geht. Aber EIGENTLICH bleiben die meisten Frauen schon 3 Tage hier!“ *blinkblink* *strenger Blick*
– Es gibt da keinen Kinderarzt nach 16 Uhr… was einem viele Mitschwangere immer erzählen von wegen Sicherheit für Mutter und Kind in der Klinik trifft also nicht wirklich zu. Im Notfall wird das Neugeborene ALLEINE in eine andere Klinik verlegt (Entfernung mit dem Auto laut Google 29 Minuten) und die Mama dann unter Umständen am nächsten Tag(!) auch… wenn es ihr gut geht. Wenn nicht, dann sobald es ihr gut geht. Suuuuuper… der Weg in die Kinderklinik wäre darüber hinaus sehr viel weiter als der Weg von uns aus dorthin (Entfernung: 8 Minuten mit dem Auto, mit Rettungswagen ca. 6 Minuten – haben wir ja schon hinter uns…)
– Essen während der Entbindung? Naja, wenn grad was da ist und man bespricht das dann mit der vielleicht-gerade-anwesenden-oder-auch-nicht-Hebamme… Ja, vielleicht darf man dann was essen… Also ehrlich, das ist doch meine Entscheidung wann und ob ich etwas essen möchte, oder nicht? Ist Essen dürfen nun ein Privileg geworden? Und gönnerhaft dann direkt hinterher: Also, trinken dürfen sie natürlich immer!
– Gleiches gilt für Schmerzmittel und besonders PDA: Man bespricht das dann mit der Hebamme, denn „man ist ja unter der Geburt auch immer im Gespräch miteinander, da kann man sich dann ja besprechen“… heißt, man bekommt die PDA wenn die vielleicht-gerade-anwesende-oder-auch-nicht-Hebamme der Meinung ist, dass das sinnvoll oder passend wäre UND der Anästhesist zufällig verfügbar ist… hoffentlich geht der nicht auch schon um 16 Uhr nach Hause! Selbstbestimmte Geburt? Wohl eher nicht. Oder: Ja, wenn man zufällig der gleichen Meinung wie die Hebamme ist…
– U1 wird in einem extra Raum gemacht, im „Stillraum“… in den ich als gerade Entbundene vermutlich nicht mitdarf, oder? Außerdem, wer rennt schon nach der Entbindung munter und gut gelaunt quer durch die Station… Beim Töchterchen fand die U1 wunderbar entspannt im Geburtshausbett umringt von ihren erschöpften Mamas und den liebevollen Hebammen statt und das war auch gut so!
– Und, was besonders meine Frau sehr geärgert hat: Da sieht die blöde Kuh genau, dass ein Frauenpaar anwesend ist und erwähnt bei jeder noch so tollen Gelegenheit: Die Väter dieses – die Männer jenes – Wäre ein „der Partner, der Begleiter“ denn zuviel verlangt gewesen? Wir standen genau.vor.ihrer.Nase! Ignorantes Weib…

Das beste am Abend war das freudestrahlende Töchterchen, das die werdenden Väter während der Besichtigung unterhielt und sich über die schönen Fische im Foyer freute. Wir fuhren dann gemütlich wieder nach Hause, entschieden, dass bei der Hausgeburt einfach alles gut laufen muss und wir niemals nicht freiwillig ins Krankenhaus für eine Entbindung gehen würden. Auf dem Heimweg schlief das Teufelchen dann seelig ein und wachte nicht einmal beim Ausbinden aus dem Tuch und anschließendem Wickeln im Bett auf.

Vom ATTA-sein und anderen „Sorgen“

… Hatte ich nicht gerade eben erst geschrieben, dass ich üüüüberglücklich wäre, wenn das Teufelchen mit nur einem von uns einschlafen würde? Ta-Daaaa, heute hat’s geklappt! 😉 Sogar ganz unkompliziert im Bett, ohne viel Gedöns und vor allem – fast ohne Gebrüll! Ab jetzt bringt meine Frau die Kleinen nun also allein ins Bett, immerhin haben sie dann abends nochmal „Extrazeit“.

Aber nun zu einem anderen Thema. ATTA hat eingeschlagen (wem das nichts sagt: ATTA steht für Absolut-Tragetuch-Abhängige, mancherorts wird auch gemunkelt, dass es für Anonyme Tragetuch-Abhängige steht). Könnt ihr euch vorstellen: Ihr habt alles für das Baby, das bald kommt, nur ein Tragetuch wär noch schön? Oder eine Tragehilfe? Oder beides? Oder mehrere Tragetücher? UND mehrere Tragehilfen? 😀 Hätten wir gerade Geld in Massen, ich würde es komplett für Tragetücher und Tragehilfen ausgeben. Kein Problem! Auf der Wunschliste steht noch:

– ein Didymos Lisca (weil’s so toll neugeborenentauglich sein soll)
– ein Fullbuckle, da müsste ich aber erstmal sehen, welcher uns passt (ich denke ja, nach der Geburt werden wir dann mal ein Testpaket ordern…)
– eine Mei Tai, die mir bequemer mit dem Töchterchen ist als die Mysol (aber die Mysol verkaufe ich dafür natürlich nicht! ATTA ATTA)…
– ein brockentaugliches Rucksacktuch als Alternative zum Onbu beim Tandemtragen (man will ja schließlich nicht immer mit dem Gleichen tragen, also wirklich! 😉 ).
– ein 7er-Girasol als Zweit-Tuch, falls mein Firework mal wieder in der Wäsche ist. Wird mit Neugeborenem ja vermutlich öfter mal der Fall sein (sofern wir wieder ein Spuckkind bekommen, wovon ich nun erstmal ausgehe).

Noch Wünsche? Dutzende! 😉

Davon abgesehen überlegen wir gerade ganz stark, wie wir zu Baby Nr. 3 kommen (jaja, das zweite ist noch im Bauch, aber wir wären ja nicht wir, wenn wir uns da nicht jetzt schon Gedanken machen würden). Der Zeitpunkt, wann wir’s wieder versuchen, steht sogar schon, hüst. Ein wenig (aber nicht viel!) größer wird der Abstand diesmal wohl, so geplant. Wann es dann klappt, steht ja sowieso auf einem anderen Blatt.

Wir haben ja nun noch 2 Embryonen für einen Versuch (sie sind zusammen eingefroren) lagern; erfahrungsgemäß wird es aber nicht direkt klappen, davon gehen wir nun auf jeden Fall erstmal aus. Dann steht natürlich eine 2. IVF im Raum. Doch wie? Am liebsten wäre mir (meiner Frau eher weniger, weil sie da akut noch Durchführungsprobleme und organisatorische Tücken sieht), wenn wir mich stimulieren würden, Eizellen entnehmen und meine Frau dann die Embryonen transferiert bekommt. Nun ist das aber vermutlich in Deutschland so nicht durchführbar; jedenfalls auf keinen Fall, wenn wir mit offenen Karten spielen. Also würde unser Weg ins Ausland führen, vermutlich nach Holland. Ein, zwei Kliniken haben wir schon auf dem Schirm, die das machen würden; die Behandlungskosten wären tatsächlich auch überschaubar. Aber ob wir den „Mut“ dazu haben? Das dann mit 2 kleinen Kindern durchzuziehen, nur, weil wir es so ganz schön fänden (und ich meiner Frau gerne die Stimulation ersparen würde und auch mal etwas mehr als „Spritzen setzen“ zu unserem Kinderwunsch beitragen möchte)? Andererseits wäre eine IVF ja so oder so notwendig, also bleibt nur der (finanzielle und organisatorische) Mehraufwand einer Behandlung im Ausland.

So, fertig bin ich nun nicht, aber das Essen wartet und mein Kopf drückt etwas – also muss das vorerst reichen 😛

Statusbericht

Auf Wunsch meiner Frau hier mal wieder ein kleiner (mal sehen wie klein er bleibt 😉 ) Statusbericht der Schwangeren.

Punkt eins: Schwanger sein mit Kleinkind ist anstrengender als ohne. Definitiv. Die ersten 25 Wochen waren ein Spaziergang, aber auch nur, weil meine Frau nunmal immer da ist und ich mich nicht alleine um die Kleine kümmern muss. Mittlerweile aber wird es zunehmend schwerer. Seit gestern haben wir die 35. Woche erreicht, Übungswehen habe ich seit etwa 3 Wochen und das Teufelchen versteht natürlich nicht, dass das bedeutet, dass ich sie nicht mehr tragen kann. Und sie nicht ständig im Arm herumschaukeln kann. Und mein Bauch auch kein Trampolin mehr ist. Im Moment habe ich das doofe Gefühl sie ständig nur zurückweisen zu müssen, denn Kuscheln und Nähe holt sich die Kleine lediglich beim Tragen (ob auf dem Arm oder im Tuch oder sonstwie) und sonst kaum. Das führt dazu, dass ich quasi einen kleinen Geist hinter mir herstiefeln habe, die Arme ständig nach oben gestreckt um hochgenommen zu werden. Bewege ich mich zu viel oder gehe auch nur einen Meter durch den Raum kassiere ich Gebrüll als würde die Welt untergehen. Also sitze ich herum und halte mich so bedeckt wie möglich und versuche die leider allzu häufigen Toilettengänge so lange herauszuzögern wie es geht 😀
Mittlerweile hoffe ich einfach nur, dass die Geburt diesmal noch vor Termin losgeht und ich damit bald wieder „einsatzbereit“ bin.

Punkt zwei: Die zweite Schwangerschaft geht leider so sehr unter. Man möchte fast meinen, dass der kleine Mann das schon merkt, denn er ist unheimlich aktiv. Das Teufelchen hielt ja meist still, besonders wenn wir unterwegs waren. Der kleine Bruder tritt und strampelt mit Vorliebe dann, wenn wir besonders aktiv sind. Als würde er mich immer daran erinnern wollen, dass er auch noch da ist 🙂 Nur meine Frau tut mir einfach manchmal furchtbar leid, denn tagsüber hat sie kaum Zeit mal mit dem Kleinen zu kuscheln und Abends sind wir beide meistens so fertig, dass wir nur noch erledigt auf dem Sofa liegen.

Punkt drei: Das alles hat aber auch den klaren Vorteil, dass die Zeit viel schneller vergeht und man sich nicht so viele Sorgen macht. Wir waren kein einziges Mal außerhalb der Reihe beim Gyn, es gab auch keinen Panik-weil-so-viele-Übungswehen-Nacht-Besuch im Krankenhaus. Der Geburt sehe ich – vorausgesetzt es geht nicht doch noch zu früh los – ziemlich entspannt entgegen. Der Kleine hopst putzmunter herum und alles andere wird sich von allein geben!

So… das war’s erstmal wieder. Ich wehe mal fleißig weiter vor mich hin und lasse mich vom Teufelchen bespringen und erwarte gespannt was die Hebamme nächsten Montag so zu dem ganzen Rumgewehe und ins-Becken-Gerutsche sagt. Ansonsten: Ahoi und bis zum nächsten Mal!