Wir haben ein Baby

… Oder noch nicht ganz.

Aber wir sind einen entscheidenden Schritt weiter: Wir haben Sperma bestellt 😀

Nach langem hin und her und vielen Diskussionen sind wir jetzt zu einer Lösung gekommen.

Am 4. Februar werden uns nun 3 Straws zugeschickt und dann dauert es überhaupt nicht mehr lang bis wir loslegen können!

Jetzt bin ich total nervös und zittere und wir werden erstmal feiern! 😀

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Eine Krise mitsamt Lösung

Nachdem die Problematik „kein Spender mit extended profile“ ja noch nicht gelöst ist, haben wir uns heute nach einem kleinen nervlichen Zusammenbruch meinerseits noch einmal unterhalten.

Und es gibt einen Plan, yeah!

Also: Meine Freundin ist mittlerweile einverstanden, dass wir „im Notfall“ auch einen Spender mit basic profile nehmen. Die Deadline ist der 1. Februar: Wenn es bis dahin keinen passenden Spender mit dem ausführlicheren Profil gibt, wird einfach einer mit basic profile genommen. Ich kann nun hoffentlich wieder schlafen, und meine Freundin hat noch fast einen Monat Zeit, sich mit dem Gedanken so richtig anzufreunden.

Nun haben wir uns also endgültig gegen einen Klinikwechsel entschieden, und hoffen nun, dass es die richtige Entscheidung war. Jetzt müssen wir uns nur noch überlegen, wie zur Hölle wir es schaffen, einen Tag vor der Insemination bei der Klinik Bescheid sagen. Wahrscheinich werden wir mehrmals täglich Ovulationstests machen, und dann sofort anrufen, wenn er fett positiv ist.

Und dann muss ich nur noch lernen, ein bisschen positiver zu denken und ein bisschen weniger angespannt zu sein… Und dann sind wir ganz bald eine Familie! 😉

Gegenwart

Montag war es schließlich soweit: Meine Mutter hat sich bei mir gemeldet. Eigentlich hatte ich damit kaum mehr gerechnet. Aber „es war ja alles so stressig. Unser Telefon funktioniert die ganze Zeit nicht. Die Leitungen müssen wahrscheinlich neu gemacht werden.“ Blabla.

Letztendlich gibt es nicht viel zu berichten. Nur, dass ich natürlich alles falsch gemacht habe. Ich habe alles falsch verstanden. Und ich soll doch mal darüber nachdenken, ob ich nicht „auch schuld daran bin„. Bei der Aussage wäre ich fast explodiert. Während meiner gesamten Kindheit durfte ich mir immer anhören, dass ich an allem Schuld bin. 

Das richtig schwierige an der ganzen Sache ist eigentlich, dass sie selbst an den Mist glaubt, den sie von sich gibt. Sie glaubt wirklich an die Dinge, die sie sagt. Sie glaubt, dass sie gewisse Dinge nicht so gemeint hat, wie sie es wörtlich(!) gesagt hat. Und wenn es dann mal etwas gibt, was sie wirklich nicht leugnen kann, fängt sie an zu schreien. Und gibt mir die Schuld daran. Ich böses, böses Kind. 

Nein, ich habe wirklich keine Lust mehr. 

Weitere „Erkenntnisse“ des Telefongesprächs: Mein Stiefvater hat immer noch keine Lust, zur Hochzeit zu kommen. Ich soll ihm doch sagen, dass mir seine Anwesenheit wichtig ist. Wie er darauf kommt, dass wir sie nicht dabei haben möchten? Als sie uns das letzte Mal hier besucht haben, sind wir immer so weit vor ihnen gelaufen, als hätten wir überhaupt keine Lust, Zeit mit ihnen zu verbringen. Ja, woher kommt das wohl? Es könnte daran liegen, dass wir wirklich keine Lust auf „heile Familie“ hatten. Meine Freundin kann meine Eltern sowieso nicht leiden – und ich verstehe sie vollkommen, dabei kommt sie generell mit fast allen Menschen irgendwie zurecht. 

 

Ansonsten gibt es nicht viele Neuigkeiten. Wir haben in einer Woche wieder einen Termin in der Kinderwunschklinik. Wahrscheinlich der letzte, bevor wir dann loslegen können 😉 

Danach wird es erst so richtig schlimm, weil wir ja noch bis Mitte März warten müssen – oder sogar noch länger, wenn der Zyklus der Liebsten mal wieder spinnt 🙂 Bis dahin müssen wir nur noch zum Notar. Und natürlich den passenden Spender aussuchen, sobald neue Spender freigegeben werden. Mit ganz, ganz, ganz viel Glück sind wir in genau einem Jahr schon Mama und Mami… 

 

Privater Spender oder Samenbank?

Als wir anfingen, uns über Kinder Gedanken zu machen, kam natürlich relativ schnell die Frage auf, wie wir denn nun an Sperma kommen. Grundsätzlich haben wir da als lesbisches Paar ja zwei Möglichkeiten: Entweder ein privater Samenspender, oder eine Samenbank. Zu Beginn waren wir uns absolut sicher, dass eine Samenbank auf keinen Fall in Frage kommt. Wir wollten zwar keine 3- oder 4-Elternfamilie, aber das Kind sollte auf jeden Fall die Möglichkeit haben, schon früh den Vater kennenzulernen. Also haben wir in allen einschlägigen Foren bzw. Websites Anzeigen geschaltet.

Zuerst war die Resonanz relativ hoch, doch grundsätzlich konnten wir schon bereits direkt nach der ersten Kontaktaufnahme ca. 90 Prozent der Zuschriften aussortieren. Die Gründe waren vielfältig:

1. Viele der Männer waren deutlich älter als wir (in etwa so alt wie unsere Eltern oder ein paar Jahre jünger). Das kam für uns nicht in Frage, weil wir ja eben wollten, dass unser Kind von Beginn an Kontakt haben kann. Und ganz ehrlich: Ich hätte mich damit einfach nicht wohl gefühlt, meiner Freundin Sperma zu inseminieren, das genausogut von meinem Vater hätte stammen können (Also rein vom Alter her). Eine gewisse Sympathie war uns schon wichtig, weshalb wir unter anderem einen Spender in unserem Alter (20-30 Jahre) möchten.

2. Obwohl wir eindeutig(!) formuliert hatten, dass nur, und auch wirklich ausschließlich, die Bechermethode in Frage kommt, gab es trotzdem immer wieder Anfragen mit der „natürlichen“ Methode. Dazu muss auch nichts weiter gesagt werden. Wir sind nämlich absolut glücklich mit unserer monogamen lesbischen Lebensweise (und dem Sex :D)

3. Die Gründe für die Samenspende. Sympathisch wäre es uns gewesen, wenn ein Spender beispielsweise deshalb seinen Samen spendet, weil er selbst in der Familie oder im Freundeskreis auf das Problem gestoßen ist (ob nun durch unfruchtbaren Mann oder eben bei einem lesbischen Paar). Ok wäre noch gewesen, wenn Geld das Hauptargument gewesen wäre, warum er den Samen spendet (Wir sind Studenten – das Argument verstehen wir also). Tja – soviel zur Wunschvorstellung. Im Ergebnis hatten wir dann zu 2 potentiellen Männern Kontakt: Der eine ist vor einem Jahr erst nach Deutschland gekommen und wollte nun auf diesem Weg eine „Familie“ gründen und der andere… Naja. Offiziell behauptete er, dass er selbst gerne Kinder hätte und aufgrund seines wenig gefragten Studiums im Bereich der Geisteswissenschaften finanziell gesehen keine Familie gründen könnte. Was die wahren Gründe bei diesem Mann waren: Keine Ahnung. Das haben wir selbst nach langem, gemeinsamen Grübeln nicht herausgefunden.

Als wir uns dann etwa 2 Monate mit der Suche nach potentiellen Samenspendern „herumgeschlagen“ haben, waren wir langsam echt ungeduldig und haben begonnen, uns mit der Alternative Samenbank auseinanderzusetzen. Und schließlich haben wir festgestellt, dass der einzige Punkt, der negativ im Vergleich zu einem privaten Spender ist, der Kontakt zwischen Kind und Vater ist. Bei fast allen Samenbanken kann das Kind erst mit 18 Jahren den „Erzeuger“ kennenlernen, wenn es das selbst möchte. Dafür ist vieles so viel leichter bei diesem Weg:

1. Gesundheitlich ist diese Methode völlig unbedenklich (Die Spender werden auf alle möglichen Krankheiten im Vorfeld getestet)

2. Es gibt eine große Auswahl an Spendern, die auf den ersten Blick zu uns „passen“ würden

3. Rechtlich gesehen ist der Fall eindeutig (Das war uns wichtig, weil wir ja durch die Stiefkindadoption die Möglichkeit haben, beide rechtliche Eltern zu sein und das auf jeden Fall möchten)

4. Die Insemination wird von einem Arzt durchgeführt, der auch Ahnung davon hat, was er da tut; Außerdem gibt es so die Möglichkeit der IUI

5. Das Sperma ist auf jeden Fall von hoher Qualität, sodass meine Freundin (hoffentlich!) schnell schwanger wird

Deshalb haben wir uns letztendlich – trotz des für uns persönlich einen einzigen Nachteils – für eine Samenbank entschieden. Und nun warten wir, bis die Voruntersuchungen abgeschlossen sind. Und danach warten wir, bis wir im Urlaub waren und es endlich März ist und wir starten können 😀