Abzugeben

(manche Leser kennen das Spielchen sicher schon: In liebevolle Hände )

Ja, abzugeben habe ich was. Ob die Hände nun liebevoll sind, oder grausam oder sonstwas, ist mir mittlerweile völlig egal. Zu bieten habe ich heute einen TSH-Wert von knapp 3,5 – nicht etwa einfach so, unbehandelt, sondern UNTER MEDIKAMENTEN. Warum ich in den letzten paar Wochen kaum mehr Appetit hatte, als Folge weniger als sonst gegessen habe und trotzdem 3-4 Kilo zugenommen habe? Wundert mich nicht mehr.

Schön, dass meine Schilddrüse Mist ist. Ich bin sauer! Und irgendwie hab ich das Gefühl, das wird eine langwierige Sache.

Schritt eins ist jetzt nun, mir nächste Woche jodfreie(!) Schilddrüsenmedikamente zu besorgen. Schritt zwei wird sein, die Dosis von aktuell 50 µg zu steigern – juchuuu, dabei vertrage ich die aktuelle Dosis schon schlecht.

Und – falls hier Schilddrüsenexperten unterwegs sind 😉 – es wurde auch der ft4 und TPO-AK bestimmt. Immerhin keine Antikörper, sofern ich das mit meinem laienhaften Wissen erkennen kann (der Wert lag bei 0,09). Und ft4 liegt oberhalb(?!) des Referenzbereichs. Mit anderen Worten: Hä, was macht es denn da.

TSH scheint auf eine Unterfunktion hinzudeuten (passt auch zu den Symptomen – Appetitlosigkeit, Gewichtszunahme, Haarausfall(!), Müdigkeit, Einschlaf- und Durchschlafprobleme).

ft4 auf eine Überfunktion (für die allerdings jegliche Symptome fehlen).

Das ist doch MIST! Und dabei hatten wir eigentlich gerade entschieden, eventuell-doch schon im April mit Versuchen für Baby Nr. 2 anzufangen… Das Thema wäre dann wohl zu 90% erledigt. Außer, es geschieht ein Wunder und meine Schilddrüse macht entgegen aller bisherigen … *piep* mal Anstalten, richtig zu funktionieren!

Mensch, Leute, ich bin 23, Nichtraucher, Vegetarier, halbwegs noch normalgewichtig – man sollte doch meinen, das KANN nicht so schwer sein, schwanger zu werden!

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1. Termin Kryo-Zyklus

So, heute war dann also der 1. Termin. Soweit passt alles, wir können starten, und haben auch die erwünschten Untersuchungen bekommen. Heute wurde dann spontan noch ein Insulinresistenztest gemacht, ebenso wurden die Schilddrüsen-Werte abgenommen. Die Ergebnisse erfahren wir voraussichtlich beim nächten Termin am 11.9. – Mittwoch. Abends waren wir dann noch bei einem anderen Arzt und haben dort den Vitamin-D-Wert, der eigentlich kein Vitamin sondern ein Hormon ist, bestimmen lassen. Die Diagnostik ist somit erstmal abgeschlossen, fürs erste.

Ernährungsumstellung und Bewegung läuft so lala. Das mit der Bewegung kriegen wir grad echt gut hin, heute sind wir bestimmt insgesamt 3 oder 4 Stunden nur am rumlaufen gewesen. Ernährungsumstellung wird wohl etwas langsamer und schleppender laufen. Erstens ist da das Problem, dass ich am Wochenende echt keine Energie und Kraft hatte, zu kochen. Und jeder, der in Deutschland wohnt, kennt ja das Problem von „Fertiggerichten“: Viel Fett, viele seltsame Zusatzstoffe, wenig gesund. Zweitens ist das Problem, dass wir in der Arbeit ja mit unseren Kollegen Essen gehen. Auswahl da: Italiener (Pizza oder Pasta) oder Asia-Imbiss (=Gemüse in recht fettiger Sauce mit weißem Reis). Hmpf. Und da die meisten anderen recht spät zur Arbeit kommen, gehen wir frühestens um 3, meistens eher um halb vier oder vier zum Essen. Das bedeutet wieder, dass wir nach dem Frühstück (ca. 9 Uhr) meist schon gegen 2 Uhr knurrende Mägen haben und dann noch Joghurt oder sonstwas essen. Zudem sind wir ja beide Vegetarier, was die Auswahl beim Essen gehen zusätzlich einschränkt. Mal sehen, wie wir das Problem lösen… Ab morgen finde ich dann hoffentlich wieder die Energie bzw. Lust, wenigstens zu Hause entsprechend gesund zu kochen.

Meine Frau hat übrigens seit Beginn der Stimulation recht stabil 1,5 Kilo abgenommen. Aber das geht bei ihr auch immer recht schnell, sobald sie auf Süßkram verzichtet – und seit der 1. Stimulations-Spritze war die Lust auf Süßes komplett wie weggeblasen.

Außerdem haben wir eine Lösung, die männlichen Hormone zu normalisieren. Helfen wird dagegen – hoffentlich – niedrig dosiertes Cortison.

Mittlerweile haben wir uns auch entschieden, wie wir vorgehen werden. Diesen Kryo-Zyklus machen wir mit „Tag 3“-Transfer; am liebsten abends. Morgens war es das letzte Mal arg stressig, weil direkt danach Punktionen anstanden (die man ja zeitlich nicht verschieben kann, zwecks 36 Stunden zuvor verabreichter Auslösespritze). Zudem werden wir auf Assisted Hatching verzichten, da der wissenschaftliche Nutzen wohl nicht so ganz erwiesen ist. Den 2. und vor der Pause auch letzten Kryo-Zyklus werden wir mit Blastotransfer und MIT Assisted Hatching machen. Sozusagen „alles nochmal drauf, was geht“ 😉 Und – vorbeugend – werden wir im 2. Kryo-Zyklus wohl zusätzliche Medikamente nehmen, dazu aber dann mehr…

Es geht weiter!

So. Nach dem negativen Ergebnis gestern haben wir uns wieder etwas gefangen. Gestern haben wir viel geweint, uns einfach etwas gehen lassen und getrauert, dass die beiden Super-Embryonen nicht bei uns bleiben wollten. Heute sieht die Welt schon besser aus und wir haben auch einen Plan, wie es weitergehen soll.

Der Kurzzeit-Plan ist jetzt erstmal einen Zyklus mit zwei unserer Eisbärchen zu starten. Am Montag haben wir den Termin beim Arzt (unsere Ärztin ist leider im Urlaub) und können hoffentlich starten. Parallel werden wir einen Insulinresistenztest machen, und hoffen, von der Klinik das ok dafür zu bekommen. Dies dient der Abklärung des PCO; außerdem kann es sein, dass meine Frau dann – wenn der Test eine Insulinresistenz feststellt – ein Medikament bekommt, das dagegen hilft. Da gibt es auch einen Zusammenhang mit dem Schwanger-werden, aber das ist jetzt zu viel zu erklären und so richtig verstanden habe ich es selbst noch nicht. Zusätzlich werden wir die Schilddrüse meiner Frau nochmal untersuchen lassen – die Werte sind fast ein Jahr alt und waren da nicht 100 Prozent ideal. Und da es unter Stimulation häufiger mal zu steigenden TSH-Werten kommt, möchten wir das noch untersuchen, bevor wir den Transfer machen.

Parallel werden wir versuchen, unsere Ernährung etwas umzustellen und Sport zu treiben/für mehr Bewegung zu sorgen. Nach Nachdenken ist uns aufgefallen, dass die PCO-Problematik erst so richtig schlimm wurde, nachdem meine Frau im Winter die letzten 3 Kilogramm zugenommen hat. Zwar ist sie jetzt nicht wahnsinnig übergewichtig, aber 5 Kilo weniger schaden auch nicht 😉 Ich werde natürlich auch mitmachen, damit mein BMI wieder bei „Normalgewicht“ ankommt. Konkret bedeutet das: Weniger Zucker und Kohlenhydrate (beides hat mit PCO zu tun, schadet aber ja auch nicht etwas darauf zu verzichten) und zwei Mal pro Woche schwimmen gehen. Außerdem werden wir versuchen, mindestens ein Mal täglich irgendwo einen längeren „Fußweg“ einzuplanen. Also eine Stunde spazieren gehen oder so 😉

In der Kinderwunschklinik werden wir zudem noch ansprechen, ob es eine Möglichkeit gibt, die erhöhten männlichen Hormone etwas zu „drücken“. Anscheinend kann da Metformin helfen (eigentlich für Diabetes zugelassen, nehmen aber viele PCO-Patienten); oder auch niedrig dosiertes Cortison. Vielleicht können wir das auch bekommen, bis sich der Hormonspiegel durch Gewichtsabnahme hoffentlich wieder von selbst normalisiert.

Der Kurzzeitplan ist jetzt erstmal, noch 2 Kryo-Zyklen zu machen; danach eine Pause (sonst würde der Entbindungstermin mitten in den Umzug fallen – ganz schlecht) und ein wenig zusätzliche Diagnostik; langfristig dann die restlichen Kryo-Zyklen (je nach Auftau-Rate dann vermutlich noch 1-3 Zyklen). Wenn es dann noch nicht geklappt hat, werden wir das Blut meiner Frau zu Reichel-Fentz schicken lassen (und hoffentlich auch eine Überweisung dafür bekommen – aber wenn es bis dahin bei einer 23-Jährigen Frau noch nicht geklappt hat, ist das ja schon sehr seltsam!). Dort werden alle möglichen Untersuchungen gemacht, die „Probleme“ beim schwanger-werden aufdecken sollen. Und dann – mit den Ergebnissen – wird noch eine IVF gemacht; dann aber vermutlich in einer anderen Klinik. Aber soweit, so hoffen wir, wird es hoffentlich nicht kommen. Mir persönlich ist so ein „Langzeit-Plan“ einfach wichtig, um nach vorne blicken zu können und nicht in ein Loch zu fallen, wenn ein Zyklus negativ endet.

Und: Entschuldigt, dass ich die Kommentar-Funktion beim letzten Artikel ausgeschaltet habe. Aber Kommentare wie „es klappt bestimmt beim nächsten Mal!“ oder „Das tut mir leid“ hätten uns gestern vermutlich noch viel trauriger gestimmt und dafür gesorgt, dass wir den negativen Versuch nicht so schnell abhaken können/konnten. Ab jetzt dürft ihr auch gern wieder kommentieren, und es war auch überhaupt nicht böse gemeint 😉

Vielleicht habe ich später auch noch Lust darüber zu schreiben, weshalb ich mich in den letzten Tagen nicht gemeldet habe auf eure Kommentare. Nur kurz: Wir hatten am Mittwoch dann einen fast wieder negativen Test; Donnerstag war er dann leicht stärker… Ich war nur noch am heulen, weil ich zerrissen war zwischen „es hat geklappt, da ist ja was“ und „warum ist der Strich nicht deutlicher“ – ich glaube, Mutmaßungen von „außen“ hätten mich da nur noch mehr verwirrt. Trotzdem bin ich dankbar für jeden, der so mit uns mitfiebert und uns so die Daumen gedrückt hat! 😀 Ab jetzt nehmen wir auch wieder gedrückte Daumen an, und gehen fest davon aus, dass der Langzeit-Plan hoffentlich nie nie nie umgesetzt werden muss.