Mehr als ein halbes Jahr. Ein Rückblick.

Triggerwarnung – detailreiche Beschreibung von Selbsterverletzung, Magersucht, Kinderwunschgedöns

 

Ich beginne diesen Beitrag am 9.12.2016 und denke, es wird etwas Zeit dauern, bis er tatsächlich fertig ist.

Es sind nun mehr als 6 Monate. 6 Monate, die psychisch für mich wohl die härtesten Monate im „Erwachsenenleben“ waren. Ob es „vorbei“ ist? Ganz ehrlich, ich kann es nicht sagen. Ich weiß es nicht. Diese 6 Monate haben mich an meine Grenzen gebracht, oder darüber hinaus? Es gab Momente, in denen ich schlicht und ergreifend „weg“ war. Momente, in denen ich nicht sprechen konnte. Momente, in denen ich mich nicht bewegen konnte. Es sind zig Erinnerungen aus meiner Kindheit/Jugend hochgekommen, vieles davon tatsächlich schwerwiegend und belastend. Ich habe über 20 Kilo verloren. Und bin gerade dabei, es nun auf dem Niveau endlich stabil zu halten. Der Punkt „verzerrte Körperwahrnehmung“, der bei mir mit der Magersucht kommt und mit wieder-stabil-werden geht, ist seit locker 2, eher 3 Monaten verschwunden. Übrig bleibt die Kompensation; wenn es mir psychisch schlecht geht oder wenn ich unter Druck stehe, esse ich nicht. Oder wenig.

Thema war im letzten halben Jahr auch immer wieder Selbstverletzung. Ich schneide nicht mehr. Seit einem Schlüsselmoment hab ich’s einfach gelassen. Es waren zwei Seiten… Einerseits war das letzte Schneiden für mich selbst einfach gruselig. Ich schnitt und schnitt in meine Haut und fand kein Ende; es waren sicherlich 30 unterschiedliche Schnitte und ich hatte zum Teil mehrere Male nochmal in eine entstandene Wunde reingeschnitten. Und empfand einfach nur Spaß dabei, hörte Musik, tanzte – und schnitt. Immer und immer wieder. Im Nachhinein macht mir das einfach nur Angst. Es war nicht dramatisch tief, gefährlich oder sonstwas – aber ich hatte einfach das Gefühl, ich könnte das stundenlang machen. Empfand keinen Schmerz dabei. Sah das Blut laufen und fand es … schön?

Die zweite Seite war die Reaktion meiner Freundin. Bisher war bei mir angekommen, dass sie diese Seite an mir einfach annimmt, hinnimmt, es ihr nicht großartig was ausmacht. Dachte ich… War nicht so. Sie bat mich, es zu lassen, und ich ließ es. Es gab seitdem nochmal etliche Tage, in denen ich einfach unglaublichen Druck hatte, zu schneiden, es aber niemals auch nur ansatzweise getan hätte. Das letzte Mal ist nun fast 8 Wochen her. Die Gedanken daran werden weniger. Auch, wenn ich ehrlich zugeben muss – allein für mich hätte ich es niemals gelassen. Dafür war es ein zu angenehmes Mittel, um meine Gedanken zu ordnen, um mich zu beruhigen, um psychische Schmerzen auszublenden… Ja. Es half leider bei etlichen Dingen, die nun schwieriger geworden sind. Aber machbar.

Was psychisch noch da ist und definitiv nicht so bald verschwinden wird ist meine Verlustangst. Vor 5, 6 Monaten war die Verlustangst tatsächlich lähmend, belastend. Es ist besser geworden, ja. Aber gut… Nein, so wie es jetzt ist, ist es von „gut“ noch weit entfernt. Obwohl ich zumindest von meiner Freundin all die Bestätigung bekomme, die ich brauche – und noch so viel mehr… Es ist emotional zum Teil wirklich, wirklich schwierig. Ich denke, das Thema wird mich noch etliche Jahre begleiten und selbst dann wird es nicht immer, nicht jederzeit „gut“ sein.

Soviel zum Rückblick. Aktuell geht es mir tatsächlich gut. Es gibt Baustellen, ja. Definitiv. Aber der letzte Zusammenbruch ist etliche Zeit her. Ich werde stabiler. Belastbarer.

Was nach wie vor nervig bis belastend ist sind die Stimmungsschwankungen. Gerade für mich ist es schlimm, weil ich teilweise echt dastehe und genau weiß, dass das, was ich fühle, was ich denke, einfach krank ist. Unbegründet, übertrieben. Unangemessen – ich glaube, das trifft es am besten. Etwas dagegen tun kann ich leider oft nicht – kleinere Dinge bekomm ich häufig mit etwas Kopfarbeit noch ganz schnell und unkompliziert aufgedröselt. Sobald es aber komplexer wird und/oder mit wirklich tief verwurzelten Ängsten spielt, bin ich relativ machtlos. Brauche Stunden, um halbwegs normal denken zu können; aus den Gedanken “auszubrechen“. Aber auf der “Haben“-Seite steht: ich bekomm es hin. Ohne mir selbst zu schaden, ohne kompletten Zusammenbruch. Aber es ist anstrengend und es kommt alle paar Wochen vor, dass ich den restlichen Tag zu wenig bis nichts mehr zu gebrauchen bin. Gerade wenn es in die Richtung Verlustangst geht…

Aber nun zu den absolut und bedingungslos positiven Seiten. Ich bin glücklich. Wahnsinnig glücklich. Und es ist wundervoll anzusehen, wie unsere Kinder zwei Erwachsene als enge Bezugspersonen und drei (Geschwister)Kinder „gewonnen“ haben. Wie sehr sie an diesen Menschen hängen. Es ist spannend, zu beobachten, wie die Kinder insbesondere auf die Erwachsenen reagieren, wie sie mit ihnen interagieren. Wie das Level an Vertrauen, das da langsam entsteht, immer höher wird.

 

Was sonst im Jahr 2016 passiert ist? Die Kinderwunschbehandlung war extrem kräftezehrend. Im Mai hatten wir unseren ersten Termin und waren theoretisch bereit, sofort loszulegen – im Dezember haben wir dann positiv getestet. Dazwischen war viel vergedeute Zeit, weil ungenutzte Zyklen, meine Frau hat sich unendlich viel Hormonzeug reinpumpen müssen (z. T. für nichts, da sie 5 Zyklen Hormone nehmen musste und es nur 3 Transfere gab). Einmal (nach der IVF/dem ersten Transfer) hatten wir positive Tests, aber es wollte nicht bleiben. Und jedes.einzelne.Mal wartete die Strecke Leipzig-Berlin-Leipzig innerhalb eines Tages auf uns. Mal mit Auto, mal mit ICE, mal mit Nahverkehr. Entweder meine Frau allein, oder zu viert, oder zu sechst.

Seit Oktober studiere ich wieder, Vollzeit, geplant sind Prüfungen im „Gegenwert“ von 30 ECTS dieses Semester. Auch das hat sich geändert. Negative Auswirkungen sind, dass ich ein wenig den Kontakt zu den Kindern verliere, was mir echt unglaublich weh tut. Zumindest die Große scheint sich aber dran zu gewöhnen und nach anfänglichem „nur Mami (meine Frau) darf X, Y, Z mit mir machen“ legt es sich langsam und ich „darf“ auch wieder Sachen mit ihr machen, manchmal wählt sie sogar freiwillig mich. Es tut einfach auch weh, den Kindern nicht das Gefühl geben zu können, „immer“ da zu sein – während meine Frau aber immer da IST. Beim Sohn ist’s grundsätzlich auch noch etwas schwieriger als bei der Großen. Nachdem es in seinem 2. Lebenshalbjahr so war, dass er mich und meine Frau endlich nahezu gleichermaßen akzeptiert hat, schlägt das nun phasenweise wieder etwas um und ich kann ihn manchmal, wenn meine Frau auch verfügbar ist, absolut nicht trösten. Wenn wir allein sind oder ich allein mit beiden Kindern bin, ist das glücklicherweise anders. Trotz allem – Vollzeit studieren werde ich definitiv nicht weiter. Das ist’s einfach nicht wert. Es fehlt grundsätzlich so sehr Zeit für andere Dinge und gleichzeitig hab ich das Gefühl, noch lange nicht genug Zeit mit Lernen und Uni zu verbringen. Realistischerweise werde ich wohl in den kommenden Semestern etwa 50% eines Vollzeitstudiums hinbekommen. Aber das reicht. Mir und überhaupt. Und das Studium wird sich dadurch in die Länge ziehen, ja – aber dafür hab ich dann sicherlich genug Zeit für die Kinder und auch ein wenig Zeit nur für mich. Und ich werde mich mit Uni tatsächlich auch beschäftigen können und nicht nur das absolut nötigste tun, um durch die Prüfung zu kommen. Denn grundsätzlich interessiert mich das, was ich da studiere, schon und es ist einfach schade, dass ich nicht die Zeit habe, mich wirklich intensiv mit den Inhalten auseinanderzusetzen.

Das war’s im Prinzip. 2016 hat wohl die größten Veränderungen überhaupt mit sich gebracht und zumindest für mich war es aufregend, schwierig, wundervoll und furchtbar gleichzeitig. Es sind etliche schreckliche Dinge passiert und mindestens genausoviele wundervolle Sachen. Alles in allem, vor allem gefühlsmäßig, ein Jahr der Extreme 🙂

Fragen und Antworten Teil 1

Ich teile mal auf, weil es schlicht zuuu viele Fragen und vor allem zu lange Antworten sind! 4 Seiten Word-Dokument mag ja nun wirklich keiner auf einmal lesen. Frei nach Belieben und ohne Reihenfolge, wobei ich versuche, erstmal sehr aktuelle Fragen zu veröffentlichen:

Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

Ganz romantisch in der Schule – 12. Klasse Gymnasium. Hatten ein paar Kurse zusammen und irgendwie haben wir es geschafft, uns grundsätzlich mal kennenzulernen (obwohl wir beide eigentlich recht schüchtern sind). Der Rest ist dann wenig jugendfrei, deshalb schweige ich mal vornehm 😉

Wie schafft ihr es, zu studieren und euch um zwei Kinder zu kümmern?

Wie wir das schaffen, wissen wir noch nicht 😀 Jetzt, mit einem Kind, ist es eigentlich ganz leicht. Für wirklich wichtige Vorlesungen teilen wir uns auf; ich nehm die Kleine und meine Frau geht in die Uni. Zu kürzeren Terminen (Themenvergaben z. B.) kommt die Kleine bzw. ab nächstem Semester beide Kinder dann mit.Wird wohl in der Konstellation in etwa auch mit zwei Kindern bleiben. Und wenn die Kleine im Bett ist, machen wir meistens den Unikram. Wir machen grundsätzlich alles, was geht, von zu Hause aus und sind auch recht selten mal zu Veranstaltungen in der Uni; für uns hat sich das bewährt, weil wir so effektiver lernen.

Wie geht es eurer Maus?

Wunderprächtig! Die letzten Tage entwickelt sie sich rasant; mittlerweile läuft sie etliche Schritte an den Händen (typischerweise hat sie damit natürlich angefangen und direkt mit 100% losgelegt – nix da mit ein paar Schritten, sie schafft schon locker 30 Schritte – und zwar RIIIIESIGE Schritte, sieht enorm witzig aus – bis sie irgendwann schließlich gefrustet auf die Knie fällt, weil ihr die Kraft ausgeht 😉 ). Davon abgesehen war sie nun tatsächlich seit dem Fieberkrampf mal gesund, ist ja immerhin schon über 2 Wochen her! Leider ist das tatsächlich eine Erwähnung wert, weil sie in den letzten Monaten quasi dauerkrank war. Zum Glück macht ihr das aber meist wenig aus, sie ist auch krank so glücklich wie eh und je.

Unser Leben in Leipzig:

Ist momentan noch halb Alltag und halb Urlaub 😉 Wir sind viel unterwegs, was wir echt genießen. Ansonsten sind wir ein paar Mal pro Woche in der Mensa, wo wir schon ein paar andere studentische Eltern treffen konnten – unter anderem auch eine ganz liebe andere Bloggerin. An dieser Stelle nochmal eine Entschuldigung dafür, dass wir etwas verplant waren und vor allem ich erst nach einer gefühlten Ewigkeit verstanden habe, worum es ging 😉 Ich freue mich immer wieder, wenn wir hier in Leipzig Menschen treffen, die unseren Blog lesen. Im Zweifelsfall also einfach mal ansprechen! Wir suchen nach wie vor Anschluss *lach*

Schlaft ihr dann zu viert auch im Familienbett?

Ja, wir werden auch zu viert im Familienbett schlafen, müssen dafür aber noch etwas umbauen, da aktuell auf keiner Seite irgendein Rausfallschutz angebracht ist (die Kleine schläft momentan meistens zwischen uns). Mir wär’s ehrlich gesagt anders auch zu blöd, weil die Kleine nachts noch etliche Male aufwacht und irgendwas braucht (Schnuller, Milch, usw), da hätte ich keine Lust, jedes Mal aufzustehen – und kuscheliger ist es so auch! 😀

Der Rest kommt nach und nach. Versprochen 😉

Herzschlag…

Gerade eben habe ich den Herzschlag unserer kleinen Prinzessin gehört – einfach nur, indem ich mein Ohr auf die runde Kugel gelegt habe! Hach, herrlich. Direkt danach haben wir mit dem Sonoline „nachgehört“ und JA, das Herz war genau an der Stelle. Hach!

Vor ein paar Tagen lagen wir auch schon abends auf dem Sofa und ich hatte meinen Kopf auf den Bauch gelegt und da hab ich auch schonmal ganz kurz das Herz gehört. Allerdings sooo schwach und leise, dass wir es kaum mit dem Sonoline einfangen konnten. Aber heute war’s eindeutig und hach ❤

Meine Frau ist etwas neidisch, weil das nun was ist, was sie nicht kann 😀 Und ich bin einfach nur überglücklich! Als „Topping“ gab es vorhin dann noch eine ausgiebige Strampel-Einlage von der kleinen Kickboxerin. Und Schluckauf, hihi – ich finde ja, Schluckauf ist so relativ das niedlichste, was unsere Kleine so im Bauch treibt. Und Alienmäßiges Kopf-Rausstrecken, ich hab’s zum Glück nicht gesehen, aber meine Frau ist immer noch total geschockt als sich ihr Bauch Stück für Stück an einer kleinen Stelle gehoben hat und man auf einmal deutlich die Umrisse des Kopfes gesehen hat – aaaah!

Ansonsten war gestern noch der 2. (eigentlich 3.) Termin vom Geburtsvorbereitungskurs. War ganz nett, wir haben über die Geburt geredet und am Ende gab’s eine Entspannungsübung. Richtig Spaß gemacht hat’s aber nicht, weil wir vorher den ganzen Tag in der Uni waren und ich 2 Klausuren geschrieben habe (meine Frau nur eine). Da rauchte der Kopf am Ende schon ganz schön 😉

Davon abgesehen gibt es heute einen entspannten Tag und morgen geht der Lernmarathon weiter; am Montag haben wir auch nochmal 2 Klausuren. Und dann ist es geschafft für dieses Semester! Und im nächsten steht uns ein mickriger Kurs bevor, den schaffen wir auch noch (hoffentlich mit einer Hausarbeit und vor der Geburt).

dicke japanerinnen nackt – im Garten?!

Na, fühlt sich jemand angesprochen? Die nette Japanerin, deren Frau sie wegen der 1, 2 Kilo mehr immer aufzieht? 😛

Offensichtlich hat jemand gehofft, hier entsprechende Bilder zu finden. Ich find’s lustig. 

Ansonsten: Ich kann hier nur eine dicke Deutsche bieten. Oder: Noch nicht einmal das. Sorry. Denn die ist nicht dick, sondern nur babybauchig rund. 

Davon abgesehen gibt es leider (oder zum Glück?!) nicht viel zu berichten. Meine Ängste werden stärker – mal wieder. Die Zeit vergeht langsamer. Und es stehen noch 4 Klausuren für die Uni an. Wenn die doch nur schon rum wären, in meinem Kopf ist gerade einfach kein Platz. 

Aber immerhin: Das Wetter wird besser. Zeit, sich um den Garten zu kümmern! Und das werden wir morgen wieder tun, heute haben wir schon die ersten Dinge eingekauft. Die Saison ist eröffnet! Drückt uns die Daumen, dass wir das bis zur Geburt gut hinbekommen. Mit 4 nicht ganz so grünen Daumen ist’s manchmal schon etwas schwer, die gut 30 Quadratmeter Garten hübsch in Szene zu setzen 😉 Wer weiß – vielleicht wird es ja ganz regenbogig bunt?

 

Kleines Update am Samstagabend

Thema Schwangerschaft:

– Meine Frau ist mega-verfressen 😀 Also wirklich, ernsthaft. Der Essensplan von heute: Porridge, Spinat-Feta-Börek in der Größe eines Viertel-Fladenbrots (frisch vom Markt), 3/4 Portion große Pommes (es leben die Gelüste), 2 Toast mit Frischkäse UND jeweils einer Scheibe Käse, eine Portion Nudel-Auflauf mit Spinat und Brokkoli, noch eine zweite kleine Portion Auflauf – und der Abend ist noch jung, gerade überlegt sie, ob noch ein Pick-Up drin ist (Übelkeitskiller Nr. 1 für unterwegs; Zitat gerade eben „Vielleicht lass ichs doch, wir wollen unser Glück ja nicht überstrapazieren!“).

– Wir haben die 1. Person in unserem Freundeskreis eingeweiht, und es war SO seltsam! Also, die Freundin hat nichts falsch gemacht, überhaupt nicht – aber darüber reden ist so komisch! So unglaublich seltsam, ich kann es ja selbst garnicht glauben, dass meine Frau wirklich ernsthaft schwanger ist. Kennt das jemand oder bin ich seltsam? 😀

– Ich werde mich aus anderen IVF/ICSI-Blogs und Foren zurückziehen. Erhalten bleibe ich der Studenten-Planungs-Schwangeren-Baby-Gruppe bei eltern.de (dort schreibe ich) und dem Juni-Forum dort, da schreibt allerdings in erster Linie meine Frau mit. Vielleicht auch noch dem Juni-Bus im Wunschkinder-Forum. Aber ehrlich, die ganzen Berichte über Fehlgeburten und seltsame HCG-Werte und was weiß ich sind mir einfach zu viel. Ich mag die Schwangerschaft genießen, und das nicht erst nach den ersten 12 Wochen – oder noch später. Schief gehen kann ja immer was, das weiß ich, aber das muss ich nicht täglich lesen.

– Wir haben uns heute für eine Tragehilfe entschieden, also für mich zumindest. Ich hätte für ab Geburt gerne die Mysol. Heute durfte ich sie – Großstadt sei dank – schon im Laden bewundern, zwar in der falschen Farbe, aber immerhin. Obwohl… Bei der Farbe bin ich mir eh noch nicht so sicher. Kaufen werden wir sie vermutlich entweder nach einer Trageberatung innerhalb der nächsten Wochen oder erst nach der Geburt, je nachdem, wie es meiner Frau so geht demnächst und ob sie eine 2-stündige Trageberatung übelkeitsmäßig durchsteht. Achja, meine Frau liebäugelt für sich selbst übrigens klassisch mit einem Tragetuch, also komplett zum selbst binden und so.

– Theoretisch haben wir auch schon einen Kinderwagen ins Auge gefasst. Warum ist der sooo schön und sooo teuer? Nur, damit ich jetzt keine enttäuschten Kommentare ernte: Nein, wir möchten immer noch keinen Kinderwagen. Es sei denn, es werden Zwillinge… Das kann ich mir logistisch nicht vorstellen, das allein mit Tragehilfen bzw. Tragetuch hinzubekommen. Klar, möglich ist das theoretisch alles, aber allein mit Zwillingen UND allem was an „Zubehör“ notwendig ist unterwegs sein – das muss nicht sein. Bei einem Einling sind wir uns immer noch sicher, ausschließlich tragen zu wollen.

Thema Uni:

– Urgs, es nervt. Ernsthaft. Wir müssen bis Ende Oktober das Praktikum machen. Parallel beginnt nächste Woche das Semester mit allen Vorlesungen und so. UND natürlich sind nächste Woche auch noch 2 Prüfungen vom Vorsemester – wir haben ja 2 Prüfungszeiträume und ALLE Prüfungen im ersten Zeitraum schreiben funktioniert einfach nicht, weil viel zu wenig Zeit zu lernen ist. Die Prüfungen sind ja parallel zu den letzten Vorlesungen am Semesterende… Wo zeitgleich natürlich auch alle praktischen Arbeiten, die „übers Semester hinweg“ angefertigt werden müssen, abgegeben werden. Mit „übers Semester hinweg“ meine ich übrigens: Dozent gibt Thema 4-6 Wochen vor Vorlesungsende bekannt und das muss dann auch bis zum Ende des Vorlesungszeitraums fertig sein. Und das natürlich parallel in 4-6 Kursen meistens… Jeder, der etwas von Zeitplanung versteht, merkt schon beim Lesen, dass das nicht klappen kann – vor allem, wenn in jedem Kurs noch eine Klausur zeitgleich zur Abgabe der praktischen Arbeit geschrieben werden soll.

– Bis Anfang November müssen wir die Bewerbungen für die Unis im Ausland fertig machen. Was die alles an Unterlagen wollen, unglaublich. Da ist das obligatorische Motivationsschreiben (natürlich auf Englisch) noch das einfachste… Hunderttausend von der Uni beglaubigte Schriftstücke, die es an unserer Uni so natürlich überhaupt nicht gibt. Drückt uns die Daumen, dass wir das alles irgendwie zusammengetragen bekommen und fristgerecht einreichen können. Und hoffen wir, dass tatsächlich nicht noch ein TOEFL-Test notwendig ist, darauf hab ich ja mal überhaupt keine Lust. Das werden wir aber nächste Woche erfahren, weil wir die Uni natürlich nochmal kontaktieren und nachfragen. Theoretisch reicht den Schweden da „Grundkurs Englisch“ aus der Oberstufe bei Deutschen aus, und wir hatten ja sogar beide Leistungskurs. Hoffentlich akzeptiert das genau „unsere“ Uni in Schweden auch so.

– Das Belegungssystem an der Uni N.E.R.V.T dermaßen! Das „neue“ Vorlesungsverzeichnis ist meistens so 2-3 Wochen vor Semesterstart dann mal online (endlich!). Natürlich ohne Gewähr und wir haben es teilweise schon erlebt, dass nach(!) Semesterbeginn noch ordentlich was an den Kursterminen geändert wurde – von ungerader Woche auf gerade Woche, von Montag auf Dienstag, von 13 Uhr auf 17 Uhr… Ich glaube, gesehen haben wir da schon alles. Zum Glück gings recht gut bisher. Dieses Semester müssen wir außerdem noch einen Kurs belegen, den wir in gewisser Weise „wählen“ dürfen. Das bedeutet, wir haben 6 Kurse zur Auswahl mit verschiedenen Themen und müssen davon 2 nehmen. Einen haben wir vorletztes Semester schon gemacht, bleibt also noch einer übrig, der uns fehlt. Nun war da zufällig einer dabei, der als Blockkurs über 2 1/2 Wochen im März angeboten wurde, und wir haben natürlich direkt zugeschlagen – hat gut in den Zeitplan gepasst und das Thema schien auch interessant. Als „Notnagel“ haben wir dann noch einen 2. aus den Kursen angemeldet, da ja nie sicher ist, ob man in einen Kurs reinkommt. Mehr als zwei darf man übrigens nicht belegen. Und was sehen wir nach der „automatischen Platzvergabe“ gestern vormittag? Wir sind IN KEINEN der beiden Kurse reingekommen, und zwar keiner von uns! Und voll sind die Kurse natürlich jetzt auch, nur nicht mit uns an Bord. Echt, ich bin sauer. Die anderen Kurse ist stinkend-langweilig (natürlich auch dementsprechend leer und unbeliebt) oder überschneiden sich zeitlich komplett mit anderen Kursen, die wir machen müssen. Oder beides auf einmal… Und ein Thema ist interessant und passt zeitlich auch; ist aber bei einem Dozenten, der super-hart ist und unglaublich viele komplizierte mathematische Sachen haben will, das ist uns schlicht und ergreifend viel zu viel Aufwand für am Ende vermutlich eine ungerechtfertigt schlechte Note.
Was wir dagegen tun? Ich weiß es nicht. Normalerweise rennt man dann (also nicht wörtlich gesehen, sondern per Mail) den Dozenten hinterher und bittet sie freundlich um einen Platz in ihrem Kurs, den man ja so unglaublich gern belegen würde – wenn die Dozenten zusagen, kann man sich dann an den Fachbereich wenden und wird manuell zugelassen. Haben wir für unseren Wunschkurs erster Wahl gemacht und warten nun geduldig auf eine Antwort, die hoffentlich nächste Woche kommt…

So, nun habt ihr genug zu lesen – und ich muss für die Klausuren nächste Woche lernen. Gute Nacht…

Edit: Ein Bild vom Schwangerschaftstest frisch von heute abend gibt es morgen. Sorry, Mama-I! 😉