Stillen, Tragen, Schlafen, Wickeln

Unsere Kleine ist nun 1 Woche und 1 Tag alt. Wenn das mal kein Grund für einen neuen Blogeintrag ist! 😉 

Der Alltag ist momentan sehr babyzentriert. Der Kleinen gefällt das sowieso, und uns natürlich auch! 😀 

Eine richtige Routine gibt es noch nicht, das brauchen wir aber auch nicht wirklich im Moment. Meistens stehen wir irgendwann zwischen 7 und 11 Uhr morgens auf und der Tag kann dann beginnen. Irgendwann im Laufe des Tages kommt dann die Hebamme vorbei; meistens recht kurzfristig. Einmal täglich gehen wir auch in irgendeiner Weise alle drei zusammen raus; mal zum Einkaufen, mal zum Shoppen, mal in den Park oder auch zum Hug&Grow 😀 Meistens muss ich dann zusätzlich noch einmal täglich für irgendwas raus (einkaufen). Da nehm ich mir die Kleine dann in der Tragehilfe mit und meine Frau hat den Luxus von 30 Minuten ungestörtem Schlaf 😉 Das braucht sie momentan auch, weil sie doch noch etwas geschlaucht ist (ich würde ja sagen, sie macht schon viel zu viel, dafür, dass die Geburt erst 8 Tage rum ist – die Hebamme ist auch definitiv der Meinung – aber ratet mal, wer davon nix wissen will!). 

Donnerstag Abend ist auch der Nabelschnurrest abgefallen – juhu! Seitdem wickeln wir mit Stoffwindeln. Garnicht gut funktionieren die Strickwindeln. Die machen einfach ein mega-riesen-Windelpaket und richtig viel saugen (für nachts z. B.) ist da auch irgendwie nicht. Finden wir jetzt – abgesehen davon, dass sie eben vergleichsweise günstig waren – auch nicht so prickelnd, mal sehen. Dafür haben wir Überhosen plus Prefolds oder anderweitige Einlagen für uns entdeckt. Am zweitliebsten sind uns ansonsten unsere AIOs bzw. Pocketwindeln. Die funktionieren auch super, machen aber ein etwas größeres Windelpaket als die Überhosen plus Einlagen. 

Davon abgesehen haben wir ein absolutes Tragebaby. Yeah! 😉 Ich liebe tragen ja, also freu ich mich darüber tierisch. Die Mysol wurde auch schon ausgiebig genutzt, und das Tragetuch ebenfalls (aber weniger ausgiebig). Ich persönlich kann mit der Mysol mehr anfangen, kann man nicht so viel mit falsch machen und die Kleine liebt die genauso, wie das Tragetuch. Und praktischer zum unterwegs ab- und dranmachen ist es auch, wenn die Kleine mal wieder einen größeren Hunger hat 😀

Woooomit wir schon beim nächsten Thema wären: Stillen. Klappt super! Viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Das Teufelchen nimmt ordentlich zu, nachdem sie die 10% Gewichtsabnahme zu Beginn gerade so geknackt hatte. Jetzt fehlen noch 120 Gramm zum Geburtsgewicht; 310 Gramm hat sie schon wieder zugelegt. Meine Milchproduktion läuft auch – langsam. Aber hoffentlich stetig! Ich hab die Kleine nun schon zwei, drei Mal bei mir angelegt und sie hat immer gut getrunken – auch nach 15 Minuten kam bei mir noch Milch. Dann hab ich sie aber meistens zu meiner Frau weitergegeben, weil es mir einfach noch zu schmerzhaft war (trotz guter Anlegetechnik). Aber auch das ist mittlerweile besser geworden; ich bin guter Dinge, dass wir das in den nächsten Wochen noch absolut perfekt hinbekommen. 

So, das war’s von der Babyfront! Ich widme mich nun Bernie, meiner Milchpumpe, und hoffe auf gute Milchproduktion (Muh!). Achja, hab ich erwähnt, dass ich absolut superduper übermäßig gerne Mama bin? Hätt ich glatt vergessen, was? 😀 😀

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Es gibt nun…

ein Passwort, damit die Bilder nicht bei Google usw auftauchen. 

 

Wer hier schon länger liest, wird den Namen unserer Kleinen ja mitbekommen haben… nicht? *WinkMitDemZaunpfahl*

Therapeutisches Schreiben zum Geburtstag – 2 x editiert

Heute ist mein Geburtstag.

Ich bin heute 24 Jahre alt geworden (das werde ich in ein paar Tagen noch etwas editieren, Anonymität und so).

Mein Tag war wirklich wundervoll – ich habe eine so tolle Tochter (ich bin Mama, das ist immer noch sooo unglaublich! Tatsächlich MAMA!), die sich einfach nur perfekt macht und sich vorbildlich entwickelt. Ein absolutes Traumbaby also. Und ich bin verliebt, so unendlich verliebt in sie. Ich kann es garnicht in Worte fassen, was dieses kleine Wesen mir bedeutet. Ich könnte hier jetzt Floskeln hinterlassen wie „Im Moment ihrer Geburt hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken mein Leben für ihres gegeben“, aber das drückt meine Gefühle nicht mal ansatzweise aus.

Um keine dunklen Wolken aufziehen zu lassen, verfasse ich nun diesen Eintrag. Ich muss es los werden, aus meinem Kopf hinaus auf Papier (oder auch Bildschirm 😀 ). Ich will und ich muss es loswerden.

 

Heute habe ich erfahren, dass mein Vater etwas schreckliches gesagt hat. Im Gespräch mit meiner Mutter fielen Worte wie „Das Kind (Anmerkung der Redaktion: Gemeint ist das Helli-Teufelchen) ist mir sowieso völlig egal“. Und noch ein paar andere unschöne Dinge, die ich aus Selbstschutz in die hintersten Gehirnwindungen verbannt habe, und an die ich mich nun, ein paar Stunden danach, nicht mehr erinnere. Wirklich nicht. Ich konnte sie 5 Minuten, nachdem ich sie erfahren habe, nicht einmal mehr meiner Frau sagen. Es ist einfach weg. (Editiert: Unter anderem hat er auf die Frage meiner Mutter hin, ob er denn meinen Geburtstag vergessen hätte und noch nicht bei mir angerufen hat, noch gesagt: „Nein, ich weiß schon, dass sie Geburtstag hat, mein Bruder hat ja an dem gleichen Tag Geburtstag, das kann ich also nicht vergessen“ – Ist das zu glauben?!).

Edit 2: Was er noch zu meiner Mutter gesagt hat: „Du weißt ja, wie ich dazu stehe, ich kann das einfach nicht akzeptieren“.

Ich verstehe nicht, wie man so mit seinem eigen Fleisch und Blut umgehen kann. Nein, Moment. Eigentlich ist das falsch formuliert. Eigentlich verstehe ich nicht, wie man so mit seinem eigenen Kind (Fleisch und Blut hin oder her, denn für mich macht es keinen Unterschied – für den Herrn Vater aber angeblich sehr wohl) umgehen kann. Ich verstehe es einfach nicht. Wie kann man nur so kalt sein? So hasserfüllt? Denn hasserfüllt waren die Worte, die er noch verlor. Während ich noch verstehen hätte können, wenn es ihm einfach egal wäre (mehr als absolute Gleichgültigkeit habe ich eh nie von ihm bekommen)… Aber dieser Hass, ich kann es nicht nachvollziehen. Und es tut weh. Nicht, weil er mir etwas bedeuten würde – sondern weil es mein Herz zerreißt, dass jemand über ein unschuldiges, 5 Tage altes Mädchen so denken kann. Über mein Mädchen.

Und während ich das schreibe, ändern sich meine Gefühle gerade in Wut. Und Boshaftigkeit. Ich wünsche ihm wirklich, dass er so richtig auf die Schnauze fällt und einsam und allein stirbt, weil er es einfach nicht verdient hat, auch nur einen lieben Menschen an seiner Seite zu haben.

Wer hier schon länger liest, weiß, dass ich eigentlich ein sehr umgänglicher, verständnisvoller und absolut toleranter Mensch bin, der so gut wie alle Meinungen und Einstellungen anderer (Mit-)Menschen akzeptiert. Aber das…

Und es tut weh, dass so etwas über mein Kind gesagt wird. Es ist mein Baby, und ich muss es doch beschützen! Ich kann einfach nichts tun. Und es tut weh, es tut so unendlich weh. Ich fühle mich machtlos und klein, auch, weil ich nicht einmal die Chance habe, ihm die Meinung zu sagen – wie auch, auf meine Mails und Briefe reagiert er nicht und meine Telefonanrufe ignoriert er. Und zurückrufen? Selbst, wenn ich über sein Büro ausrichten lasse, dass ich angerufen habe? Keine Chance. Und einen Besuch ist mir das nicht wert, für ein Arschloch fahre ich keine 600 Kilometer durch Deutschland.

Mein kleines Mädchen, ich werde alles tun, um dich davor zu beschützen. Ich werde alles dafür tun, dass du ausschließlich Liebe, Geborgenheit und Verständnis in deiner Familie finden wirst. Wir, als deine Eltern, werden dich beschützen, weil wir dich lieben.

Danke fürs Zuhören…

Geburtsbericht

Beim Hebammen-Termin am Mittwoch, 18.06.2014, wurde wie immer CTG geschrieben, es gab ganz leichte Ausschläge, aber sonst nicht viel. Leider war mein Blutdruck wie am vergangenen Montag und Freitag auch schon viel zu hoch, die Wassereinlagerungen wurden trotz Akupunktur auch nicht besser und unsere Hebamme wurde langsam merklich unentspannter. Schließlich waren wir ja auch schon deutlich in der 42. Woche angekommen und von der anstehenden Geburt war noch nicht allzu viel zu sehen. So entschieden wir gemeinsam, dass ich am Abend einen Wehencocktail mit Rizinusöl trinken sollte, das sie uns mitgab und am nächsten Morgen sollten wir direkt zum CTG zur Kontrolle kommen.Wir verbrachten den Abend noch mit letzten Nestbau-Aktivitäten und ich trank den „Cocktail“ (Rizinus + Aprikosensaft + Mineralwasser + Erdnussmus) gegen halb 12 kurz vor dem Schlafengehen in großer Hoffnung, dass sich vielleicht noch in dieser Nacht stärkere Wehen als bisher einstellen würden. Schlafen war mit dieser Aussicht gar nicht so einfach und gegen 4 Uhr wachte ich schließlich aus einem unruhigen Schlaf auf und musste erstmal ausgibig auf Toilette. Zumindest diese Wirkung des Rizinusöls stellte sich also ein, yay! Relativ gleichzeitig spürte ich die ersten stärkeren Wehen, die sich von der Intensität doch schon etwas von den bisherigen Übungswehen unterschieden. Erleichtert und in freudiger Erwartung legte ich mich wieder ins Bett und konnte endlich ein bisschen besser schlafen – schließlich war die Angst vor einer möglichen Einleitung im Krankenhaus damit wieder etwas in den Hintergrund gerückt. Donnerstag morgens um 7 Uhr folgte dann der zweite Rizinus-bedingte Toilettengang und wir machten uns frohen Mutes auf zum CTG! Auch hier zeigten sich die etwas stärkeren Wehen, zum ersten Mal gab es Ausschläge bis 50 und auch mein Blutdruck war merkwürdigerweise wieder völlig normal. Also wurden wir wieder nach Hause entlassen und warteten auf den Beginn der Geburt. Die Hebamme ging erstmal nicht davon aus, dass es bald losgehen würde und stellte uns einen erneuten Versuch mit Wehencocktail am Freitag Abend in Aussicht, am Freitag Morgen sollten wir nochmal zur Frauenärztin für einen Fruchtwasserindex und das OK, dass wir übers Wochenende noch auf die Geburt warten durften. Am Nachmittag machten wir noch einen Spaziergang im Park, um die Wehen zu verstärken, was auch ganz gut funktionierte, mittags und abends machten wir außerdem noch einen Versuch mit Nelkenöltampons, in der Hoffnung, dass es endlich losgeht.Am frühen Abend machten wir erstmal noch ein kleines Nickerchen, schließlich konnte ja keiner wissen, ob es nicht schon in dieser Nacht soweit sein würde und wie sich herausstellte, war die Entscheidung goldrichtig. Etwa 1 Stunde danach setzten die Wehen nämlich wieder stärker als bisher ein, noch immer nicht schmerzhaft, aber doch von einer ganz anderen Qualität als bisher. Ich hopste also ein bisschen auf dem Gymnastikball herum und freute mich über jede neue Wehe, die von Anfang an in Abständen von 5 – 7 Minuten kamen.

Die Wehen wurden mit der Zeit immer stärker, wir haben noch den Geburtstagskuchen für unsere Kleine gebacken, da ich davon ausging, dass sie am nächsten Tag auf jeden Fall auf die Welt kommen würde, und als ich gegen halb 12 gerade im Vierfüssler auf dem Bett rumturnte und mit meiner Frau redete, die im Nebenraum war, machte es plötzlich Päng! – und die Fruchtblase war geplatzt 😉 Ich raste ins Bad um unsere Matratze nicht völlig in Mitleidenschaft zu ziehen. Klappte auch gut, im Bad tropfte es dann vor sich hin und die Erleichterung bei uns beiden war erstmal groß, dass das Fruchtwasser absolut klar war und nicht grün – was in der 42. Schwangerschaftswoche und in Verbindung mit der Wirkung des Rizinusöls ja nicht ganz unwahrscheinlich gewesen wäre.

Von diesem Moment an wurden die Wehen merklich stärker und meine Frau rief erstmal die Hebamme an, die etwa 1 Stunden später bei uns vor der Tür stand. Während der Zeit wurden die Wehen wirklich heftig und kamen schon in einem Abstand von nur 2-3 Minuten. Eine kurze Untersuchung ergab dann, dass der Gebärmutterhals komplett verstrichen war und der Muttermund etwa 2 cm geöffnet war. Wir entschieden dann gemeinsam erstmal noch Zuhause zu bleiben und die Hebamme fuhr noch einmal nach Hause um sich etwas auszuruhen. Wir sollten sofort anrufen, wenn wir Unterstützung bräuchten. Also ließ meine Frau mir erstmal ein Bad ein, wo die Wehen dann noch einmal an Intensität zunahmen. Leider machte mein Kreislauf nicht so richtig mit und ich ging schnell wieder raus aus der Wanne.

Gegen halb 3 riefen wir unsere Hebamme dann wieder an, weil ich leichte Blutungen bekam und die Wehen auch immer stärker wurden, sie kam gegen 3 Uhr zu uns und ich war super erleichtert als sie uns mitteilte, dass der Muttermund mittlerweile bei 4-5 cm war! Wir begannen also die letzten Sachen in die Geburtshaustasche zu packen, ich zog mich zwischen den Wehen so gut es ging an und wir machten uns im Auto der Hebamme schließlich auf den Weg zum Geburtshaus. Auf dem Weg war ich glücklicher denn je, dass sie uns mitnahm und wir mangels eigenem Auto bzw. Führerschein kein Taxi rufen musten, denn die Wehen war ziemlich heftig und ich hatte doch etwas Probleme diese noch zu verarbeiten. Gegen Ende der Fahrt fragte die Hebamme mich plötzlich, ob sich bei den Wehen irgendwas verändern würde, ich sagte ja – der Druck während der Wehen war ziemlich stark und wurde auch immer stärker. Im Nachhinein weiß ich, dass das schon erste Presswehen waren!

Gegen 4 Uhr endlich im Geburtshaus angekommen machten wir uns im Geburtszimmer breit, bei mir wurde ein CTG geschrieben, das zum Glück im Stehen gemacht werden konnte, denn hinsetzen oder hinlegen wäre echt kaum möglich gewesen. Weil die Wehen so einen argen Druck machten, untersuchte die Hebamme nochmal den Muttermund, heraus kamen 7 cm Muttermundöffnung, was 2-3 cm in etwas über einer Stunde entsprach. Der Grund für die frühen Presswehen war wohl, dass sich das Köpfchen falsch herum ins Becken gedreht hatte und so ein starker Druck auf den Muttermund entstand. Durch den Druck wiederum schwoll wohl der Muttermund auch etwas an, was dann dazu führte, dass ich wenig später Buscopan-Zäpfchen und schließlich eine Buscopan-Spritze verpasst bekam, um die Schwellung zu verhindern bzw. rückgängig zu machen.

In der darauf folgenden Zeit veratmete ich weiter Wehe für Wehe, lag einige Zeit in der Wanne, was wirklich angenehm war, hing an meiner Frau herum und versuchte irgendwie nicht zu pressen. Ich hatte keinerlei Zeitgefühl mehr. Kurze Zeit nach uns kam eine Hebammen-Schülerin dazu, die wir in den Wochen zuvor schon in der Vorsorge kennengelernt hatten – wir wurden vorher und auch während der Geburt nochmal gefragt, ob es okay sei wenn sie dabei ist. Unsere Hebamme rief außerdem noch eine Kollegin dazu, scheinbar wegen der etwas verqueren Situation mit den zu frühen Presswehen und dem falsch gedrehten Köpfchen. Außerdem wären es in der heißen Phase sowieso üblich gewesen, eine zweite Hebamme dazuzurufen. Viele Positionswechsel und Wehen später konnte ich dann den Pressdrang nicht mehr aufhalten, was aber wohl auch okay war, denn keiner sagte etwas dagegen. Ich spürte ganz deutlich, wie das Köpfchen immer weiter nach unten rutschte und auf den Damm drückte. Das alles machte die Wehen sehr viel erträglicher und war eine echte Motivation für den Endspurt.

Mittlerweile war ich wieder aus der Wanne draußen und turnte irgendwo vor dem Bett herum, meine Frau immer daneben, die ich während der Wehen fröhlich zum Händchenhalten und Dranhängen missbrauchte. In den Wehenpausen schaffte ich es tatsächlich immer wieder noch etwas wegzudämmern, was wirklich hilfreich war und auch dazu führte, dass ich gar nicht merkte, wie die Zeit verging. Irgendwann sagte die Hebamme, ich solle mal nach dem Köpfchen fühlen, was ich auch machte – ein unglaublich merkwürdiges und cooles Gefühl. Als das Köpfchen dann auch von außen schon zu sehen war, hielt sie mir einen Spiegel hin, sodass ich einen ersten Blick auf unsere kleine süße Tochter werfen konnte. Nur wenig später kam die Kleine in der Hocke, ich abgestützt von meiner Frau, die hinter mir saß und mich hielt, zur Welt. Als ihr Köpfchen geboren wurde presste ich einfach weiter, einerseits weil der Schmerz wirklich immens war in dem Moment, andererseits aber auch, weil ich sie endlich im Arm halten wollte.

Unsere Tochter erblickte um 7.28 Uhr das Licht der Welt.

Der Moment war so unglaublich, mit nichts auf der Welt zu vergleichen. Da lag dieses kleine, süße Wesen zwischen meinen Beinen, auf das wir so lange gewartet hatte und das die letzten 9 Monate bereits ein Teil unserer Familie gewesen war und jetzt endlich lag sie da und ich brauchte einen Moment um das zu realisieren. Ich griff nach dem Arm der Kleinen und bat die Hebamme mir zu helfen sie hochzunehmen. Als ich sie endlich im Arm hatte war alles andere egal und auch die etwas unruhige Stimmung im Raum konnte mich nicht aus der Ruhe bringen. Im Nachhinein weiß ich, dass ich in dem Moment auch jede Menge Blut (650 ml) verlor. Ich wurde aufs Bett verfrachtet, bekam eine Spritze mit Oxytocin, damit sich die Gebärmutter zusammenzog.

Danach beruhigte sich alles so langsam, die Kontraktionen durch das Oxytocin waren ziemlich heftig, aber ich merkte die kaum und kuschelte mit meiner Frau und unserer Tochter selig auf dem Bett. Für die Nachgeburt sollte ich mich dann nochmal hinhocken, danach wurde die Kleine von meiner Frau mit Hilfe der Hebamme abgenabelt. Irgendwann während der Zeit legte ich die Kleine das erste Mal schon an, die Hebammen ließen uns auch immer mal wieder alleine im Zimmer, um uns ein bisschen Zeit zum Kuscheln und Kennenlernen zu geben. Im Anschluss wurde ich noch untersucht, ein Dammriss 2. Grades musste genäht werden – echt fies an so einer Stelle, auch wenn mit Spray betäubt wurde – und ein paar leichte Abschürfungen wurden mit einem kühlenden Gel behandelt. Währenddessen durfte meine Frau unsere Tochter die ganze Zeit im Arm halten und ich hielt die Hand der Hebammenschülerin, die tapfer ertrug, wie ich ihre Hand beim Nähen etwas zerquetschte.

Als wir alle dann ein bisschen angekommen waren kamen unsere beiden Hebammen und die Schülerin mit Sekt, Geburtstagskuchen und dem Geburtsverkündungs-Schild, das vor dem Geburtshaus hängt ins Zimmer und sangen der Kleinen ein Geburtstagsständchen. Wir saßen dann alle zusammen auf dem Bett, aßen Kuchen, stießen mit einem Glas Sekt an und genossen einfach den Moment.

Bei der U1 stellte sich unsere Kleine dann mit 50 cm Länge und 4120 Gramm Gewicht als kleines Moppelchen heraus, ihr Kopfumfang lag bei 36 cm. Alles andere war ebenfalls super und vorbildlich (Apgar 10/10/10) und so machten wir uns gegen 12 Uhr auf den Heimweg im Storchentaxi.

Mittlerweile sind wir super angekommen, nach den ersten trinkfaulen Tagen nimmt unser kleines Teufelchen endlich wieder zu, nachts schläft sie locker mal 4 Stunden am Stück und würde vielleicht auch länger schlafen, wenn ich sie nicht regelmäßig stillen würde 😉 Sie quengelt kaum und schreit eigentlich nur, wenn die Windel ordentlich voll ist; bisher ein richtig pflegeleichtes Baby also.

Die Geburt war wirklich heftig und ein unglaubliches Erlebnis. Auch wenn nicht alles perfekt gelaufen ist, da die frühen Presswehen wirklich kräftezehrend waren und auch ziemlich schmerzhaft, bin ich froh, dass wir uns für eine Geburt im Geburtshaus entschieden haben. Ohne die Unterstützung unserer tollen Hebammen wäre das alles so nicht möglich gewesen, im Krankenhaus wäre es wahrscheinlich schon vorher auf eine chemische Einleitung oder dank des geschätzten Gewichtes (was übrigens 4 Tage vor der Geburt von unserer Frauenärztin mit echt gutem Ultraschallgerät auf 3500 bis 3800 Gramm geschätzt wurde – soviel also zu Ultraschall-Gewichtsschätzungen) sogar auf einen Kaiserschnitt hinaus gelaufen. Wir wurden ganz toll begleitet und werden es jetzt im Wochenbett immernoch und alles in allem war die Geburt ein unglaublich schönes Erlebnis für uns beide.

2 Tage, 3 Stunden und 7 Minuten

Nun ist unsere Kleine schon seit über 2 Tagen bei uns.

… Und ein paar Dinge, die uns unter der Schwangerschaft doch etwas merkwürdig erschienen, klären sich so langsam.

Ich hatte ja schon öfter berichtet, dass es uns absolut nicht möglich ist, die Kleine im Bauch zu wecken. Überall im Internet finden sich Tipps wie: „Wenn Sie sich Sorgen machen, wackeln Sie am Bauch und wecken damit das Ungeborene auf“. Was meint ihr, wie unglaublich geschockt wir das erste Mal waren, dass sie damit eben NICHT zu wecken war? Aber: Nun ergibt es Sinn. Denn selbst jetzt, wo wir ja doch mehr Mittel und Wege haben, sie zu wecken – keine Chance. Madame will schlafen, Madame schläft. 😀 Da hilft auch kein Rumtragen, kein Wickeln, kein Ausziehen, kein kalter, nasser Waschlappen.

Grundsätzlich Thema Schlafen: Nachdem der erste Tag wundervoll war und die erste Nacht wirklich schrecklich, weil sie nur geschrien hat, klappt mittlerweile alles wunderbar. Wir sind uns recht sicher, dass sie in der ersten Nacht einfach total mit Blähungen zu kämpfen hatte – am zweiten Tag hat meine Frau nämlich Stilltee mit Kümmel und Fenchel und so getrunken und ein Teelöffelchen Kümmel pur gegessen, und seitdem pupst die Prinzessin wie ein Weltmeister – und quengelt nur noch bei voller Windel oder Hunger. Oder, wenn wir beim Wickeln mal wieder zu lang brauchen, das mag sie garnicht.

Wo wir bei mögen/nicht mögen sind: Absolut gerne mag sie jede Art von Körperkontakt. Am liebsten, wenn ich dabei auf dem Gymnastikball rumhopse – da schläft sie meistens sofort ein. Auf dem Bauch oder Rücken liegen mag sie momentan noch nicht so gerne, am liebsten liegt sie (auf uns drauf, versteht sich) halb seitlich – also entweder ein wenig nach vorne oder nach hinten gedreht auf der Seite. Und: Ich hatte ihr in der Schwangerschaft ja immer Soft Kitty von Big Bang Theory vorgesungen (die Originalversion, versteht sich. Die eingedeutschte Version finde ich absolut kacke 😉 ). Das ist das Beruhigungslied Nr. 1, wenn sie etwas quengelig ist. Notwendig war das Lied bisher aber nur so ein, zwei Mal, weil sie grundsätzlich so ruhig und lieb ist (und waaaaahnsinnig schläfrig – gääähn -, mal so nebenbei).

Wir sind auf jeden Fall määäächtigst verliebt und gerade einfach nur rundum glücklich. Die Nacht durfte ich sogar von 1 bis 9 Uhr schlafen – wahnsinn, oder? Meine Frau musste zum Stillen leider schon um 7 ran, nachdem sie um 4 vergeblich versucht hatte, die Kleine für die erste Nachtmahlzeit zu wecken.

So, ich kuschel dann mal weiter!